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Medtec Summit Mit neuen Lösungsansätzen den Wandel zur Industrie 4.0 effizient gestalten

Redakteur: Julia Engelke

Digitale (Fertigungs)Prozesse – ein aktuelles Thema für die Medizintechnik. Auf dem internationalen Medizintechnik-Kongress Medtec Summit, der im Verbund mit der Fachmesse Medtec Live vom 20. bis 22. April 2021 virtuell stattfindet, wird genau dieses Thema in einer Session aufgegriffen.

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Der 3D-Druck bietet besonders im Bereich der Fertigung von individualisierten Medizinprodukten, wie Dentalimplantaten, großes Potenzial.
Der 3D-Druck bietet besonders im Bereich der Fertigung von individualisierten Medizinprodukten, wie Dentalimplantaten, großes Potenzial.
(Bild: ©elenabsl - stock.adobe.com)

Die digitale Transformation macht auch vor der Medizintechnik nicht Halt – angefangen bei der Digitalisierung einzelner Fertigungsprozesse und -maschinen bis hin zu einem digitalen Netzwerk-System, das die Prozesse miteinander verbindet. Derzeit widmet die Branche dem Thema Industrie 4.0 mehr Aufmerksamkeit als je zuvor. Viele Projekte laufen bereits, andere sind in der Planung. Welche Lösungsansätze und positiven Effekte gibt es schon? Wie verändern sich Produktions- und Prozessabläufe durch den digitalen Wandel? Und welche Auswirkungen hat die Digitalisierung auf Medizintechnikunternehmen?

3D-Druck auf dem Vormarsch

Neben traditionellen Herstellungsverfahren werden zunehmend neue Technologien zur Entwicklung von Medizinprodukten eingesetzt, wie z. B. der 3D-Druck. Die Anwendungsbereiche sind vielfältig: 3D-gedruckte Kieferprothesen, Hörgeräte, chirurgische Instrumente und medizinische Implantate sind bereits Realität. Bestehende Druckverfahren werden ständig optimiert und neue werden entwickelt. So nimmt die Anzahl der verfügbaren biokompatiblen Materialien stetig zu und der Anwendungsbereich wird erheblich erweitert. Derzeitige Forschungen untersuchen, inwieweit menschliche Zellen als Materialien zum Drucken von Organen und Geweben zu verwenden sind und inwieweit diese mittels Trägerstrukturen gedruckt werden können. Obwohl hierzu schon beeindruckende Ergebnisse erzielt wurden, befindet sich diese medizinische Innovation noch in der Forschungsphase.

Personalisierte Medizinprodukte aus dem 3D-Drucker

Der 3D-Druck bietet besonders im Bereich der Fertigung von individualisierten Medizinprodukten und medizinischen Geräten großes Potenzial. So können z. B. komplexe, kundenspezifische Lösungen auf vereinfachte, kostengünstige und automatisierte Weise bereitgestellt werden. Die damit einhergehende Effizienzsteigerung ist Teil des Prozesses. Maßgeschneiderte Lösungen kommen der Behandlung von Patientinnen und Patienten zugute. Für individuelle Behandlungen und damit eine personalisierte Medizin sind neue Herstellungsverfahren wie der 3D-Druck und eine konsistente Digitalisierung der Prozesskette unerlässlich. Dies gilt vor allem auch für die Bereiche Diagnose, Therapie und Medizinprodukte.

Buchtipp

Das Buch "Additive Fertigung" beschreibt Grundlagen und praxisorientierte Methoden für den Einsatz der additiven Fertigung in der Industrie. Neben erfolgreichen Produktbeispielen werden neue Methoden und Vorgehensweisen vorgestellt, die dem Leser als praktischer Leitfaden dienen.

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Zur Herstellung von personalisierten Medizinprodukten sind ebenso wie bei der Fertigung von Serienprodukten hohe Qualitätsanforderungen zu berücksichtigen. So stehen Patientensicherheit und Transparenz bei der Fertigung an oberster Stelle. Gleichzeitig stellt der hohe regulatorische Rahmen die Hersteller vor besondere Herausforderungen: Ab welchem Grad ist das Medizinprodukt ein Individualprodukt und kein Serienprodukt mehr? Wie kann sichergestellt werden, dass das maßgeschneiderte Produkt tatsächlich die gleiche oder eine bessere Wirksamkeit aufweist als die handelsüblichen Vergleichsprodukte aus der Serienproduktion? Produktionstechniken wie der 3D-Druck funktionieren nur in Symbiose mit der Digitalisierung. Die Weiterentwicklung geht nur Hand in Hand und ermöglicht bislang ungeahnte Innovationen.

Digital Processes & Smart Manufacturing auf dem Medtec Summit 2021

Auf dem internationalen Medizintechnik-Kongress Medtec Summit, der im Verbund mit der Fachmesse Medtec Live vom 20. bis 22. April 2021 virtuell stattfindet, greifen renommierte Expertinnen und Experten in der Scientific & Clinical Session „Digital Processes and Smart Manufacturing“ genau diese Themen auf. Das Fraunhofer IPT entwickelt Fertigungstechnologien und Prozessketten, wie z. B. für die Verarbeitung von Zellkulturen, die digitale Prozesse vor besondere Herausforderungen stellen. Ferdinand Biermann, Leiter des Geschäftsfeldes Life Science Engineering des Fraunhofer IPT, gibt am 21. April ab 10:30 Uhr einen Überblick über die digitale Prozesskette zur Herstellung von Medizinprodukten. Er betont: „Digitalisierung befasst sich nicht nur mit dem einzelnen Prozess, sondern es bedeutet auch Schnittstellen zu schaffen, sodass eine Kommunikation entlang der gesamten Prozesskette stattfinden kann.“

Antti Virtanen, Vertriebsleiter bei Innokas Medical Ltd., referiert darüber, wie neue Fertigungstechnologien in der regulierten Medtech-Welt effektiv ausgewählt und implementiert werden können. Mit Patricia Graf von Aesculap können Zuhörerinnen und Zuhörer die Hindernisse diskutieren, die es zu überwinden gilt, um die Qualitätskontrolle in die digitale Prozesskette zu integrieren. Mit einem Blick in die Zukunft der Fertigung schließt Benedikt Altmann, der bei Toolcraft für Konstruktion und Simulation in der Additiven Fertigung verantwortlich ist, die Session von 12 Uhr bis 12:30 Uhr ab. Moderatorin der Vortragsreihe ist Tina Johnscher, Koordinatorin der Themenplattform Digitale Produktion & Engineering bei Bayern Innovativ.

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