Suchen

MT-Connect / Medtech Summit

„Wir bleiben beim Termin im Frühjahr. Erwarten Sie also keine Überraschungen“

| Autor/ Redakteur: Peter Reinhardt / Peter Reinhardt

Einen soliden Start hat vergangenes Jahr der neue Nürnberger Messe- und Kongress-Event MT-Connect/Medtech Summit hingelegt. In diesem Jahr wartet die Veranstaltung schon mit der Wahl des Termins mit einem echten Knaller auf. Dazu hat Devicemed mit Alexander Stein, Veranstaltungsleiter der Nürnberg Messe, und Dr. Matthias Schier, Geschäftsführer des Forums Medtech Pharma, die Macher des Veranstaltungs-Duos befragt.

Firmen zum Thema

Alexander Stein (li) und Dr. Matthias Schier wollen Messe und Kongress als Duo zum Erfolg führen. Dabei soll die noch junge MT-Connect vom etablierten Medtech Summit profitieren.
Alexander Stein (li) und Dr. Matthias Schier wollen Messe und Kongress als Duo zum Erfolg führen. Dabei soll die noch junge MT-Connect vom etablierten Medtech Summit profitieren.
( Bild: Nürnberg Messe )

Mit dem Termin am 11. und 12. April finden Messe und Kongress in diesem Jahr nur eine Woche vor der Medtec Europe in Stuttgart statt. Nicht wenige sehen darin eine offene Kampfansage. Ist nicht offensichtlich zu befürchten, dass sich Aussteller wie Besucher entscheiden, entweder nach Nürnberg oder nach Stuttgart zu gehen?

Stein: Natürlich werden sich einige entscheiden, wo sie für sich den größeren Mehrwert sehen. Das Feedback direkt nach der Messe deckt sich jedoch mit dem, was wir heute in vielen Gesprächen hören: MT-Connect und Medtech Summit sind attraktiv. Von Anfang an stand für uns das Frühjahr als idealer Termin fest, um nicht nur eine räumliche, sondern vielmehr auch eine zeitliche Distanz zur Düsseldorfer Compamed im laufenden Jahr zu bieten. Unsere Aussteller haben uns die Rückmeldung gegeben, dass wir dabei terminlich Abstand halten sollen von der Hannover Messe. Deshalb haben wir nach einem Termin gesucht, der unseren Ausstellern passt und an dem die Veranstaltung in der Nürnberg Messe möglich ist.

Bildergalerie

Bildergalerie mit 6 Bildern

Was ist aus Ihrer Sicht das entscheidende Plus Ihres Events in Nürnberg?

Schier: Wir sind mit den Akteuren in der Branche ausgezeichnet vernetzt und im engen Austausch. Dadurch kennen wir die aktuellen Trends und Herausforderungen. Den konkreten Bedarf, den uns die Unternehmen und Institutionen nennen, können wir gezielt und flexibel umsetzen. Das ist ein entscheidendes Plus! Aus der Kenntnis des konkreten Bedarfs ergibt sich das Konzept des Gesamt-Events: Die Akteure werden durch die vielfältigen Möglichkeiten dabei unterstützt, zukünftig stärker als Teamplayer die Herausforderungen der Medizintechnikbranche zu meistern. Dazu gehört das Finden passender Technologiepartner, der Input zu Markt- und Innovations-Trends, die Beratung durch kompetente Experten und ganz besonders der Austausch untereinander.

Stein: Dass wir auf unsere Kunden hören und flexibel reagieren können, ist aus meiner Sicht ein klares Plus. Und zur Veranstaltung: Es ist die Kombination aus Fachmesse für Zulieferer- und Herstellerbereiche der Medizintechnik, international renommiertem Kongress mit attraktivem Vortragsprogramm und Partnering Event, bei dem alle eingeladen sind, effizient und zielgerichtet Termine mit interessanten Gesprächspartnern zu machen.

Für uns ist das Netzwerken, das Vernetzen von Menschen ganz wichtig: ob im Gespräch mit Referenten und Teilnehmern im Kongress, beim Partnering, bei den Abendveranstaltungen, im Fach-Forum der Messe oder beim gemeinsamen Mittagessen. Wir bringen Menschen zusammen, die die gesamte Wertschöpfungskette der Medizintechnik repräsentieren. Vom Sensorproduzenten oder Softwarehersteller über den OEM bis hin zum Anwender. Zulieferer finden ihre Kunden unter den Besuchern, und Hersteller oder Anwender finden Lösungen bei den Ausstellern. Die MT-Connect und der Medtech Summit zeigen nicht nur das, was heute schon auf dem Markt ist, sondern werfen auch einen Blick in die Zukunft. Beim Innovation Market Place bieten wir Zukunftstechnologien und -dienstleistungen eine Plattform.

