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Umwelt Der Weg zur Nachhaltigkeit in der Medizinprodukteindustrie

Ein Gastbeitrag von Jesper Jonsson*

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Das Thema Nachhaltigkeit ist schon längst in den Fokus vieler Industrien gerückt. Doch wie sieht der Weg zur Nachhaltigkeit in einem Medizintechnik-Unternehmen aus? Das zeigt das Beispiel Owen Mumford exemplarisch.

Die Zeichen stehen auf Nachhaltigkeit. Doch wie kann das bei einem Medizinproduktehersteller aussehen? (Symbolbild)
Die Zeichen stehen auf Nachhaltigkeit. Doch wie kann das bei einem Medizinproduktehersteller aussehen? (Symbolbild)
(Bild: Coloures-Pic - stock.adobe.com )

Die Bewältigung der Klimakrise erfordert das Engagement einer Vielzahl von Beteiligten. Von Regierungen, der Industrie, bis hin zu Unternehmen und Einzelpersonen ist es wichtig, dass sich alle Beteiligten in die gleiche Richtung bewegen. Der klimatische Fußabdruck der Gesundheitsbranche entspricht 4,4 Prozent der globalen Nettoemissionen – und dies kann nicht angegangen werden, wenn keine klaren Ziele gesetzt und konkrete Maßnahmen ergriffen werden. Nachhaltigkeit in der Medizinprodukteindustrie stellt jedoch eine besondere Herausforderung dar, da die Hygienekontrolle nicht vernachlässigt werden darf.

Nachhaltigkeit ist seit mehreren Jahren ein wichtiger Fokus für das Medizintechnik-Unternehmen Owen Mumford – doch jetzt beeinflusst die Klimakrise die Branchenlandschaft mehr denn je und verändert die Art und Weise, wie Führungskräfte ihre Strategie, Infrastruktur und die Zukunftssicherung ihrer Unternehmen angehen. Auch wenn der Weg zur Nachhaltigkeit ein vielschichtiger und komplexer Prozess ist, so ist er für die Weiterentwicklung der Medizinprodukteindustrie von grundlegender Bedeutung, da diese stets mit dem technologischen, politischen und sozialen Wandel Schritt hält.

Mehr als nur Umweltengagement

Im Juni 2021 erhielt Owen Mumford als Anerkennung für sein Engagement bei der sozialen Verantwortung des Unternehmens in Bezug auf Umwelt, Unternehmensführung, gesellschaftliches Engagement, Mitarbeiterunterstützung und Kundenbetreuung die B-Corp-Zertifizierung. Damit erreicht das Unternehmen als einer der ersten Medizinproduktehersteller weltweit diese Zertifizierung und schließt sich 5.000 weiteren globalen Unternehmen an, die daran arbeiten, ihre Maßstäbe zu verbessern und die Standards für alle Branchen zu erhöhen.

Der B-Corp-Prozess verlangt, dass Anwärter eine strenge Beurteilung von über 250 Punkten in mehreren Bereichen bestehen, die weit über das Umweltengagement hinausgehen. Dazu gehört die Prüfung der allgemeinen Unternehmensführung, der Umgang mit Angestellten und Kunden und der Beitrag für die Gemeinschaft. Dieser umfassende Prozess bietet Unternehmen ein Konzept, um in ihrem gesamten Geschäft mehr Verantwortung zu zeigen sowie Wachstum und Gewinn zum Wohle der Umwelt, der Mitarbeiter und außenstehenden Gemeinschaften einzusetzen.

Die Arbeit an der B-Corp-Zertifizierung im Jahr 2021 hat für Owen Mumford dazu beigetragen, die Ziele im Auge zu behalten und Fortschritte zu konsolidieren und zu messen. In einer stark regulierten Branche passte dieser Ansatz gut zu dem Unternehmen, da es bereits gewohnt war, die Qualität und Sicherheit seiner Produkte prüfen zu lassen.

