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Neuartiges Verfahren zur Reinheitsvalidierung
Das neuartige Sauberkeitsmessgerät VIDAM nutzt das Prinzip der sogenannten vakuuminduzierten Desorption. Chemische beziehungsweise filmische Kontaminationen können sich im Vakuum von der Bauteiloberfläche lösen und durch geeignete Messtechnik detektiert werden. Dies ermöglicht sowohl qualitative als auch quantitative Ergebnisse. Verunreinigungen werden integral, das heißt auf der gesamten Oberfläche sowohl einzelner Produkte als auch ganzer Baugruppen oder Produktchargen beliebiger Geometrie zerstörungsfrei nachgewiesen. VIDAM-Geräte nutzen dieses Messverfahren, um vollautomatisch die Produktsauberkeit zu prüfen und zu bewerten, ohne dass dafür ein Spezialist erforderlich wäre.
Als Messgrößen liefert VIDAM Anwendern die Menge der auf der Oberfläche befindlichen Kontamination in Gramm beziehungsweise bezogen auf die Bauteiloberfläche in g/cm², was die Festlegung zweckmäßiger Grenzwerte ermöglicht. Weiterhin können durch das spektrale Messverfahren Kontaminationen eindeutig identifiziert und ihren Ursachen wie Rückständen von Fertigungshilfs- oder Reinigungsmitteln zugeordnet werden, was eine wesentliche Voraussetzung zur Optimierung der Reinigung ist.
Reinigungsoptimierung und -validierung von Kanülen
Die minimale Nachweisgrenze von 0,3 ng/cm² für organische Stoffe ermöglicht die Detektion kleinster Mengen von Kontaminationen auf medizintechnischen Produkten. Die obere Messgrenze liegt dagegen über dem, was in Fachkreisen im Allgemeinen als öl- & fettfrei bezeichnet wird. Somit kann VIDAM flexibel in vorhandene Produktionsketten oder Aufbereitungskreisläufe integriert werden. Sowohl die Kammergröße, die Taktzeiten, der Produktdurchsatz als auch die Nachweisgrenze können auf die jeweiligen Messaufgaben der Anwender abgestimmt werden. Typische Anwendungsfälle für VIDAM-Messungen sind, neben der Validierung, Verifizierung und Optimierung von Reinigungsprozessen, die Prüfung der Wirksamkeit von Reinigungsmitteln für spezifische Fertigungshilfsmittel sowie die Prüfung und Sicherstellung der Produktsauberkeit.
Auch bei der Aufbereitung von Medizinprodukten kann das Verfahren eingesetzt werden. Als ein Anwendungsfall sei eine Augenarztpraxis genannt, die bei Patienten vermehrt Entzündungen nach Untersuchungen mit in-house gereinigten Kanülen feststellen musste. Es bestand die Vermutung, dass in den Kanülen Reste des alkalischen Reinigers zurückbleiben. Deshalb wurden die gereinigten Kanülen und der Reiniger mittels VIDAM gemessen. Ergebnis: Nach der Reinigung waren noch 20,5 µg organische Verunreinigungen pro Bauteil nachweisbar.
Durch den Vergleich der Signatur des Restschmutzes mit dem Reiniger konnte der Reiniger als Kontamination ausgeschlossen werden. Die hohe Menge an Restschmutz nach der Reinigung wies allerdings darauf hin, dass der Reiniger für die Entfernung der vorhandenen Kontaminationen nicht geeignet war. Nach einer Anpassung des Reinigungsmittels konnte das Reinigungsergebnis entscheidend verbessert werden. Die Augenarztpraxis konnte ihre Reinigungsprozesse validieren und den Sauberkeitszustand ihrer Produkte nachweisen.
Der Autor: Marcel Kleßen ist Gruppenleiter VIDAM bei der Vacom Vakuum Komponenten & Messtechnik GmbH.
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