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Stimmen und Hintergründe zum Börsengang von Siemens Healthineers

| Redakteur: Kathrin Schäfer

Mit seinem geplanten Börsengang hat Siemens Healthineers diese Woche einmal mehr für Schlagzeilen gesorgt. Wir fassen aktuelle Hintergründe und Einschätzungen für Sie zusammen.

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Der Begriff Healthineers ist eine Wortschöpfung aus den englischen Wörtern „health“, „pioneers“ und „engineers“. Systeme der Siemens-Healthcare-Sparte, wie Nexaris Therapy Suites, stehen für präzise Therapieverfahren dank direktem Zugang zu MR-, CT- und Angiographie- Bildgebung.
Der Begriff Healthineers ist eine Wortschöpfung aus den englischen Wörtern „health“, „pioneers“ und „engineers“. Systeme der Siemens-Healthcare-Sparte, wie Nexaris Therapy Suites, stehen für präzise Therapieverfahren dank direktem Zugang zu MR-, CT- und Angiographie- Bildgebung.
( Bild: www.siemens.com/press )
  • 7 Mrd. Euro Emissionsvolumen
  • Healthineers größter Gewinnbringer des Siemens-Konzerns
  • Umbau von Siemens zu einer Holding

Am Montag hat Siemens den Börsengang seiner Konzerntochter Siemens Healthineers angekündigt. Finanzportalen und einschlägigen Medien war dies allemal eine Meldung wert. Denn dieser Börsengang gilt als der zweitgrößte seit dem Börsengang der Deutschen Telekom 1996. Und der liegt immerhin schon mehr als 20 Jahre zurück.

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„Es wird spannend am deutschen Aktienmarkt!“, so die Einschätzung von Rolf Morrien auf dem Portal Finanztrends. Denn: Beobachter erwarteten ein Emissionsvolumen von zirka 7 Mrd. Euro, so Morrien. Für denkbar hält er, dass ein Streubesitz von 15 bis 20 Prozent angestrebt wird. Sein Fazit: „Damit wäre Healthineers nicht nur perspektivisch ein DAX-Kandidat, sondern der Healthineers-Börsengang wäre auch der bisher zweitgrößte in Deutschland.“ Mit einem Volumen von 10 Mrd. Euro ging die Telekom in den 1990er Jahren an die Börse.

Video von der Siemens-Hauptversammlung am 31. Januar 2018. Kapitalmarkt-Analyst Robert Halver beantwortet die Frage, ob es ein kluger Schritt ist, Siemens Healthineers an die Börse zu bringen.

Der Börsengang als Gratwanderung?

Nach Recherchen der Zeitung Die Welt wird Siemens Healthineers mit einer Milliarde Euro Grundkapital ausgestattet. Damit werde eine Grundlage zur Ausgabe zahlreicher Aktien geschaffen, heißt es dort weiter. Weil Healthineers in absoluten Zahlen der größte Gewinnbringer des Siemens-Konzerns sei, bezeichnet Die Welt den bevorstehenden Börsengang als eine Gratwanderung: „Nach den Planungen soll Healthineers künftig 50 bis 60 Prozent seines Gewinns als Dividende ausschütten, was die Muttergesellschaft gut gebrauchen kann.“ Das von Siemens Healthineers geplante Wachstum von jährlich drei bis fünf Prozent wird als extrem ambitioniert gesehen. Die genannten Umsatzrediten von 20 bis 22 Prozent bei bildgebenden Geräten forderten außerdem die großen Wettbewerber wie General Electric und Philips heraus.

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Nach Informationen von Spiegel Online rechnen Analysten von einem Marktwert von Siemens Healthineers von 30 bis 40 Mrd. Euro. Der Erlös gehe jedoch vollständig an den Mutterkonzern, weiß man beim Spiegel. Siemens Healthineers bekomme kein Geld. „Allerdings zahlt Siemens wohl zum Börsengang etwa die Hälfte der Schulden der Erlanger Tochter zurück, um dieser einen größeren Spielraum für Übernahmen zu geben. Healthineers kann künftig eigene Aktien verwenden, um Zukäufe zu finanzieren.“

Siemens Healthineers – der Name als Programm

Einen interessanten Aspekt wirft ein Artikel der Neuen Zürcher Zeitung auf: „In den 1990er Jahren wurde Siemens noch geraten, die schwächelnde Medizintechnik zu verkaufen“, schreibt dort Christoph Eisenring. Den Börsengang von Siemens Healthineers sieht man als Teil der Gesamtstrategie von Siemens-Chef Joe Kaeser. Dieser wolle den Siemens-Konzern zu einer Holding umbauen. Geschäftsbereiche mit einer größeren Autonomie als bislang sollten laut NZZ an diese Holding angehängt sein.

Mit einem Umsatz von 13,8 Mrd. Euro im Geschäftsjahr 2017 und einem bereinigten Profit von 2,5 Mrd. Euro zählt sich Siemens Healthineers zu den weltweit führenden Unternehmen im Gesundheitswesen. Der Name der Gesundheitssparte von Siemens ist übrigens noch jung. Bis Mai 2016 firmierte Siemens Healthineers unter Siemens Healthcare. Healthineers setzt sich aus den englischen Begriffen für Gesundheit (health), Pioniere (pioneers) und Ingenieure (engineers) zusammen. Im Rahmen einer Live-Show, die an die Produktpräsentationen des iPhone-Herstellers Apple erinnerte, hatte Bernd Montag, CEO von Siemens-Healthineers, den neuen Markennamen vor knapp zwei Jahren vorgestellt. Die Reaktionen der Siemens-Mitarbeiter, die an dem Event in Erlangen teilnahmen, wurden vielfach in sozialen Netzwerken geteilt und waren eher verhalten.

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