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Fraunhofer Umsicht Studie: Wie Remanufacturing von Medizinprodukten hilft, das Klima zu schützen

Redakteur: Kristin Breunig

Kunststoffe sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Durch den langen Verbleib im Kreislauf, können die Produkte den Ressourcenverbrauch minimieren. Auch viele Medizinprodukte, die vom Hersteller lediglich für eine einmalige Verwendung zugelassen wurden, enthalten Kunststoffe, die wiederaufbereitet werden können. In einer Studie untersuchte Fraunhofer Umsicht im Auftrag des Medical Remanufacturing Unternehmens Vanguard welche positiven Umwelteinflüsse das Remanufacturing hätte.

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Die Studie des Fraunhofer Umsicht zeigt, dass das Medical Remanufacturing von medizinischen Einwegprodukten den CO2-Fußabdruck und den Ressourcenverbrauch senken kann.
Die Studie des Fraunhofer Umsicht zeigt, dass das Medical Remanufacturing von medizinischen Einwegprodukten den CO2-Fußabdruck und den Ressourcenverbrauch senken kann.
(Bild: Vanguard)

Eine Kreislaufwirtschaft oder Circular Economy soll es ermöglichen, weniger fossile Ressourcen zu entnehmen, Abfallprodukte und Emissionen zu minimieren, Produkte intelligent für ihre Wiederverwertung zu gestalten und damit End-of-Life Verluste zu reduzieren. Um aufzuzeigen, welche Umweltwirkungen die Herstellung von Produkten und Materialien haben, erstellt das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik Umsicht Ökobilanzierungen oder Life-Cycle-Assessments für Kunden aus unterschiedlichen Branchen. In der kürzlich veröffentlichte Studie im Auftrag von Vanguard verglich das Forschungsteam die Neuproduktion eines Elektrophysiologie-Katheters (Herzkatheters) mit einem wiederhergestellten Katheter – mittels des so genannten Medical Remanufacturing – insbesondere bezüglich ihrer Auswirkung auf die globale Erwärmung sowie deren Ressourcenverbrauch. Das Ergebnis: Medical Remanufacturing reduziert den CO2-Fußabdruck um über 50 Prozent und den Ressourcenverbrauch um über 28 Prozent.

„Unsere Studie hat gezeigt, dass das Medical Remanufacturing von medizinischen Einwegprodukten in beiden Kategorien – CO2-Fußabdruck und Ressourcenverbrauch – zu signifikanten Einsparungen führt im Vergleich zur Neuproduktion von Herzkathetern. Es ist ein tolles Beispiel, wie die Transformation hin zu einer Circular Economy gelingen kann“, erläutert Anna Schulte, Leiterin der Studie des Fraunhofer Umsicht. Die Studie zeigt weiterhin, dass die positiven Effekte mit der Anzahl der Wiederaufbereitungszyklen zunehmen. Unter der Annahme, dass es in Deutschland ein zirkuläres System gibt, in dem alle eingesammelten Katheter entsprechend dem analysierten Prozess aufbereitet werden, im Vergleich zu einem Prozess, in dem kein Katheter wiederhergestellt wird und unter zusätzlicher Annahme, dass es in Deutschland ca. 750.000 Herzkathetereingriffe im Jahr gibt, wurde eine Modellierung über mehrere Lebenszyklen vorgenommen. In dieser konnte Fraunhofer Umsicht abschätzen, dass ca. 450 t CO2-Equivalent jährlich in Deutschland eingespart werden könnten.

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Der Unterschied zwischen Recycling und Remanufacturing

Der wichtige Vorteil des Remanufacturing ist, dass im Gegensatz zum Recycling der Wert eines Produkts erhalten bleibt – sowohl ökonomisch als auch ökologisch. Das Produkt wird nach seiner Nutzung zu seinem höchst möglichen Wert und Nutzen im Kreislauf geführt, wohingegen beim Recycling nur der Wert des Materials erhalten bleibt. Ein recycelter Kunststoff weist beispielsweise eine andere Qualität auf.

Beim Remanufacturing geht es darum, das Produkt so aufzubereiten, dass es dieselben Qualitäten besitzt wie ein neu hergestelltes Produkt. Dies ist insbesondere für Kunststoffe im medizinischen Bereich relevant, da bei Medizinprodukten häufig Hochleistungspolymere verwendet werden, deren Eigenschaften im kommunalen Recycling nicht weiter berücksichtigt werden können. Ein wichtiger Prozessschritt hierbei ist die Gewährleistung der Produktsicherheit u. a. durch validierte Reinigungs- und Sterilisationsverfahren, sowie durch umfangreiche Funktionalitäts- und Hygieneprüfungen.

Die Studie ist in der wissenschaftlichen Zeitschrift „Sustainability“ erschienen.

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