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Medical Cluster / Swiss Medtech Day

Schweizer Medizintechnik soll als Silicon Valley auf dem Mond landen

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Auch Claude Clément, CTO des Wyss Center für Bio und Neuro Engineering in Genf, plädiert für den Innovationsstandort Schweiz. Er schilderte anhand von Beispielen die Anfänge und Errungenschaften der Schweizer Medtech. Vom Hydrocephalus-Ventil bis zum Herzschrittmacher hat sie vielerorts ihre Wurzeln in der von Hugenotten mitbegründeten Uhrenindustrie. Beispielsweise basiert die Medikamenten-Pumpe auf der Swatch-Technologie. Auch stellt die Schweizer Medizintechnik Pioniere auf dem Gebiet der Mikrosystemtechnik (MEMS).

Medtech-Landung auf dem Mond

Laut Clément sind Automatisation und Swiss Made neben vielen anderen Gründen zwei Schweizer Prädikate, die für höchste Qualität bürgen und den Standort attraktiv machen. „Die Vergangenheit hat uns gelehrt, dank der Kombination von Technologien selbst mit kleinen Volumen erfolgreich zu sein. Und in der Schweiz gibt es noch Platz für mehr Success Stories“, erklärte er. Als Summe vieler Nischenmärkte böte die Medizintechnik vorwiegend kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) Entfaltungsraum. Trotz aller Vorteile sei es jedoch durchaus schwierig, Geschäfte zu machen. Oft fehle das Geld – vor allem für Start-ups – und die Zeit für Entwicklungen. Doch sogar Barrieren wie die vielen regulatorischen Auflagen generierten neue Möglichkeiten. „Wir müssen den Jungen in der Schweiz vermitteln, dass die Medizintechnik hochinnovativ und vielfältig ist und Traumjobs bietet. Dabei gilt es, noch kreativer zu werden und neue Ideen zu entwickeln, um uns von den Anderen abzuheben. Schließlich wollen wir eine Medtech-Landung auf dem Mond machen.“

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Für Marcel Aeschlimann von Creaholic ist die Schweizer Medtech-Industrie bereits als erste auf dem Mond gelandet. Nicht mehr innovativ zu sein, sei daher tödlich. Andererseits könnten die Innovationsbemühungen vor allem für Start-ups noch vor Erreichen des Break Evens im so genannte Valley of Death enden“, erklärte er ein Paradoxon. Für ihn sind daher nicht Benchmarks die Messlatte. Vielmehr sollten Unternehmen ausschließlich nach dem Besten streben.

Wird die Schweizer Medizintechnik bald wie die Pharmaindustrie reguliert?

Karoline Mathys Badertscher, Leiterin Bereich Marktüberwachung des Schweizer Heilmittelinstituts Swissmedic, zog auf dem Swiss Medtech Day Parallelen zur Pharmaindustrie, wo nationale Zulassungen bereits seit 100 Jahren erfolgen, aber mittlerweile eindeutig überreguliert seien. „Zwar wird die Medizintechnik beim Marktzugang erst seit 20 Jahren überwacht und noch spielen die Behörden eine geringere Rolle“, erklärte sie, „doch wurden die Kontrollen vor allem seit dem PIP-Brustimplantate-Skandal verstärkt.“ Unter anderem werde mit der verschärften Überwachung der Konformitätsbewertungsstellen laut Mathys das System gestärkt, was sich zugunsten des Patientenwohls auswirke.

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