Klinik Bad Windsheim Revolutionäre Knieimplantate aus dem 3D-Drucker
Implantate aus dem 3D-Drucker sind in aller Munde. Doch mitunter scheint es, als würde mehr geredet als implantiert. In der Klinik Bad Windsheim ist dem nicht so. Hier bekommen Patienten tatsächlich revolutionäre Knieimplantate.
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Ununterbrochen starke Schmerzen, kaum noch Lebensqualität: Immer mehr Menschen leiden an Erkrankungen der Kniegelenke. Wirken konservative und gelenkerhaltende Behandlungen wie Physiotherapie, Muskelaufbautraining, physikalische Therapie oder Medikamente nicht mehr, kann ein künstliches Kniegelenk Arthrose-Patienten zu neuer Lebensqualität verhelfen. Wie natürlich sich jedoch das künstliche Knie im eigenen Körper anfühlt, hängt maßgeblich von der Art des Implantats ab. In der Klinik Bad Windsheim gibt es jetzt Medizin einer neuen Dimension: Hier kommen „ausgedruckte“ Knieimplantate zum Einsatz, die individuell auf die Anatomie jedes Patienten abgestimmt sind.
Knieersatz wird bereits vor der OP maßgenau angepasst
„Diese neue Technik ist revolutionär“, sagt Dr. Mathias Bender, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie. „Neu ist, dass bei den patientenindividuellen Prothesen das Knieimplantat genau an den Knochen angepasst wird – nicht umgekehrt.“ Die Bilder aus dem CT werden per Internet nach Boston (USA) geschickt, wo ein Computer die perfekte, individuelle Knie-Prothese für den Patienten errechnet.
Mikroproduktion
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Innerhalb von 24 Stunden druckt ein 700.000 Euro teurer 3D-Drucker das neue Knie aus Nylon-Verbundstoff mit den passenden Schnittschablonen für die Operation aus. Fünf Wochen nach der ersten Diagnose liegt das ausgedruckte Knie-Set vor. Dies umfasst 15 Teile inklusive Instrumente und Probegelenk.
Beuth-Kommentar
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Das neue die Kniegelenk ganz natürlich ausrichten
„Neben dem individuellen Instrumentarium ist ein weiterer Vorteil, dass man bei der computergestützten Anfertigung dieser patientenindividuellen Knieimplantate auch die mechanische Beziehung zur Hüfte und zum Sprunggelenk mit einbezieht. Dadurch kann ich die Kniegelenke ganz natürlich ausrichten und erziele eine bessere Funktion“, erklärt Dr. Bender. 3.600 Euro kostet die neue 3D-Prothese, etwa 8.000 Euro die Operation. Das sind zwar rund 1.000 Euro mehr als eine herkömmliche Operation, die aber von einigen Vorteilen für die Patienten aufgewogen werden: kürzere Operationszeit, schnellere Bewegungsfähigkeit und weniger Schmerzen dank der deutlich geringeren Knochenresektion während der OP. Erfunden wurde das Verfahren übrigens von einem Radiologen aus dem Ruhrgebiet: Prof. Dr. Philipp Lang, früher tätig am St. Josefs-Hospital in Bochum, hat die Technik an der Harvard-Universität entwickelt.
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