Nachwuchsforscherpreis 2014

Antimikrobielles Peptid gegen Krankenhauskeime

| Redakteur: Kathrin Schäfer

Die Nachwuchsforscherpreisträgerin Michèle Uting untersucht antimikrobielle Peptide im Gel.
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Die Nachwuchsforscherpreisträgerin Michèle Uting untersucht antimikrobielle Peptide im Gel. (Bild: TITK)

Der Mikrobiologin Michèle Uting ist es gelungen, das antimikrobielle Peptid (AMP) LL-37 im Labormaßstab kostengünstig gentechnisch herzustellen. Es könnte als Wirkstoff gegen multiresistente Erreger im Krankenhausbereich dienen. Hierfür hat die junge Industrieforscherin Mitte November in Berlin den Nachwuchsforscherpreis 2014 erhalten.

Mit einem Preisgeld von insgesamt 5.000 Euro würdigen der Verband innovativer Unternehmen als bundesweiter Interessenvertreter des forschenden Mittelstandes und die Deutsche Kreditbank wissenschaftliche Lösungsansätze aus Bachelor-, Master- und Promotionsarbeiten mit besonders hohem Verwertungspotenzial. Die mit einem von zwei ersten Preisen ausgezeichnete Masterarbeit von Michèle Uting, Friedrich-Schiller-Universität in Jena, ist im Rahmen eines Forschungsprojekts am Thüringischen Institut für Textil- und Kunststoff-Forschung e.V. (TITK) in Rudolstadt entstanden.

Grundstein für eine breite Praxisnutzung des Peptids

Die Produktion von Peptiden wie AMP LL-37 erfolgte bislang durch chemische Synthese, eine großmaßstabige Herstellung auf diesem Weg ist jedoch nicht rentabel. Uting isolierte im Rahmen ihrer Forschungsarbeit einen Genabschnitt aus humanen Lungenzellen und übertrug diesen in eine spezielle Hefekultur. Nach Induktion von Methanol produzierte der gentechnisch veränderte Organismus das gewünschte AMP. Zugleich wurde der Nachweis geführt, dass die biotechnologische Erzeugung von LL-37 auch im technischen Maßstab zur großflächigen Anwendung wirtschaftlich erfolgen kann. Nach Ansicht von TITK-Chef Dr. Ralf-Uwe Bauer hat die mittlerweile an seinem Institut angestellte Wissenschaftlerin damit „den Grundstein für eine breite Praxisnutzung des Peptids“ gelegt.

Implantate mit AMP-Ausrüstung wirken infektionshemmend

Ein aussichtsreicher Verwendungsbereich sei auch die funktionale Optimierung medizintechnischer Produkte, etwa von Implantaten. Von der AMP-Ausrüstung ihrer Oberflächen versprechen sich die TITK-Forscher eine effiziente Infektionshemmung bei postoperativen Wunden. Das von Michèle Uting entwickelte, biotechnische Grundprinzip unter Nutzung einer Hefekultur ist zudem auch für die kostengünstige Erzeugung weiterer antimikrobieller Wirkstoffe anwendbar.

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