Wie wird sich das in Zahlen widerspiegeln? Wie viele Aussteller und Besucher erwarten Sie zur Messe und zum Kongress?

Stein: Wir wollen stetig und organisch wachsen. Wenn die Teilnehmer von MT-Connect und Medtech Summit zufrieden sind und uns weiterempfehlen, dann haben wir unser Ziel erreicht – und dafür nehmen wir uns die Zeit. Wir sorgen für erfolgreiche Geschäftskontakte und in der Folge wird das Veranstaltungsduo aus Medtech Summit und MT-Connect von zufriedenen Teilnehmern weiterempfohlen. (Anm. d. Red.: 2017 haben sich knapp 200 Aussteller und rund 2.000 Besucher auf der MT-Connect eingefunden.)

Schier: Der Medtech Summit ist über die Jahre zu einem der führenden Medizintechnik-Kongresse in Europa geworden, weil es immer darum ging „den besten“ Kongress zu organisieren. Das wird auch für die Zukunft gelten.

Was sind 2018 die dominierenden Themen auf der Messe und dem Kongress?

Stein: Die Messethemen geben natürlich die Aussteller vor. Der inhaltliche Schwerpunkt lag im vergangenen Jahr bei Elektrotechnik und Elektronik. Das wird sich sicherlich so fortsetzen. Aber klar ist auch, dass Themen wie die neue Medical Device Regulation (MDR), die die Hersteller deutlich unter Druck setzt, eine Rolle spielen werden. Insgesamt ist die Digitalisierung eines der großen Branchenthemen, dem wir Raum geben. Wir sehen auch großen Bedarf beim Thema IT-Security. Die Absicherung von Daten und Netzinfrastruktur, der Schutz vor Attacken wie Hackerangriffen, Schadsoftware oder Viren hat hohe Priorität. Der Fachverband Medizintechnik im ZVEI, der BV-Med und als jüngster Kooperationspartner Bitkom begleiten dieses Thema aktiv und bringen sich engagiert in die inhaltliche Planung ein.

Schier: Die Kongress-Themen werden im Jahr 2018 zwei unterschiedliche Aspekte beleuchten: Ein Strang wird aktuelle Trends und Ergebnisse bei technologischen Innovationen und medizintechnischen Anwendungen thematisieren. Implantattechnologien, Neurostimulation und Connected Health sind einige Beispiele dafür. Ganz neu in diesem Bereich ist das Thema Frugale Innovationen, also Lösungen, die besonders einfach und kostengünstig eingesetzt werden können. Der zweite Themenbereich deckt die unterschiedlichen Aspekte des Innovationsprozesses ab: Design, Patentierung, aber auch Zulassung und Erstattung spielen hier eine Rolle. Den neuen Regelwerken MDR und IVDR widmen wir im Kongress eine eigene Session. Was müssen Hersteller beachten? Antworten auf diese Frage sollen genauso gefunden werden, wie auf die Frage, wie es mit den Themen klinische Bewertung und klinische Prüfung weitergeht.

Wer steht als Aussteller beziehungsweise Vortragender stellvertretend für diese Trendthemen?

Schier: Über das Thema Design & Usability in der Medizintechnik wird Prof. Fritz Frenkler, TUM, Lehrstuhls für Industrial Design, München einen Einführungsvortrag geben. Ein wichtiges Thema, denn medizintechnische Geräte müssen bei Diagnose, OP oder Therapie vielfältigen Herausforderungen gerecht werden.

– Dr. Carsten Thierfelder von der Siemens Healthcare GmbH informiert über Frugale Geschäftsmodelle. Marktpotenziale bieten aufstrebende Entwicklungs- und Schwellenländer wie auch Industrieländer mit neuen Kundensegmenten. Die Refinanzierung neuer Medizintechnikprodukte ist ein entscheidender Faktor für kommende Innovationen.

