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Ingram Micro/Apoqlar Mixed Reality in der Medizin

Autor / Redakteur: Melanie Staudacher / Julia Engelke

Virtual Surgery Intelligence ermöglicht es Medizinern, die Anatomie ihrer Patienten als dreidimensionales Hologramm darzustellen. Ingram Micro vertreibt ab sofort die Software von Apoqlar, die im Zusammenspiel mit der Hololens von Microsoft arbeitet.

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Mit der VSI-Lösung von Apoqlar wird die Patientenaufklärung mithilfe von 3D-Modellen anschaulicher.
Mit der VSI-Lösung von Apoqlar wird die Patientenaufklärung mithilfe von 3D-Modellen anschaulicher.
(Bild: Apoqlar)

Als mehrfach ausgezeichneter Hersteller der holomedizinischen Software Virtual Surgery Intelligence (VSI), ist das Startup Apoqlar bisher Monopolist. Mittels einer MR-Brille werden MRT- und CT-Bilder, die vorher aus den Originalaufnahmen generiert wurden, dreidimensional dargestellt. Die Lösung, die auf Microsoft Azure läuft, findet Anwendung in der Diagnostik, bei intraoperativen Eingriffen, der Patientenaufklärung und -versorgung, der Visite und dem Training für Assistenzärzte. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Distributor Ingram Micro die Hamburger dafür bei der Comet Competition ausgezeichnet. Nun haben die beiden Unternehmen ein Distributionsabkommen für Deutschland unterzeichnet.

Hologramm statt Plastik-Modell

Bisher wird die komplexe Anatomie des Menschen nur durch zweidimensionale MRT- und CT-Aufnahmen dargestellt. Allerdings ist die Pathologie, also die Krankheitsforschung, nicht unbedingt gradlinig, und es bedarf viel Erfahrung, um herkömmliche Schichtaufnahmen richtig zu deuten. Während eines operativen Eingriffs können Chirurgen nur bedingt in die Aufnahmen schauen, sie müssen steril bleiben. Und die Abläufe von OPs in Aufklärungsgesprächen sind für Patienten, trotz Plastik-Modellen, oft nur schwer verständlich.

Sirko Pelzl, CEO von Apoqlar
Sirko Pelzl, CEO von Apoqlar
(Bild: Apoqlar)

Dreidimensionale Aufnahmen sollen unter anderem sowohl die anatomische Orientierung für Ärzte wie auch die Patientenaufklärung verbessern. „Der größte Vorteil unserer Holo-Medizin-Lösung ist die Dreidimensionalität. Selbst die besten 2D-Bildschirme und -Leinwände ermöglichen dies nicht“, sagt Sirko Pelzl, CEO von Apoqlar. Die Visualisierung medizinischer Bilder erfolgt mithilfe einer Mixed-Reality-Brille. Dabei setzt Apoqlar die Cloud-basierte Hololens-Brille von Microsoft ein. Mit dem Aufsetzen der Brille erscheinen die dreidimensionalen Hologramme und können beliebig im Raum positioniert, gedreht, zugeschnitten und fixiert werden. So können MRT- und CT-Scans oder die OP-Planung virtuell vorbereitet und mit in den OP-Saal genommen werden. Dort kann der operierende Arzt die abgespeicherten Daten berührungslos abrufen. Außerdem können die virtuellen Aufnahmen auf dem Patienten frei platziert werden, um während des Eingriffs Abgleiche der Lageverhältnisse zu machen.

Dieser Artikel ist zuerst erschienen auf unserem Schwesterportal IT-Business.

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Über den Autor

 Melanie Staudacher

Melanie Staudacher

Volontärin, Vogel IT-Medien GmbH