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Chirurgie in der Praxis

Was erwarten Chirurgen von Ingenieuren – und umgekehrt?

| Redakteur: Peter Reinhardt

16 Medizintechnikvertreter sind am 12. und 13. Dezember am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München zum 4. Hands-on-Intensivkurs für Ingenieure zusammenkommen. Dort gab es viel zu hören und zu sehen, aber vor allem auch auszuprobieren.

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Teilnehmer, Referenten und Betreuer des 4. Hands-on-Intensivkurses für Ingenieure am 12. Dezember 2013.
Teilnehmer, Referenten und Betreuer des 4. Hands-on-Intensivkurses für Ingenieure am 12. Dezember 2013.
(Bild: MITI)

Der Chirurg als schillernde Lichtgestalt im Operationssaal, das war einmal. Prof. Dr. Hubertus Feußner von der Chirurgischen Klinik und Poliklinik am Klinikum rechts der Isar zeichnet den Teilnehmern gleich zu Kursbeginn ein anderes Bild: „Gefragt sind Teamplayer, die sich der Abhängigkeit von der Technik bewusst sind.“ Weitere Fortschritte in der Chirurgie seien nur möglich, wenn neue Werkzeuge und Verfahren von der Medizintechnik im weitesten Sinne zur Verfügung gestellt würden.

Mediziner und Ingenieure im Dialog

„Um die Entwicklung neuer diagnostischer und therapeutischer Konzepte zielgerichtet zu gestalten, ist ein intensiver Dialog zwischen den Chirurgen als Anwendern und den entwickelnden Ingenieuren mehr denn je erforderlich“, so Feußner. Doch dieser Austausch gestaltet sich in der Praxis häufig schwieriger, als gedacht. Denn Mediziner und Ingenieure leben in verschiedenen Berufswelten. Die unterschiedlichen Wissensdomänen zeichnen sich durch unterschiedliche Terminologien und methodische Ansätze aus.

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Praktische Übungen für Ingenieure

Um die Arbeit der Chirurgen besser verstehen zu können, hat die Forschungsgruppe für minimal-invasive interdisziplinäre therapeutische Intervention (MITI) des Klinikums rechts der Isar gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für biomedizinische Technik (DGBMT) im VDE zum Kurs Chirurgie in der Praxis eingeladen. Nach einer kurzen Einführung in die offene und minimal-invasive Chirurgie konnten sich die Teilnehmer in Kleingruppen an praktischen Übungen versuchen.

So wurden am laparoskopischen VR-Trainer (Virtual Reality) Gallenblasen entfernt und am endoskopischen VR-Trainer Kolo- und Gastroskopien durchgeführt. Auch an Trainingspuppen wurde der Umgang mit Laparoskopen und Endoskopen geübt. Gegenstände mussten beispielsweise aus Darm und Magen geborgen werden. Nicht zuletzt haben „ganz einfache“ Übungen wie das instrumentenunterstützte Anlegen von Knoten oder Ausschneiden von vorgegebenen Geometrien die Fingerfertigkeiten der Teilnehmer auf die Probe gestellt.

Zum Abschluss geht es in den OP

Wie geschickt Chirurgen in der Praxis mit ihren Instrumenten als verlängerten Händen umzugehen verstehen, konnten die Teilnehmer dann live im Operationssaal erleben. Für viele sicher ein eindrucksvolles Erlebnis, das den Blick für künftige Entwicklungen schärft. Der nächste Hands-on-Intensivkurs für Ingenieure findet am 8. und 9. Mai statt.

Kontakt:

Forschungsgruppe MITI - Minimal-invasive Interdisziplinäre Therapeutische Intervention

TUM Technische Universität München / Klinikum rechts der Isar

D-81675 München

www.miti.med.tum.de

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