– Andreas Bätzel, Fachreferent Gesundheitsmarkt/Medizintechnik vom ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. wird den Zugang ins deutsche Erstattungssystem erklären: Hierbei geht es unter anderem um Health Technology Assessment (HTA) oder die Übernahme von Innovationen in den Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA).

– Ein wichtiges Thema ist auch die Kooperation zwischen Herstellern und Zulieferern: Für den gemeinsamen Erfolg spielt deren enge Zusammenarbeit eine entscheidende Rolle.

– Über die erfolgreiche Kooperation mit EMS-Dienstleistern berichtet Hubert Kraus, stellvertretender Entwicklungsleiter der Zollner Elektronik AG.

– Aber auch das IP-Management in Medizintechnikunternehmen wird beleuchtet, denn gerade im innovativen Bereich der Medizintechnik sind Markt- und Wettbewerberüberwachung wichtig.

Stein: Viele unserer Aussteller beschäftigen sich in ihren Produkten und Prozessen mit dem Thema Digitalisierung. Ausgewiesenes IT-Know-how bieten auf der MT-Connect Zulieferer wie Sepp.Med, Infoteam Software oder ITK Engineering, um nur eine kleine Auswahl der derzeit bestätigten Aussteller aus diesem Bereich zu nennen. Viele fokussieren bei ihren aktuellen Lösungen auch auf Sicherheitsaspekte. Wir haben zudem Institute wie das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) an Bord, die das Thema vorantreiben und mit dem Bitkom bringt sich der Digitalverband Nummer eins inhaltlich in Messe und Kongress ein. Im Innovation Market Place finden Besucher gebündelt Start-ups und Dienstleister mit Top-IT-Know-how.

Die Medizintechnik-Metropolregion Nürnberg/Erlangen ist geprägt von Siemens Healthineers. Welche Rolle spielt dieser Branchenriese auf dem Event?

Stein: Die Branche ist auch in der Metropolregion Nürnberg durchaus mittelständisch geprägt. Es sind die Mittelständler, die die Innovationen hervorbringen, neue Konzepte entwickeln und spannende Komponenten realisieren. Siemens Healthineers begleitet uns bei der Entwicklung der Veranstaltung von Anfang an sehr eng – mit viel Know-how im Expertenbeirat zur MT-Connect. Als Aussteller ist uns Healthineers genauso wichtig und wertvoll wie jeder andere auch.

Schier: Die Verbindung zu Siemens Healthineers zeigt sich an vielen Stellen – über Forschungsvorhaben, die im Kongress ihren Platz haben, durch enge Vernetzung mit den Akteuren auf dem Innovation Market Place und an vielen anderen Stellen.

Welche weiteren Highlights warten auf die Messebesucher und Kongressteilnehmer?

Stein: Innovationen und Partnering werden auf der MT-Connect mehr Raum bekommen: Der Innovation Market Place wird nicht mehr nur vom Medical Valley unterstützt, sondern erhält mit EIT Health und dem German Accelerator Program weitere überaus prominente Unterstützer.

Schier: Am zweiten Veranstaltungstag diskutieren Vertreter aus Politik und Unternehmen, von Leistungserbringern und Kostenträgern im Rahmen des vom Bayerischen Wirtschafts- und Gesundheitsministerium initiierten Medtech.Dialog.Bayern über zukünftige Chancen und Risiken für die Branche. Im Rahmen des Medtech Summit fand 2017 die Kick-off-Veranstaltung statt. Die vier Arbeitsgruppen, die sich seitdem regelmäßig treffen, berichten über ihre Ergebnisse, beschreiben Lösungsansätze für die drängendsten Herausforderungen und geben Handlungsempfehlungen für die Politik und die gesamte Branche.

Ende 2017 haben Sie über Unterstützung durch den BV-Med berichtet. Wie sieht diese konkret aus?

Stein: Der BV-Med bringt sich im Expertenbeirat zur MT-Connect ein und bereichert inhaltlich den Medtech Summit.

Schier: Für das Kongressprogramm hat der BV-Med zwei Vortrags-Sessions inhaltlich gestaltet und Referenten dafür akquiriert. Es handelt sich um die folgenden wichtigen Themen:

– MDR und IVDR: Was müssen Hersteller beachten?

– Klinische Bewertung und klinische Prüfung: Wie geht es weiter?

Dieser Themenbereich ist für alle Akteure der Branche sehr wichtig und hochaktuell – ganz besonders natürlich für die Hersteller von Medizinprodukten. Deshalb war es naheliegend, dass sich dieser Themenbereich für die Kooperation mit dem Branchenverband hervorragend eignet.

