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Netzhautimplantat

Neue Studienergebnisse zu elektronischem Seh-Chip

| Redakteur: Kathrin Schäfer

Im Rahmen einer klinischen Studie haben neun blinde Patienten mit erblicher Netzhautdegeneration einen subretinalen elektronischen Seh-Chip, den Alpha IMS von Retina Implant, implantiert bekommen. Die ersten Ergebnisse werden nun in den Proceedings der Royal Society vorgestellt.

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Zu sehen ist hier ein subretinales Alpha IMS Implantat auf dem hinteren Augenpol bei Retinitis pigmentosa.
Zu sehen ist hier ein subretinales Alpha IMS Implantat auf dem hinteren Augenpol bei Retinitis pigmentosa.
(Bild: Department für Augenheilkunde, Uni Tübingen)

Die klinische Studie wurde im Department für Augenheilkunde des Universitätsklinikums Tübingen von Prof. Eberhart Zrenner geleitetet.

Netzhautimplantat mit einzigartiger Pixeldichte

Das in der aktuell veröffentlichten Studie getestete Implantat ist, so das Universitätsklinikum Tübingen, derzeit das einzige Netzhautimplantat weltweit mit einer so hohen Pixeldichte und auch das einzige Implantat, bei dem sich der lichtaufnehmende Teil im Augeninneren befindet, so dass die natürlichen Augenbewegungen am Sehprozess beteiligt sind. Alle wesentlichen Teile wie Kamera und Elektronik wurden im Körper implantiert, mit Ausnahme eines dünnen Kabels, das zu einer kleinen Spule hinter dem Ohr verläuft. Die neue kabellose Stromversorgung erlaubte den Patienten mehr Bewegungsfreiheit im täglichen Leben, so dass eine größere Anzahl von Patienten durch den Chip Seherfahrungen im Alltag machen konnte.

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Das Implantat mit 1.500 Pixeln vermittelt ein Gesichtsfeld von etwa 11 bis 15 Sehwinkelgrad und ermöglicht blinden Retinitis-Pigmentosa-Patienten beispielsweise das Erkennen von Gegenständen wie Bäumen, Möbeln, Geschirr und Besteck auf dem Tisch oder Autoscheinwerfer in der Nacht. Manche Patienten konnten auch Gesichtsmimik interpretieren oder Buchstaben lesen.

Movie-Clips zeigen, was die Patienten sehen

Die Sehschärfe und andere visuelle Funktionen wie Bewegungswahrnehmung wurden mit standardisierten Methoden getestet. Im Vergleich mit früheren Ergebnissen aus der Pilotstudie konnte mit diesem Sehimplantat eine noch bessere Sehschärfe gemessen werden. Das Implantat vermittelt Konturen in etwa 9 Graustufen als Schwarz-Weiß-Bild. Was Patienten sehen, ist im elektronischen Supplement der Arbeit in kurzen Movie-Clips zu sehen. Die Originalpublikation Artificial Vision with Wirelessly Powered Subretinal Electronic Implant Alpha IMS ist am 20. Februar veröffentlicht worden. An der multizentrisch erweiterten Studie haben inzwischen Patienten in Oxford, London, Tübingen, Hongkong und anderen Zentren mit ähnlichen Ergebnissen teilgenommen.

Kontakt:

Universitätsklinikum Tübingen

Department für Augenheilkunde

Forschungsinstitut für Augenheilkunde

D-72076 Tübingen

Prof. Dr. med. Eberhart Zrenner

www.eye.uni-tuebingen.de/zrenner

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