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Beschichtungen schützen vor elektrischer Ableitung
Speziell das Beschichtungssystem Adcoat ML Halar wird verstärkt für die mono- und bipolare Hochfrequenzchirurgie (HF-Chirurgie) auf Elektroden, Schaftrohren, Pinzetten, Griffen und weiteren medizinischen Instrumenten eingesetzt. Zum Beispiel ermöglicht eine mit Adcoat ML Halar beschichtete Biclamp eine sichere Gefäßversiegelung. Die Beschichtung verhindert eine elektrische Ableitung und schützt so Arzt und Patient. Adcoat ML Halar wird über das modifizierte elektrostatische Pulverbeschichtungsverfahren (Hotflockverfahren) auf die Substrate appliziert. Nach dem Prinzip des Hotflockverfahrens durchläuft das Substrat mehrere Prozessschritte bis zum fertigen Produkt. Das Substrat wird einer Vorbehandlung (bei metallischem Substrat zum Beispiel Entfettung und Korundstrahlen) unterzogen. Anschließend wird das Substrat, vor der Applikation, in einem Ofen über die Schmelztemperatur des Adcoat ML Halar bei mehr als 250 °C vorgewärmt. Direkt danach wird appliziert, der Pulverlack sintert beim Zusammentreffen mit dem vorgewärmten Substrat und verschmilzt zu einer geschlossenen und glatten Polymerschicht. Es werden eine oder mehrere Fluorpolymerschichten Base- und Topcoat abhängig von der gewünschten Schichtstärke aufgebracht. Zum Nachschmelzen müssen die Substrate kontinuierlich in den Ofen. Die Filmbildung läuft durch ineinander übergehende Prozesse ab und ist abhängig von der Temperatur. Folgende fünf Prozessphasen laufen fließend und simultan: Sintern, Schmelzen, Benetzen, Verlaufen und Vernetzen. Durch Wärmezufuhr an das beschichtete Substrat startet die erste Prozessphase der Filmbildung. Beim Sintern werden die Pulverteilchen zu einer Einheit geformt. Durch die Erhöhung der Temperatur startet der Schmelzvorgang und synchron beginnt der Benetzungsprozess der Schmelze mit der Grenzschicht des Substrates. Im Anschluss verläuft die Pulverschmelze und bildet am Ende eine vernetzte Filmschicht. Die Qualität der Oberflächen nach der Filmbildung hängt von der Partikelgrößenverteilung und den verschiedenen Korngrößen des jeweiligen Pulvers ab. Nach dem Abkühlen durchwandern die Substrate die Qualitätskontrolle mit den vorgesehenen Messmethoden und verlassen so dann die Räumlichkeiten von Adelhelm.
Für weitere, noch bessere Oberflächenfunktionalisierungen von Instrumenten forscht die Adelhelm-Unternehmensgruppe gemeinsam mit dem Naturwissenschaftlich-Medizinischen Institut der Universität Tübingen.
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