Wie steht es um die Kooperation mit Bitkom?

Stein: Der Schutz von Patientendaten und die Sicherheit von medizinischen Geräten ist ein Thema, das immer wichtiger wird. Dabei geht es um IT-Sicherheit, die vom Komponentenhersteller über den OEM bis zum Anwender in der Klinik auf höchstem Niveau sichergestellt werden muss. Wenn wir an Zukunftsthemen wie der elektronischen Patientenakte, auf die auch der Patient von seinem Allerwelts-Smartphone zugreifen kann, oder digitale Rezepte und Anbindung der Kostenträger denken, wird klar, dass hier jede Menge Aufgaben auf die Industrie zukommen. Genau diese Entwicklung begleitet Bitkom – federführend mit einem eigenen Slot im Messeforum für Vorträge zu Themen der Digitalisierung und einer Podiumsdiskussion.

Schier: Der Verband Bitkom unterstützt uns im Kongress bei der Konzeption der Vortragsreihe Connected Health und wird dort einen Vortrag zu den Herausforderungen für eine digitale Infrastruktur halten.

Wie können Messebesucher auch am Kongress teilnehmen und umgekehrt?

Schier: Messebesucher können sich über die Website bequem ihr Konngress- und Partneringticket dazubuchen. Teilnehmer die bereits das All-in-One-Ticket für den Medtech Summit buchen, haben damit automatisch Zugang zur Messe MT-Connect.

Zum Abschluss ein Ausblick auf Messe und Kongress im Jahr 2019: Wird es dann erneut eine Terminkollision mit der Medtec Europe geben?

Stein: Wir werden uns auch 2019 bei der Terminplanung von unseren Kunden, also den Ausstellern und Besuchern leiten lassen. Klar ist aber auch, dass wir Kontinuität in der Terminplanung brauchen, um die MT-Connect und den Medtech Summit für die nächsten Jahre fest in den Terminplänen der Forschungs- und Einkaufs- und Marketingabteilungen zu etablieren. Erwarten Sie also keine Überraschungen von unserer Seite. Wir bleiben im Frühjahr.

Schier: Unser größtes Augenmerk wird auch für das Event 2019 auf einem überzeugenden Gesamtkonzept und hochaktuellen sowie am Bedarf orientierten Themen liegen. Erste Ideen für konzeptionelle Weiterentwicklungen werden bereits diskutiert. Wenn die Akteure der Branche einen klaren Nutzen sehen, wird die Terminfrage nicht entscheidend sein.

Die Fragen stellte Peter Reinhardt.

Ergänzendes zum Thema
Dachzeile
Als Devicemed-Leser kostenlos auf die MT-Connect 2018

Leser von Devicemed können hier bis zum 12. April 2018 ein kostenloses Ticket für die MT-Connect 2018 einlösen. Nutzen Sie hierfür den Gutschein-Code „DeviceMed18“. Nach der Registrierung erhalten Sie Ihr elektronisches Ticket für den Zutritt zur Messe per E-Mail und können sich Ihr Ticket schon vor der Messe selbst ausdrucken.

Lesen Sie auch

Weitere Meldungen über Medizintechnik-Messen finden Sie in unserem Themenkanal Szene.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45090452)

Thomas Geiger / Nürnberg Messe; Nürnberg Messe; www.siemens.com/presse; Schäfer / Devicemed; Thomas Geiger / NuernbergMesse; Thomas Geiger / Nürnberg Messe ; Nürnberg Messe / Thomas Geiger; ; Fotografie Mauer / Medtech Pharma e.V.; Messe Düsseldorf; Devicemed; Axel Schmidt/ Siemens Healthineers AG; © ARNET·FOTO·GRAFIK, Christoph Arnet / Messe Luzern AG; Reichelt Chemietechnik; ©Marc/peshkova - stock.adobe.com / Cadera Design; DPMA; gemeinfrei; ©mari1408 - stock.adobe.com; Foba; DK Fixiersysteme; Deutsche Messe; Transline; ©hati - stock.adobe.com; Crate.io; Die Storyfactory / Devicemed; Andreas Jürgens, 2W; BV-Med; Erbe Elektromedizin; Hochschule Stralsund; NUS National University of Singapore; Fergal Coulter/ETH Zürich; Sanofi