Reduzierter Energieverbrauch führt zu wirtschaftlichen Vorteilen

Indem der Medizinproduktehersteller Verantwortung für seinen Emissionsfußabdruck übernimmt, schützt er auch seine Langlebigkeit als Unternehmen, indem er nachhaltige Strukturen entwickelt und mit globalen und nationalen Emissionszielen Schritt hält. Die Reduzierung des Energieverbrauchs führt beispielsweise zu umfassenden wirtschaftlichen Vorteilen, da die Gesamtkosten gesenkt oder dabei die Effizienz der Maschinen verbessert werden. Owen Mumford hat weltweit in seinen Betrieben in Großbritannien, den USA und Malaysia Initiativen zur Energieeinsparung eingeführt und seine Scope-1- und Scope-2-CO2-Emissionen um über ein Viertel reduziert. Dies umfasst sowohl direkte als auch indirekte Emissionen aus der Energienutzung. Alle Standorte in Großbritannien werden jetzt überwiegend aus erneuerbarer Energie gespeist, einschließlich der Energie, die das Unternehmen über seine Solaranlagen vor Ort selbst erzeugt. Diese Initiativen werden dabei helfen, bis 2045 Netto-Null zu erreichen, das dem Ziel des britischen National Health Service (NHS) entspricht.

Um den CO2-Fußabdruck von Medizinprodukten insgesamt zu reduzieren, können, neben der Anpassung des Produkts selbst, verschiedene Maßnahmen ergriffen werden. Beginnend mit der Reduzierung des Energieverbrauchs hat Owen Mumford ein System zur Erfassung der Abfallproduktion eingeführt, das nun einen Rückgang des gesamten Abfallaufkommens im Verhältnis zum Umsatz zeigt. Darüber hinaus hat das Unternehmen seine umweltfreundliche Einkaufspolitik überprüft, um sicherzustellen, dass sich sein Engagement für die Umwelt auch in seinen Einkaufsentscheidungen widerspiegelt.

Produkte von Anfang an auf Nachhaltigkeit auslegen

Sicherheit ist ein wesentlicher Aspekt für alle Produkte und es gibt strenge Beschränkungen für die Arten von Materialien, die Medizinproduktehersteller für ihre Gestaltung verwenden können, um den Schutz der Anwender sicherzustellen. Wenn Produkte jedoch von Anfang an auf Nachhaltigkeit ausgelegt sind, wird es einfacher, diese mit einem geringeren ökologischen Fußabdruck zu entwickeln. Owen Mumford hat sich zum Ziel gesetzt, Produkte mit einem wesentlich geringeren Emissionsfußabdruck als in früheren Produktreihen zu entwickeln. Sie tun dies, indem sie jedes Element des Design- und Herstellungsprozesses anhand von Lebenszyklusbewertungen analysieren und Verbesserungsbereiche identifizieren, die in Kombination darauf abzielen, den gesamten Fußabdruck der von ihnen hergestellten Produkte von der Produktion bis zur Entsorgung erheblich zu reduzieren.

Einbindung des Unternehmens

Starke Nachhaltigkeitsrichtlinien erfordern fest zugeordnete Ressourcen und Abstimmungen in allen Bereichen des Unternehmens. Es ist davon auszugehen, dass Nachhaltigkeitszertifizierungen für Herstellerfirmen in Zukunft unverzichtbar sein werden. Wenn Unternehmen sich bereits jetzt richtig für die Zukunft aufstellen, sind sie darauf vorbereitet und besser positioniert, um weiter zu wachsen. Dieser Veränderungsprozess funktioniert nur dann effektiv, wenn die gesamte Organisation sich dem Ziel unterordnet. Daher sind Unternehmen dafür verantwortlich, die Ziele klar und effektiv zu kommunizieren und zu berücksichtigen, wie sie sich auf das Gesamtsystem auswirken.

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Bei Owen Mumford umfasst der Lenkungsausschuss für Nachhaltigkeit Mitglieder aus dem gesamten Unternehmen, darunter Forschung und Entwicklung, Vertrieb und Marketing, Betrieb und Geschäftsführung, um die Nachhaltigkeitsstrategie weiterzuentwickeln und Fortschritte effektiv zu messen. Dies ermöglicht jeder Abteilung, ihre Ideen einzubringen und für die Umsetzung in Betracht zu ziehen, unabhängig von ihrer Größe und ihrem Umfang. Dies gibt den Mitarbeitern ein Mitspracherecht beim Aufbau der Nachhaltigkeitsstrategie. So können gute Ideen und Initiativen zur Stärkung der Umweltverantwortung die Branche zukunftssicher machen, Mitarbeiter motivieren und in ihnen einen neu entdeckten Stolz auf ihre Arbeit fördern und eine neue Verbindung zu ihrem Planeten schaffen.

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* Der Autor: Jesper Jonsson ist Director Medical Devices bei Owen Mumford Ltd.

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