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Interview Medizinische Versorgung stärker auf den Bedarf vor Ort ausrichten

Das Gespräch führte Julia Engelke 2 min Lesedauer

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Die geplante Krankenhausreform kann der Startpunkt sein, um die Gesundheitsversorgung in Deutschland insgesamt nachhaltig und zukunftsfähig zu organisieren. Was bedeutet das für die Medizintechnik-Branche? Das erläutert Hans-Peter Bursig* vom ZVEI im Interview mit Devicemed.

„Die elektromedizinische Technik leistet durch eine moderne und vernetzte Ausstattung dazu einen zentralen Beitrag“, Hans-Peter Bursig, Geschäftsführer Fachverband „Elektromedizinische Technik“ im ZVEI. (Bild:   ZVEI/Devicemed)
„Die elektromedizinische Technik leistet durch eine moderne und vernetzte Ausstattung dazu einen zentralen Beitrag“, Hans-Peter Bursig, Geschäftsführer Fachverband „Elektromedizinische Technik“ im ZVEI.
(Bild: ZVEI/Devicemed)

Herr Bursig, welche Punkte beinhaltet die von der Ampel-Koalition geplante Krankenhausreform?

Hans-Peter Bursig: Bisher liegt noch kein konkreter Gesetzentwurf vor. Wir schauen hier also etwas in die Glaskugel. Das Bundesgesundheitsministerium scheint eine grundlegend andere Finanzierung der Betriebskosten der Krankenhäuser zu planen. In Zukunft soll ein bestimmter Anteil der Kosten für die Vorhaltung von Technik und Personal pauschal erstattet werden. Parallel dazu sollen die Bundesländer das Leistungsspektrum der Krankenhäuser genauer planen. Krankenhäuser sollen nur noch solche Leistungen erbringen und abrechnen können, für welche sie die notwendige Ausstattung haben. Ziel der Reform ist es, die Leistungserbringung dadurch von betriebswirtschaftlichen Überlegungen zu trennen.

Welche notwendigen Aspekte werden Ihrer Meinung nach nicht abgedeckt?

Für die Investitionen in die Ausstattung der Krankenhäuser sind auch nach der Reform die Bundesländer verantwortlich. Praktisch haben diese aber in den letzten Jahrzehnten nie ausreichende Mittel für die notwendigen Investitionen bereitgestellt. Fest steht: Unter diesen Bedingungen wird eine nachhaltige Modernisierung der Krankenhäuser nicht möglich sein.

Wie kann die Medizintechnik-Branche davon profitieren?

Die Krankenhausreform bietet die Chance, eine umfassende Modernisierung und Digitalisierung der deutschen Krankenhäuser anzustoßen. Die medizinische Versorgung kann damit stärker auf den Bedarf vor Ort ausgerichtet werden. Sie lässt sich damit auch besser an die Veränderungen durch die demografische Entwicklung anpassen. Davon profitieren letztendlich die Patientinnen und Patienten. Die elektro­medizinische Technik leistet durch eine moderne und vernetzte Ausstattung dazu einen zentralen Beitrag.

Anmerkung der Redaktion: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach und die Gesundheitsminister der Länder haben sich auf ein gemeinsames Eckpunktepapier zur Krankenhausreform geeinigt. Mehr dazu in diesem Beitrag:

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* Hans-Peter Bursig ist Geschäftsführer des Fachverbands „Elektromedizinische Technik“ im ZVEI – Zentralverband der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V.

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