France
Suchen

Messe Control Neues Herstellungsverfahren für Druckluft-Behälter

Redakteur: M.A. Frauke Finus

Im Rahmen der Control in Stuttgart hat Andreas Witte, Leiter der Abteilung Fertigungsmesstechnik an der RWTH Aachen und am Fraunhofer-Institut für Produkttechnologie IPT, eine neue Möglichkeit für die Herstellung von Faserverbundkunststoff-Bauteilen (FVK) vorgestellt. Parallel dazu wurde auch ein Verfahren entwickelt, Qualitätssicherungsmaßnahmen bereits im Herstellungsprozess integriert durchzuführen.

Firmen zum Thema

„Mit dem laserunterstützten Thermoplast-Tapewickeln steht eine ressourcen- und energieeffiziente Produktionstechnik für die Herstellung von FVK Druckbehältern zur Verfügung“, so Andreas Witte auf der Control in Stuttgart.
„Mit dem laserunterstützten Thermoplast-Tapewickeln steht eine ressourcen- und energieeffiziente Produktionstechnik für die Herstellung von FVK Druckbehältern zur Verfügung“, so Andreas Witte auf der Control in Stuttgart.
(Bild: P. E. Schall)

Dies ist nötig, um das laserunterstützten Thermoplast-Tapewickel-Verfahren überhaupt für die Produktion sicherheitskritischer Bauteile anwenden zu können, denn eine Überprüfung der Qualität des Produkts ist Voraussetzung für die Herstellung sicherheitskritischer Bauteile, wie zum Beispiel Druckluftbehälter.

FVK-Behälter komfortabler als Behälter aus Stahl

Das neue Herstellungsverfahren ist zum einen ressourcen- und energieeffizienter und damit kostengünstiger als das bisherige duroplastische Verfahren, und zum anderen in der Benutzung komfortabel. Deutlich wird das, wenn man beispielsweise Druckbehälter für Sauerstoff betrachtet, wie sie von Rettungskräften in Krankenwagen mitgeführt werden. Zur Zeit können sich gerade finanziell schlecht aufgestellte Rettungsorganisationen kaum FVK-Behälter leisten, die aber den Rettungskräften gegenüber ihrem Pendant aus Stahl eine komfortable Gewichtseinsparung bis 50 Prozent bieten. Das bisherige duroplastische Herstellungsverfahren macht die Behälter sehr teuer und aufwendig in der Produktion, da beispielsweise viel Energie zur Erhitzung der Öfen benötigt wird. Auch ist eine Qualitätssicherung erst am Ende der Herstellung und lediglich mit Hilfe von Ultraschall möglich. Dadurch verlängert sich die gesamte Produktionsdauer. Zudem steigen die Kosten und es werden nicht alle Qualitätsfehler identifiziert.

Qualitätssicherung integriert in den Herstellungsprozess

Das Fraunhofer IPT hat nun mit dem laserunterstützten Thermoplast-Tapewickeln eine ressourcen- und energieeffizientere Produktionstechnik für FVK-Druckbehälter aufgetan. Das Verfahren wurde bereits vor ein paar Jahren am Fraunhofer IPT entwickelt, ist aber bislang für FVK-Druckluftbehälter noch nicht in Großserienprozessen verwendet worden, da bisher hierbei die Qualitätssicherung nicht gänzlich gewährleistet war. Nun aber ist es dem Fraunhofer IPT gelungen, eine umfassende Qualitätssicherung integriert in den FVK-Produktionsprozess möglich zu machen. So werden zusätzlich zum Ultraschall Thermografie und innovative interferometrische Messtechnik, wie optisches Kohärenzradar, eingesetzt.

Kontakt:

Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT, RWTH Aachen

D-52074 Aachen

www.wzl.rwth-aachen.de

(ID:39692480)