Suchen

Spritzgießen

Komplette Baugruppen aus dem Sauberraum

| Redakteur: Peter Reinhardt

Sauberkeit ist bei der Fertigung von Hilfsmitteln für die Labordiagnostik nicht minder wichtig als bei der späteren Analyse. Bei Maier + Partner (Bild 1) werden Stuhlprobenröhrchen daher auf entsprechend geeigneten Spritzgießmaschinen in einem Sauberraum der Klasse 8 produziert

Firmen zum Thema

Bild 1 |Sauberraum: Im Bempflinger Stammwerk von Maier + Partner erfolgte 2010 der Teilumbau in der Produktion, bei dem ein 480 m² großer Sauberraum entstanden ist
Bild 1 |Sauberraum: Im Bempflinger Stammwerk von Maier + Partner erfolgte 2010 der Teilumbau in der Produktion, bei dem ein 480 m² großer Sauberraum entstanden ist
( Bild: Maier + Partner )

Stuhlprobenröhrchen gehören zur Produktgruppe der Gastroenterologie und bestehen aus insgesamt vier Einzelteilen (Bild 2). Neben dem transparenten Röhrchen zur sicheren Aufbewahrung der Probe gehören dazu ein Abstreiftrichter, ein Schraubverschluss sowie ein Dosierstab mit spezieller Dosierspitze.

Stuhlproben können damit nicht nur sauber aufgenommen, sondern auch sicher verschlossen und ohne Außeneinwirkung zur Analyse ins Labor transportiert werden. „Gegenüber früheren Briefchensystemen mit Mehrfachentnahme sind Stuhlprobenröhrchen sehr viel komfortabler im Handling“, erklärt Maier + Partner-Geschäftsführer Erich Maier.

Bildergalerie

Medizintechnik erfordert reproduzierbare Präzision...

Die Umsetzung neuer Entwicklungen hat bei Maier + Partner neue Werkzeuge und ein komplettes An- und Einfahren der Produktion erfordert. Zu den Innovationen gehören etwa die automatisch optimale Probenmenge durch den Abstreiftrichter, die absolute Dichtigkeit, auch bei Luftfracht im Unterdruck, sowie die einfache Handhabung der Baugruppe im Labor. Laut Aussage der Spezialisten von Maier + Partner hatte sich bereits in der Erprobungsphase der ersten Werkzeuge gezeigt, dass sich auf Maschinen der Firma Arburg die besten Ergebnisse bezüglich Genauigkeit und Reproduzierbarkeit erzielen ließen. Deshalb sind die „Allrounder“ nun auch in der Serienfertigung im Einsatz (Bild 3).

Die Herstellung sämtlicher Teile läuft auf zwei hydraulischen Maschinen mit Kernzugsteuerung. Alle Artikel werden in Serie gefertigt, geprüft und vor Auslieferung für den Endkunden R-Biopharm vormontiert.

... und komplexe Werkzeugtechnik

Der Einsatz in der Medizintechnik stellt auch hohe Ansprüche an die Werkzeugauslegung. „Sämtliche Artikel“, so Werner Maier, neben Firmengründer Erich Maier in der Geschäftsführung, „weisen ein sehr geringes Teilegewicht auf und werden in Mehrfach-Formen hergestellt.“ Das Werkzeug zur Herstellung der Röhrchen ist mit vier Kavitäten ausgestattet. Es wird, wie das Trichter-Werkzeug, über einen Heißkanal mit Anguss gefüllt.

Die Maschine, auf der die Röhrchen gefertigt werden, ist ebenso wie der „Allrounder“ zur Produktion der Deckel mit einer Kernzugsteuerung versehen, die zum Ausschrauben der Innen- und Außengewinde notwendig ist. Die Vierfach-Trichter- und Deckel-Werkzeuge sind ebenfalls mit einem materialschonenden Heißkanalsystem, im Fall des Trichters wiederum mit Anguss, ausgerüstet. Der Dosierstab schließlich entsteht in einer Achtfach-Form über Heißkanal mit Anguss. Die vier unterschiedlichen Bauteile werden aus verschiedenen PPs und einem PE hergestellt, die allesamt medizintechnisch zugelassen sind.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 35392470)

Riegler; Ernst Mueller / Schilling Engineering; Engel; Arburg; Mario Riener Fotografie / Rico; Bild: Maier + Partner; Bild:Arburg; Uta Wagner / IW; gemeinfrei; Devicemed; Dassault Systèmes; Sensirion; Kraiburg TPE; DPMA; Raumedic AG; Raumedic; Rico Elastomere Projecting; Fraunhofer IPT; Consense; ©auremar - stock.adobe.com; Chris Kettner; Transline; Die Storyfactory / Devicemed; BV-Med; Spectaris; Projekt HIPS; Radware; TITK; Volker Mai; Hochschule Stralsund; NUS National University of Singapore