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GEA Querbahnetikettierer für sehr kleine Etiketten

Redakteur: Peter Reinhardt

Bis vor kurzem konnten Etiketten nur bis zu einem Format von 30 x 30 mm auf Verpackungen appliziert werden. Das hat einem amerikanischen Hersteller medizintechnischer Produkte nicht gereicht. Er wollte bedeutend kleinere Etiketten von 10 x 10 mm einzeln auf seine Verpackungen aufbringen.

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Querbahnetikettierer: Dank einer Weiterentwicklung von GEA Tiromat können nun auch kleine Etiketten im Format 10 x 10 mm appliziert werden.
Querbahnetikettierer: Dank einer Weiterentwicklung von GEA Tiromat können nun auch kleine Etiketten im Format 10 x 10 mm appliziert werden.
(Bild: GEA Tiromat)

In der Medizintechnik gibt es viele Verpackungsformate. Was sie eint, ist, dass ihre Inhalte jederzeit nachvollziehbar gekennzeichnet sein müssen. Eine Weiterentwicklung der Querbahnetikettierer GEA Tiro-Label erlaubt nun, besonders kleine Etiketten passgenau und schnell aufzubringen. Als Spezialist für integrierte Etikettier- und Drucklösungen hat GEA Tiromat Packaging dafür Verpackungsmaschine und Produktkennzeichnung genau aufeinander abgestimmt. Den Anstoß für diese Entwicklung hat die amerikanische C.R. Bard Medical Division gegeben. Das Unternehmen entwickelt und fertigt Produkte für die Bereiche Gefäßerkrankung, Urologie, Onkologie und chirurgische Spezialprodukte.

60 Millionen Katheter pro Jahr etikettieren

Allein im Bereich der Katheter werden zurzeit bis zu 60 Millionen Stück jährlich verpackt. Tendenz steigend. Um das Thema Rückverfolgbarkeit noch besser abzudecken, den steigenden Anforderungen der Kunden und der strengen amerikanischen Gesetzgebung zu begegnen, hat sich das Unternehmen deshalb entschlossen, das Thema Etikettendruck zu forcieren und in diese Anlage zu investieren. Der Validierungsprozess wird Anfang nächsten Jahres abgeschlossen sein.

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Mit dem Tiro-Label-Etikettierer eröffnen sich Anwendern alle Möglichkeiten moderner Produktkennzeichnung. Ganz gleich ob Ober- oder Unterseite, mit oder quer zur Laufrichtung: Der Tiro-Label etikettiert selbst aufwändige Verpackungen mehrspurig und millimetergenau, sogar bei 200 Etiketten in der Minute. Für jede Aufgabe und jeden Untergrund steht die passende Etikettier-/Drucklösung zur Verfügung. Kunden haben die Wahl zwischen Inkjet-, Thermotransfer-, Heißpräge- oder Rotationsdrucksystemen, die auf die jeweilige Anwendung ausgelegt werden – allein oder in einer Kombination.

Eine spezielle Andrückvorrichtung garantiert Genauigkeit, sodass sich alle Etikettierer dieser Familie durch gleichbleibende exakte Positionierung auszeichnen. Die zudem packungsschonende Platzierung der Etiketten wird durch eine große Anzahl gefederter Stifte in der Absetzeinheit gewährleistet. Das Prinzip passt sich jeder Oberfläche an, sodass Etiketten schnell und sicher aufgebracht werden können.

Aufgrund jener Andrückeinheiten konnten bis vor kurzem nur Etiketten im Format von 30 x 30 mm appliziert werden. Das hat den Verantwortlichen bei C.R. Bard nicht gereicht. Sie wollen bedeutend kleinere Etiketten im Format 10 x 10 mm einzeln auf ihre Verpackungen aufbringen – nicht zuletzt aus Gründen der Effizienz und Wirtschaftlichkeit im Kennzeichnungsalltag und bei der Beschaffung. Da es sich wie in der Medizintechnik in der Regel üblich um sehr kleine Verpackungsgrößen handelt, kam aus Platzgründen nur eine Inline-Etikettierlösung infrage.

Servotechnik ist zugleich schnell und präzise

Bei der Entwicklung der Etikettierlösung hat sich GEA Tiromat auf zwei Bereiche konzentriert: die Verwendung bereits bewährter Komponenten und Servotechnik. In dem neuen Etikettiersystem sind Standard-Inline-Labeller verbaut, die mit verschiedenen Drucksystemen, wie Thermotransferdruckern, ausgestattet werden können. Sie spenden beim Thermoformen direkt nach dem Siegelprozess kontinuierlich in Echtzeit Einzeletiketten. Die damit definierte Lage der Verpackungen erleichtert die Etikettierung. Alle notwendigen Achsen sind mit Servoantrieben ausgestattet, die hohe Geschwindigkeit und Genauigkeit beim Positionieren vereinen. In Summe sind so über 20 Takte pro Minute möglich.

Im Querbahnetikettiersystem für den amerikanischen Anwender sind zwei Etikettiermaschinen aus dem Standardprogramm im Einsatz. Während die eine lediglich Funktionsetiketten aufbringt, ist in der anderen ein frei programmierbarer Thermotransferdrucker integriert, der die notwendigen Informationen aufbringt. Eine Auflösung von 300 dpi stellt die geforderte Druckqualität sicher.

Mehr Flexibilität beim Etikettieren und Beschriften

Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Flexibilität beim Etikettieren und Beschriften steigt. Es können jetzt besonders schmale Etiketten für kleine Verpackungsformate sicher und nachvollziehbar bedruckt werden. Dazu kommt die Schnelligkeit bei der Kennzeichnung, die ohne Stillstand erfolgt. Der Anwender kann jederzeit auf neue Anforderungen reagieren und inline die Etikettengestaltung verändern.

Nicht zuletzt reduziert der Einsatz bewährter Standardbauteile die Fehleranfälligkeit des Gesamtsystems. Es handelt sich um gängige, geprüfte Lösungen, die weltweit vielfach im Einsatz sind. Es sind darüber hinaus keine Ersatzteile vorzuhalten, die betriebswirtschaftliches Kapital unnötig binden. Die Etikettenlösung kann zudem jederzeit auf Verpackungsmaschinen anderer Hersteller aufgebaut werden. Erste Versuche mit noch kleineren Etikettenformaten laufen schon vielversprechend.

„Die GEA-Etikettierlösungen sind einfach zu integrieren und laufen vollkommen problemlos im Mehrschichtbetrieb. Wir haben keine Ausfälle zu beklagen“, ist Tom Roberts, Senior Staff Packaging Engineer bei C.R. Bard, zufrieden. Er ist sicher, dass der Bedarf an validierten Drucksystemen steigen wird. „Deshalb setzen wir schon heute auf diese Drucktechnik, um für die Anforderungen der Zukunft gerüstet zu sein.“

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