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OEM im Porträt

Hörgeräte von Siemens

| Redakteur: Frauke Finus

In der neuen Serie „OEM im Porträt“ stellt Devicemed erstmals Medizintechnikhersteller vor. Auf den folgenden Seiten wird das Firmenporträt durch Berichte aus der technologischen Wertschöpfungskette ergänzt. Den Auftakt macht Siemens Audiology Solutions, ein Unternehmen für Hörgeräte.

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Hörgeräte-Entwicklung: Im schalltoten Raum bei Siemens dreht sich eine Puppe mit Hörgeräten um 360 Grad. So kann unter anderem geprüft werden, wie Kopf und Oberkörper den Schall beeinflussen.
Hörgeräte-Entwicklung: Im schalltoten Raum bei Siemens dreht sich eine Puppe mit Hörgeräten um 360 Grad. So kann unter anderem geprüft werden, wie Kopf und Oberkörper den Schall beeinflussen.
(Bild: Siemens)

Millionen Schwerhörige vertrauen weltweit auf Hörgeräte von Siemens. Sie tragen sie in Beruf und Freizeit, vom Aufstehen bis zum Schlafengehen, und hören so Vieles, das ihnen sonst entgehen würde. Dank fortschreitender Miniaturisierung verbergen sich die Hörgeräte heute diskret hinter dem Ohr oder verschwinden nahezu vollständig im Gehörgang. Dabei erbringen die Mini-Computer in ihrem Inneren Höchstleistungen und ermöglichen so ein bestmögliches Sprachverstehen bei gleichzeitig hohem Klangkomfort.

Werner von Siemens war es ein Anliegen, Menschen die Kommunikation zu erleichtern. Bereits 1878 erdachte er ein Telefon, mit dem Schwerhörige besser hören konnten. 1911 begann sein Unternehmen, gezielt Hörgeräte zu entwickeln. 1913 erfolgte die Markteinführung des Esha-Phonophors, des ersten industriell gefertigten Hörgeräts von Siemens. 1959 kam das erste Hinter-dem-Ohr-Gerät auf den Markt, 1966 das erste Im-Ohr-Gerät und 1997 das erste digitale Hörsystem. 2004 führte Siemens als erster Hersteller Funktechnologie und damit zur beidohrigen Versorgung synchronisierte Hörgeräte ein, stellte 2006 Hörgeräte mit Lernfunktionen vor und entwickelte in der Folgezeit ein eigenes Bluetooth-Protokoll für die lippensynchrone Übertragung von Audiosignalen. Mit der 2010 eingeführten und seitdem kontinuierlich verbesserten Best-Sound-Technologie ist das Tragen von Hörsystemen angenehmer denn je. Die jüngste Generation, genannt Micon, gilt als Meilenstein der Hörgeräte-Entwicklung. Mit 48 Frequenzbändern, das sind dreimal mehr als bisher, und einer Bandbreite bis 12 kHz klingen die Hörgeräte voller und natürlicher als je zuvor.

Audiology Solutions heute

Hörsysteme von Siemens werden heute im Sektor Healthcare von der Business Unit Audiology Solutions entwickelt und vertrieben. Insgesamt beschäftigt Siemens Audiology Solutions über 4.000 Mitarbeiter und ist weltweit präsent. Ein besonderer Schwerpunkt liegt in der Entwicklung. Bei Siemens arbeiten Forscher der unter-schiedlichsten Fachrichtungen eng zusammen. Neben Audiologen, Akustikern und Psychoakustikern zählen dazu auch Biologen, Mathematiker, Physiker, Medizintechniker, Konstrukteure, Feinmechaniker und Tontechniker sowie Hard- und Software-Spezialisten. Die meisten Patentanmeldungen der Branche demonstrieren, warum Siemens als Technologieführer der Branche gilt.

Ein Hörverlust ist so individuell wie der Mensch, der ihn erfährt. Darum bietet Siemens ein breites Spektrum an Hörgeräten für jede Anforderung:

  • Hinter-dem-Ohr-Hörsysteme, welche zum individuellen Lebensstil sowie den Wünschen und Bedürfnissen ihrer Träger passen.
  • Im-Ohr-Hörsysteme für nahezu jede Ohranatomie und Hörminderung sowie besonders diskrete Geräte, die tief im Gehörgang verschwinden.
  • Hörsysteme für besondere Herausforderungen wie robuste und wasserdichte Ausführungen oder Hörgeräte mit integrierter Tinnitus-Funktion.

Technologische Highlights

Über die Jahre hat Siemens viele Technologien entwickelt und in seine Hörgeräte integriert. So lassen sich aktuelle Siemens-Hörsysteme drahtlos mit anderen elektronischen Geräten wie Telefonen, Handys, Computern, MP3-Playern, heimischen Stereoanlagen oder Fernsehern verbinden. Sie merken sich situationsabhängige Lautstärke- und Klangeinstellungen ihrer Träger und können – mit Akkus ausgestattet – über Nacht aufgeladen werden.

Die von Siemens entwickelte, aktuelle Chip-Technologie Micon erzeugt dabei eine bisher nicht gekannte räumliche Akustik und einen angenehmen Höreindruck. Die neue Technologie ermöglicht nicht nur eine bessere Signalverarbeitung, sondern auch zusätzliche automatische Einstellungen. Das macht die Nutzung von Hörgeräten noch einfacher und erleichtert ihren Trägern das tägliche Leben.

Neben vielen anderen Preisen und Auszeichnungen wurde ein Forscher-Team von Siemens und der Universität Oldenburg Ende 2012 vom deutschen Bundespräsidenten Joachim Gauck mit dem Deutschen Zukunftspreis geehrt. Das Team hatte die ersten Hörsysteme entwickelt, bei denen sich das linke und das rechte Hörgerät über Funk aufeinander abstimmen. Diese Technologie, die die Basis räumlichen Hörens bildet, wurde inzwischen weiterentwickelt und findet sich in Hörsystemen von Siemens.

Über die Hörgrenzen hinaus

Um junge Menschen frühzeitig über die Themen Hören und Schwerhörigkeit zu informieren, engagiert sich Siemens Audiology Solutions seit vielen Jahren auch für geeignete Unterrichtsmaterialien an Schulen und bringt Expertenwissen in eine prämierte Mediensammlung ein. Diese wird Schulen und Lehrern online in deutscher, englischer und spanischer Sprache über die Siemens-Stiftung weltweit kostenlos zur Verfügung gestellt.

Zulieferer und Dienstleister für Hörgeräte

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