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„Digitale Medizinprodukte brauchen andere Wege in die Regelversorgung“

| Autor / Redakteur: Hans-Peter Bursig* / Julia Engelke

Hans-Peter Bursig, Geschäftsführer Fachverband „Elektromedizinische Technik“ im ZVEI: „Digitale Medizinprodukte machen die Gesundheitsversorgung flexibler, ortsunabhängig, präziser, individueller und präventiver, brauchen aber auch andere oder sogar neue Wege in die Regelversorgung.“
Hans-Peter Bursig, Geschäftsführer Fachverband „Elektromedizinische Technik“ im ZVEI: „Digitale Medizinprodukte machen die Gesundheitsversorgung flexibler, ortsunabhängig, präziser, individueller und präventiver, brauchen aber auch andere oder sogar neue Wege in die Regelversorgung.“ (Bild: Devicemed)

Digitale Medizinprodukte machen die Gesundheitsversorgung flexibler, ortsunabhängig, präziser, individueller und präventiver. Jedoch gibt es noch keinen einfachen Zugang in die Regelversorgung für digitale Gesundheitslösungen.

  • Digitale Medizinprodukte haben Potenzial für eine bessere Gesundheitsversorgung
  • Produkte brauchen neue Wege in die Regelversorgung
  • Verbändeübergreifendes Disskussionspapier bietet Vorschläge

Gerade bei chronischen Erkrankungen oder im ländlichen Raum sind die Vorteile der digitalen Medizinprodukte Potenziale, die mit Blick auf den Fachärztemangel und die Zunahme der Mehrfacherkrankungen einer alternden Bevölkerung schnellstmöglich gehoben werden sollten. Dennoch gestaltet sich der Zugang in die Regelversorgung für digitale Gesundheitslösungen besonders schwierig. Oberstes Kriterium ist der Nachweis eines Patientennutzens. Ohne medizinische Evidenz werden neue medizinische Methoden nicht oder nicht höher vergütet als bisherige Verfahren. Die dafür verlangten randomisierten kontrollierten Studien (RCT) sind für digitale Medizinprodukte aus verschiedenen Gründen oft nicht realisierbar. Deshalb gelangen diese Produkte entweder nicht in den Markt oder stehen über selektivvertragliche Regelungen nur einem begrenzten Versichertenkreis zur Verfügung.

Beratungsangebote und Vergütungssystematik notwendig

Also brauchen digitale Medizinprodukte andere oder sogar neue Wege in die Regelversorgung. Wichtig sind vor allem Beratungsangebote, um Hersteller verbindlich über Zugangsoptionen in das Erstattungssystem zu informieren. Dabei sollten aber auch die Besonderheiten beim Studiendesign, alternative Nutzenkategorien sowie die kurzen Innovations- und Produktlebenszyklen digitaler Produkte beachtet werden. Zudem ist eine Vergütungssystematik notwendig, mit der digitale Versorgungsangebote auch sektorenübergreifend abgebildet werden können.

Diskutiert werden sollte zum Beispiel die Möglichkeit, dass digitale Medizinprodukte über Selektivverträge regelhaft evaluiert und bei positiver Bewertung unverzüglich in die Regelversorgung überführt werden. Weitere Herausforderungen und Vorschläge finden Sie im verbändeübergreifenden Diskussionspapier „Zugang zur Regelversorgung digitaler Versorgungsangebote“.

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Weitere Meldungen aus der Medizintechnik-Branche und über Medizintechnik-Unternehmen finden Sie in unserem Themenkanal Szene.

* Hans-Peter Bursig ist Geschäftsführer des Fachverbands „Elektromedizinische Technik“ im ZVEI – Zentralverband der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V.

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