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8. Compamed Frühjahrsforum

Über E-Health-Anwendungen, Informationstechnik und Wearables

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„Wearables“ für die Prävention

Besondere Mobilität versprechen auch tragbare Geräte („Wearables“), die teilweise direkt in die Kleidung integriert werden. „Wearables sind eine neue Gerätekategorie, die die Medizin von einem eher kurativen Ansatz auf einen präventiven Ansatz ändert“, kommentierte beim Compamed Frühjahrsforum Erik Jung vom Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM) die neue Ausrichtung. Dazu gehören verschiedene Projekte zur Erfassung und Überwachung von Vitalparametern, ob zuhause im Auto oder bei der Arbeit. Die technologischen Wurzeln dafür sind eine gut verfügbare miniaturisierte Sensorik, Energieversorgung und Kommunikation, ein verbessertes Data-Mining zur Extraktion von versteckten Informationen aus großen Datenmengen sowie Cloud Services, die überall und jederzeit Daten bereitstellen. Die technischen Voraussetzungen erfüllen inzwischen winzige Sensoren, flexible und dehnbare Substrate aus Silikon, Polyurethan, Polyimid oder Textilien, die großflächig Elektronikbaugruppen aufnehmen können, sowie miniaturisierte Verbindungstechnologien, energieeffiziente Kommunikationselektronik und hochdichte Energiespeicher, die sich unter anderem drahtlos aufladen lassen. „Menschen, die eine entsprechende Ausrüstung tragen, sind eine komplette Messstation“, sagt Fachmann Jung.

Die Ausrüstung verbirgt sich inzwischen immer häufiger in intelligenten Textilien, die unterschiedliche Parameter überwachen. Fasern als Grundlage von Textilien bringen ein breites Eigenschaftsspektrum mit, weil sie fest und steif, flexibel und dehnbar sein und verschiedene Oberflächen aufweisen können. „Wir versuchen, die Prozesskette vom Granulat über das Faserspinnen und die Fasermodifikation, die Textilproduktion und das Finishing bis zum Einbau und dem fertigen medizinischen Textil möglichst komplett abzubilden“, betont Dr. Christoph Monfeld, Bereichsleiter Life Science & Smart Textiles am Institut für Textilkunde der RWTH Aachen. Auf jeden Fall wird das Thema intelligente Textilien für medizinische Anwendungen in seinen vielseitigen Facetten bei der Compamed 2014 ebenso eine wichtige Rolle spielen wie ganz generell das zukunftsweisende Gebiet „Medizintechnik to go“.

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