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UCM Vorm Verpacken geht es ab in die (Medizinal-)Wanne!

| Autor / Redakteur: Doris Schulz / Kathrin Schäfer

Eine beschädigungsfreie Reinigung, bei der hohe partikuläre, filmische sowie mikrobiologische Anforderungen erfüllt werden – UCM konzipierte dafür eine Ultraschall-Feinreinigungsanlage, in der täglich über eine Million Dreh- und Rohrteile aus Edelstahl prozesssicher gereinigt und in einen Reinraum ausgegeben werden.

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Die Anlage von UCM ist an sechs Tagen der Woche rund um die Uhr in Betrieb. Pro Tag werden über eine Million Teile gereinigt. Die Reinigungsanlage verfügt über insgesamt 13 Stationen.
Die Anlage von UCM ist an sechs Tagen der Woche rund um die Uhr in Betrieb. Pro Tag werden über eine Million Teile gereinigt. Die Reinigungsanlage verfügt über insgesamt 13 Stationen.
(Bild: UCM )

Die Lake Region Medical GmbH entwickelt und fertigt Rohre, Rohrformteile und spanend hergestellte Komponenten aus Edelstahl und Sonderlegierungen. Bei einem Kunden aus der Medizintechnik und Pharmaindustrie wurde die Erhöhung der Reinigungskapazitäten für Drehteile und Rohre aus Edelstahl erforderlich. Diese Aufgabe lagerte man an Lake Region aus. Vorgabe war, dass die dafür zu beschaffende Anlage die Anforderungen hinsichtlich partikulärer, filmischer und antimikrobieller Sauberkeit erfüllt sowie eine beschädigungsfreie Reinigung der Teile gewährleistet. Eine Herausforderung stellten auch deren Abmessungen dar: Die Drehteile mit einem Durchmesser bis 10 mm weisen sehr feine Bohrungen auf. Bei den bis zu 60 mm langen Rohrteilen mit nur 0,4 mm Innendurchmesser müssen Verschmutzungen auch innen zuverlässig entfernt werden.

Investiert hat Lake Region in ein Ultraschall-Feinreinigungssystem der schweizerischen UCM AG, ein Unternehmen der Dürr Ecoclean-Gruppe. Das Reinigungssystem gewährleistet, dass die Sauberkeits- und Durchsatzanforderungen ebenso erfüllt werden wie die Ansprüche an die Prozessstabilitäts- und Chargendokumentation. „Bei der Erstellung der umfangreichen und detaillierten Unterlagen für die Qualifizierung und Validierung der Anlage hat uns UCM gut unterstützt. Außerdem ist die von unserem Kunden gewünschte Kompatibilität zum dort vorhandenen System gegeben“, berichtet Klaus Wisnewski, Development Engineer bei Lake Region Medical.

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Das Reinigungssystem verfügt über insgesamt 13 Stationen. Sie sind für die Prozessschritte Beladen, Reinigen und Spülen mit Ultraschallunterstützung, Warmluft- sowie Vakuumtrocknung mit Infrarot und Entladen ausgelegt. Die Reinigungs- und Spülschritte erfolgen mit VE- (vollentsalztem) Wasser. Die dafür angepasste VE-Wasseraufbereitungsanlage gehörte zum Lieferumfang. Um die Reinigung unter Reinraumbedingungen durchführen zu können, ist die Anlage gekapselt und die Einhausung mit entsprechenden Filtersystemen ausgestattet sowie drucküberwacht. Je nach Bauteil erfolgt die Reinigung als Schüttgut oder positionierte Ware. Die Werkstücke werden manuell in Trommeln beziehungsweise Körbe eingelegt und diese der Anlage automatisch zugeführt. „Für die teilespezifische Behandlung haben wir verschiedene Reinigungsabläufe definiert und diese in der Anlagensteuerung gespeichert“, erklärt Klaus Wisnewski. Die Programme sowie die Teile und Chargeninformationen werden über einen Barcode eingegeben. Erfasst werden dabei auch die Variante und Nummer des Reinigungsbehältnisses. Alle Programmabläufe und Prozessparameter sowie anlagentechnischen Funktionen, beispielsweise Zustand der Reinigungs- und Spülmedien, automatische Nachdosierung des Reinigers, individuelle Zeiteingaben, Temperaturen, Ultraschallfrequenz und -leistung, werden automatisch überwacht. Nach jedem Anlagendurchlauf erfolgt eine Auswertung über die Prozessdaten-Rückverfolgung und die Bewertung der gereinigten Teile. Die Daten jeder Charge werden außerdem protokolliert und als Dokument archiviert. Dies gewährleistet eine einwandfreie Rückverfolgbarkeit.

Reinigungsleistung, Prozess- dokumentation und Validierung

Nach der Programmauswahl läuft der Prozess vollautomatisch ab. Die Reinigungs- und Spülmedien werden von unten in die Wannen eingebracht, nach oben transportiert und laufen dann an allen Seiten über. Der von UCM entwickelte Vierseitenüberlauf sorgt dafür, dass entfernte Verunreinigungen sofort aus den Becken ausgetragen werden. Dies verhindert eine Rückkontamination der Teile beim Herausheben sowie die Bildung von Schmutznestern in den Becken. Gleichzeitig trägt diese Art der Medienführung zu einer gleichmäßigen Behandlung des Schüttguts bei. Ein weiteres Detail, das die prozesssichere Reinigung unterstützt, sind die so genannten Medizinalwannen sowie die spezielle Verrohrung. Die Gestaltung dieser Anlagenkomponenten wirkt einer Keimbildung entgegen. Darüber hinaus findet über ein eigens dafür definiertes Programm regelmäßig eine automatische Sanitisierung (Entkeimung) der gesamten Prozessbereiche statt.

Die Teile werden nach der Trocknung durch eine automatische Materialschleuse in einen Reinraum der GMP-Klasse D transportiert, dort entladen und verpackt. Die leeren Reinigungsbehältnisse und Transportgestelle gelangen über eine Fördereinrichtung wieder zur Beladeseite zurück.

Autorin: Doris Schulz ist freie Journalistin in Korntal.

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