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Neue Ideen kommen häufig von außen
Die Unternehmensporträts machen deutlich: Viele Ideen entstehen im Kontakt mit Kunden oder auch Wissenschaflern. Der Softwareentwickler MPDV Microlab bedient beispielsweise mit MES auch die Medizintechnik und beauftragt regelmäßig Universitäten und Forschungsinstitute, technologisches Neuland zu erkunden. Für die Roche PVT GmbH ist es erfolgsbringend, dass das Top-Management in größere Entwicklungsprojekte eingebunden wird. Außerdem investiert der Hersteller von Automatisierungssystemen und Softwarelösungen für medizinische Labore einen sehr hohen Anteil, nämlich fast ein Fünftel des Umsatzes, in Innovationen. Abteilungsübergreifende Meetings und Workshops tragen zum Austausch der Mitarbeiter bei, denn: „Je mehr eine Firma wächst, desto größer ist die Gefahr, dass man den Kontakt zu den Kollegen verliert“, erklärt Michael Heise aus dem Management.
Ein Beispiel dafür, wie Verkauf und Außendienst an der Entwicklung von Innovationen beteiligt werden können, liefert die Tracoe Medical GmbH, zu deren Angebot Tracheostomiekanülen gehören, die für die Langzeitbeatmung nach Operationen gebraucht werden. Bei Tracoe Medical kommt es durchaus vor, dass ein Entwicklungsleiter den Außendienstler zum Kundengespräch begleitet, so dass ein direkter Austausch mit dem Anwender stattfindet. Die Entwicklungsabteilung wiederum verfügt über ein jährliches Budget, das sie nach eigenem Gutdünken ausgeben kann. So entsteht Freiraum für Neues. Während Tracoe Medical seine Entwickler zum Kunden schickt, verfährt die World of Medicine AG umgekehrt: Sie besitzt einen firmeneigenen OP-Showroom, in dem sich Ärzte und Mitarbeiter treffen und austauschen können.
Innovator des Jahres in der Kategorie von Firmen, die mehr als 250 Mitarbeiter beschäftigen, ist Eos. Das Unternehmen hat sich in der additiven Fertigung einen Namen gemacht und steht damit für kundenspezifische Massenfertigung, unter anderem in der Medizintechnik.
Last but not least zum Porträt der Unternehmensgruppe Tilch: Als Geschäftsführer des Pflegedienstleisters hat Sven Tilch hat einen Fachbeirat gegründet, der außerhalb seines Unternehmens angesiedelt ist und über ein eigenes Budget verfügt. Auch das, ganz offensichtlich, ein erfolgreiches Konzept, um neue Ideen zügig voranzubringen.
Das Buch:
Ranga Yogeshwar (Hrsg.): Fortschrittmacher. Die innovativsten Unternehmen im Mittelstand. Redling-Verlag, München 2013. ISBN 978-3-86881-509-2. € 19,90.
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