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Kunststoffverarbeitung Fakuma: Arburg rückt Nachhaltigkeit und Digitalisierung in den Fokus

Redakteur: Alexander Stark

Mit dem größten Messestand sowie der Präsentation vieler Neuheiten setzte Arburg ein klares Statement für die Fakuma und den Standort Friedrichshafen. Unter dem Motto „Das Beste aus beiden Welten“ vereinte Arburg 2021 die Zukunftsthemen Digitalisierung sowie Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung mit dem Ziel, die Produktionseffizienz der Kunden zu steigern und diese nachhaltig zukunftsfähig zu machen.

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Die neue Mehrkomponentenmaschine Allrounder More wurde auf der Fakuma erstmals dem Fachpublikum vorgestellt.
Die neue Mehrkomponentenmaschine Allrounder More wurde auf der Fakuma erstmals dem Fachpublikum vorgestellt.
(Bild: Arburg)

Nach langer Zeit ohne große internationale Präsenzmesse in Europa hat Arburg die Fakuma erstmals wieder wahrnehmen können, um den Fachbesuchern zahlreiche Neuentwicklungen zu präsentieren. Im Mittelpunkt standen die Zukunftsthemen Digitalisierung sowie Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung.

Mit gleich mehreren Anwendungen zeigte das Unternehmen auf dem Messestand, wie sich Ressourcenschonung realisieren und Wertstoffkreisläufe sinnvoll schließen lassen. Dazu zählt etwa die Verarbeitung von transparentem, biobasiertem PA 12, einem Bio-Kunststoff, der zu 39 Prozent aus erneuerbaren Rohstoffen auf Basis von Rizinusöl besteht.

Post Consumer Rezyklat (PCR) wurde auf einer Drehtischmaschine des Typs Allrounder 1300 T beim Arburg-Partner Lauffer eingesetzt. Bei Rezyklaten stellen die stark schwankenden Materialqualitäten hohe Anforderungen an Spritzgießmaschinen und Spritzgießprozesse. Dafür hat Arburg das sogenannte Rezyklat-Paket geschnürt, das im Rahmen der Fakuma Premiere gefeiert hat. Das Paket beinhaltet verschiedene Steuerungsfunktionen sowie spezielle Plastifizierungsfeatures, um Rezyklate sicher verarbeiten zu können. Das Rezyklat-Paket ist für alle Allrounder erhältlich und lässt sich auch an älteren Modellen nachrüsten.

Wie Nachhaltigkeit und Digitalisierung zusammenspielen, zeigten die Markierungstechnologien „Curve Code“ und „Holy Grail“ als innovative Lösungen für die sortenreine Trennung und Zurückführung der Kunststoffe in den Wertstoffkreislauf.

Das Fakuma-Programm spiegelte auch das Wachstum der „arburgXworld“ wider. Gezeigt wurde das gesamte Spektrum an Assistenten, darunter den „aXw Control Fill Assist“ für die 3D-Füllsimulation und der „aXw Control Melt Assist“ zur Prozessbewertung. Premiere feierten die beiden neuen Assistenten „aXw Control Cycle Assist“ zur Optimierung der Zykluszeit und „aXw Control Energy Assist“ für energiesparendes Einschalten. Neuheiten gab es auch für das Kundenportal: Mit der App “Analytics Center” lassen sich Werkzeugabmusterungen, Versuche und Spritzgießprozesse dokumentieren und analysieren. Zudem wurde die App „Machine Center“ um das Feature „Customer Upload“ ergänzt, mit dem Kunden eigenes Equipment hinzufügen können.

Weltpremiere: Allrounder More

Erstmals weltweit vorgestellt wurde auch die neue Maschinenreihe Allrounder More. Die Baureihe umfasst die beiden Größen 1600 und 2000 und deckt höchste Anforderungen an ein produktionseffizientes Mehrkomponenten-Spritzgießen ab. Ihre flexible Auslegung bietet deutlich mehr Platz für größere Werkzeuge und Auswerfer, mehr Modularität im Aufbau sowie einen hohen Bedienkomfort über die Gestica-Steuerung. Ein Allrounder More 1600 produzierte auf der Messe einen komplexen Lab-on-a-chip für die Medizintechnik.

Gestica und Planetenrollengewindetrieb

Weitere Schwerpunkte waren die Gestica-Steuerung und der Planetenrollengewindetrieb. Die Gestica spart dem Unternehmen zufolge nicht nur Zeit bei der täglichen Arbeit, sie bietet auch eine hohe IT-Sicherheit und ermöglicht Datenanalysen direkt an der Maschine. Ein Alleinstellungsmerkmal ist die Prozesssimulation mit dem „aXw Control Fill Assist“. Zudem hat der Hersteller den Planetenrollengewindetrieb als wichtigen Teil des Antriebsstrangs in den Fokus gerückt, der ein zentrales Merkmal für die Leistungsfähigkeit und Langlebigkeit einer Spritzgießmaschine darstellt.

Potenziale der additiven Fertigung

Eine wichtige Rolle auf der Fakuma spielte auch die additive Fertigung. Live präsentiert wurde die Verarbeitung des Hochtemperaturwerkstoffs Ultem auf einem freeformer 300-3X. Darüber hinaus zeigten zahlreiche Bauteile auf, welche Potenziale das Arburg-Kunststoff-Freiformen für die Bereiche Medizintechnik und Automotive bieten, in denen Arburg gemeinsam mit Partnern und Kunden an spannenden Projekten arbeitet. Prominent auf dem Arburg-Stand vertreten war auch die Schwesterfirma innovatiQ mit dem LiQ 320-Drucksystem, das Flüssigsilikon (LSR) im außergewöhnlichen LAM-Verfahren (Liquid Additive Manufacturing) verarbeitet.

Weitere Artikel über Auftragsfertigung und Fertigungseinrichtungen finden Sie in unserem Themenkanal Fertigung.

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