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Siemens-Tochter kauft für 1,1 Mrd. US-Dollar ein

| Redakteur: Kathrin Schäfer

Siemens Healthineers hat eine Übernahmevereinbarung mit Corindus Vascular Robotics, Inc. unterzeichnet, einem Spezialisten für robotergestützte Gefäßinterventionen. Laut Handelsblatt ist dies die erste große Übernahme seit dem Börsengang der Siemens-Tochter im März 2018.

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Siemens Healtineers erwirbt die US-amerikanische Corindus Inc. mit Sitz in Massachusetts. Die Transaktion wird voraussichtlich zum Ende des Kalenderjahres 2019 abgeschlossen sein.
Siemens Healtineers erwirbt die US-amerikanische Corindus Inc. mit Sitz in Massachusetts. Die Transaktion wird voraussichtlich zum Ende des Kalenderjahres 2019 abgeschlossen sein.
(Bild: Axel Schmidt/ Siemens Healthineers AG)
  • Erweiterung des Advanced Therapies-Geschäfts von Siemens Healthineers
  • Siemens Healthineers kombiniert kardiovaskuläre und neuro-interventionale Therapiesysteme mit Corindus-Technologie zur Verfahrensoptimierung für bildgestützte minimal-invasive Therapien

„Mit dieser Akquisition erschließen wir ein neues Gebiet für unser Geschäft mit bildgestützten Therapien. Zusammen mit unserem starken Portfolio in der Bildgebung, Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz schaffen wir erhebliche Synergien, um Therapieergebnisse zu verbessern. Mit Corindus ist Siemens Healthineers hervorragend positioniert, um als einer der führenden Anbieter im Bereich der robotergestützten Gefäßinterventionen zu agieren und minimal-invasive Prozeduren präziser, schneller und effektiver durchzuführen“, kommentierte Bernd Montag, Vorstandsvorsitzender der Siemens Healthineers AG.

Im Rahmen der Vereinbarung wird Siemens Healthineers alle vollständig verwässerten Corindus-Aktien für 4,28 US-Dollar pro Aktie in bar oder 1,1 Mrd. US-Dollar insgesamt erwerben. Die Transaktion wird voraussichtlich zum Ende des Kalenderjahres 2019 abgeschlossen sein, vorbehaltlich der Zustimmung der Aktionäre von Corindus, des Erhalts der behördlichen Genehmigungen und anderer üblicher Abschlussbedingungen. Der Corindus-Vorstand unterstützt den Übernahmeantrag uneingeschränkt. Corindus hat seinen Firmensitz in Waltham, Boston, Massachusetts, und beschäftigt derzeit rund 100 Mitarbeiter.

Den Klinikalltag vereinfachen

Corindus entwickelt, produziert und vertreibt robotergestützte Systeme für minimal-invasive Prozeduren. Mit diesen Systemen können Ärzte Führungskatheter, Führungsdrähte, Ballon- oder Stent-Implantate mit Hilfe integrierter Bildgebung präzise steuern. Dafür muss der Arzt nicht wie sonst üblich direkt am Angiographie-Tisch stehen, sondern er kann die Prozedur über ein separates Kontrollmodul steuern und ist damit weniger Strahlung ausgesetzt. Corindus ist derzeit eines der führenden Unternehmen, das eine robotergestützte Behandlungsplattform für die gefäßtherapeutischen Hauptmärkte anbietet – das heißt für koronare, peripher vaskuläre und neurovaskuläre Gefäßinterventionen. So sind beispielsweise Herzkrankheiten die häufigste Todesursache in den USA. Jährlich werden weltweit mehr als vier Millionen perkutane Koronarinterventionen durchgeführt.

Die Akquisition von Corindus hat das Ziel, heutige Herausforderungen im Klinikalltag zu vereinfachen. Robotergestützte minimal-invasive Verfahren haben das Potenzial, Behandlungszeiten zu reduzieren, die Präzision während der Behandlung zu erhöhen, die Standardisierung von klinischen Prozeduren zu steigern und damit letztlich die klinischen Ergebnisse zu verbessern. Dies ist die strategische Ausrichtung des Geschäftsfelds Advanced Therapies.

„Das Zusammenspiel von exakter Bildgebung und robotergestützten Eingriffen wird, metaphorisch gesprochen, sowohl die Augen als auch die Hände des Arztes verbessern. Mit der Ergänzung unseres starken Therapieportfolios durch Corindus schärfen wir unseren prozeduralen Fokus und werden durch den Ausbau der Präzisionsmedizin und die Verbesserung der klinischen Ergebnisse weiter wachsen. In Zukunft können unsere digitalen und KI-basierten Instrumente dazu beitragen, die Aspekte der Bildführung und -therapie noch stärker zu integrieren“, sagte Michel Therin, President Advanced Therapies bei Siemens Healthineers.

Die robotergestützte Fernbehandlung bei Gefäßinterventionen vorantreiben

Die Cor-Path-Systeme von Corindus werden zusammen mit Angiographie-Systemen eingesetzt, die Siemens Healthineers vertreibt. Die Siemens-Healthineers-Produkte ermöglichen eine minimal-invasive Behandlung durch den Einsatz hochwertiger Bildgebung vor und während medizinischer Eingriffe. Die Vorreiterrolle auf dem Gebiet der bildgestützten, minimal-invasiven Verfahren wird jetzt ergänzt durch robotergestützte Präzisionsmedizin. Diese Erweiterung stärkt die Bedeutung von Siemens Healthineers in der Therapie und festigt die Rolle als einer der führenden Anbieter von Lösungen entlang des gesamten Behandlungspfades. Damit ist die Akquisition von Corindus eine strategisch sinnvolle Erweiterung des Therapiegeschäfts von Siemens Healthineers.

Die zukünftige Integration der Siemens Healthineers Digitalisierungs- und Künstlicher Intelligenz-Lösungen mit den robotergestützten Systemen von Corindus bietet weitere vielversprechende Möglichkeiten. So ist das Ziel die Verfahrensoptimierung weiter zu steigern, um für ein größtmögliches Maß an Effizienz und klinischer Reproduzierbarkeit zu sorgen. Zusätzlich treibt Corindus die Zulassung für robotergestützte Fernbehandlung bei Gefäßinterventionen voran. Durch die in vielen Regionen begrenzte Verfügbarkeit von Spezialisten für minimal-invasive Prozeduren und die limitierte Anzahl an entsprechenden klinischen Einrichtungen könnte die Fernbehandlung in Zukunft den Zugang von Patienten zu Therapien erheblich verbessern.

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