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Offene Standards im vernetzten Operationssaal

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Offene Standards helfen bei der Vernetzung

Eine herstellerunabhängige Vernetzung von Medizingeräten, sowohl untereinander als auch zu den klinischen IT-Systemen, kann nur auf der Basis offener Standards erfolgen. Daher werden aktuell die im Zuge des BMBF-Leuchtturmprojektes OR.NET entwickelten Lösungen vom VDE koordiniert im DKE AK 1000.8.3 sowie der IEEE 11073 Point-of-Care Devices Working Group standardisiert. Die Ergebnisse werden unverändert und zügig in das Europäische/Deutsche Normenwerk übernommen.

Um die beschriebenen Probleme in aktuellen OP-Sälen zu lösen, muss eine interoperable Vernetzung marktfähig werden. Interoperabilität bedeutet, dass die patientennahen Medizingeräte in der Lage sind, sich gegenseitig zu verstehen. Die untereinander ausgetauschten Daten und Befehle müssen korrekt und damit sicher interpretiert werden.

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Die grundlegende Interoperabilität für den Datenaustausch auf Transportebene wird durch das „Medical Devices Profile for Web Services“ (MDPWS) hergestellt. MDPWS beruht auf dem Standard „Devices Profile for Web Services“ (DPWS), der das Paradigma der Service-orientierten Architektur (SOA) speziell für eingebettete Systeme umsetzt. Um die Anforderungen an die Kommunikation zwischen Medizingeräten zu erfüllen, wurden bestimmte Erweiterungen vorgenommen. Dazu gehört die Möglichkeit, Messdaten über zwei Kanäle zu übertragen. Als erster von drei Teilstandards wird das MDPWS unter der Bezeichnung IEEE P11073-20702 veröffentlicht werden.

Von der Gerätebeschreibung und dem Gerätezustand

Die strukturelle Interoperabilität wird vom zweiten Standard beschrieben, der den nichtnormativen Titel „Basic Integrated Clinical Environment Protocol Specification“ (BICEPS) trägt. Dieser Standardvorschlag (IEEE P11073-10207) definiert ein Domänen-Informations- und Service-Modell (DIM), um vernetzte medizinische Geräte maschinenlesbar zu beschreiben. Das geschieht in zwei Teilen: der Gerätebeschreibung und dem Gerätezustand. Die Gerätebeschreibung erfolgt in einer Baumstruktur, sodass komplexe Geräte nach Teilfunktionalitäten gegliedert werden können und logische und physiologische Gruppierungen von Messwerten, Parametern oder Einstellungen vorgenommen werden können. Diese atomaren Bestandteile der Gerätebeschreibung werden als Metrik bezeichnet.

Weitere Aspekte der Gerätebeschreibung sind Alarme, die über ihre Bedingung und das erzeugte Signal beschrieben werden, und Kontexte. Mit den Kontexten lässt sich beispielsweise beschreiben, welchem Patient ein Gerät zugeordnet ist, welcher Eingriff durchgeführt wird oder an welchem Ort sich das Gerät befindet. Außerdem beschreibt ein Gerät, welche Möglichkeiten der Fernsteuerung bestehen. So können etwa bestimmte Parameter oder Funktionen derart deklariert werden, dass sie von anderen Geräten verändert bzw. ausgelöst werden können.

Im Gerätezustand werden die aktuellen Messwerte, Einstellungen der Parameter oder Präsenz von Alarmen beschrieben. Jedes Element der Gerätebeschreibung wird durch einen Typ semantisch beschrieben. Eine solcher Typ, der aus einem Term Code sowie einer Referenz auf das Coding-System besteht, stellt sicher, dass ein Gerät in der Lage ist, die Gerätebeschreibung auch eines anderen Herstellers korrekt zu interpretieren.

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