Um Verbrauchsmaterialien und Geräte während der Produktion, QM-Prüfung und weiteren Prozessen lückenlos dokumentieren zu können, brauchen Medizintechnik-Hersteller intelligente Lösungen. Gerade deshalb liegt in der Medizintechnik ein großes Potenzial in Geschäftsmodellen rund um smartes Verbrauchsmaterial.
Das Internet of Medical Things, ein Teilbereich des IoT, umfasst miteinander vernetzte Geräte und Anwendungen im Gesundheitswesen.
(Bild: MQ-Illustrations - stock.adobe.com)
Die Medizintechnik-Branche gehört zu den bedeutendsten Bereichen der produzierenden Industrie in Deutschland. Sie exportiert jährlich Waren im Wert von ca. 30 Milliarden Euro und ist damit einer der größten Exportbereiche Deutschlands. Die Anforderungen an digitale und sichere Prozesslösungen und der immer höhere Dokumentationsaufwand sind große Herausforderungen, die ständig erfüllt und weiter ausgebaut werden müssen. Gerade in diesem innovativen Umfeld werden immer mehr Hersteller damit konfrontiert, dass ihre Verbrauchsmaterialien im Umsatz stagnieren oder dass es zu Fehlern bei der Nutzung der Materialien durch die Anwender kommt. Der Hauptgrund ist in den meisten Fällen, dass minderwertige Plagiate oder Nachbauten des eigenen Verbrauchsmaterials oder der eigenen Ersatzteile in den Umlauf kommen.
Die hohe Fokussierung vieler Medizintechnik-Hersteller auf den Verkauf von Maschinen und Geräten hat in der Vergangenheit Investitionen in zusätzliche intelligente, digitale Businessmodelle rund um das medizinische Verbrauchsmaterial oder die Ersatzteile in den technischen Einheiten in den Hintergrund gedrängt. Gerade deshalb liegt in der Medizintechnik das höchste Potenzial der nächsten Jahre in den zusätzlichen Geschäftsmodellen rund um das smarte Verbrauchsmaterial.
Mit der Verfügbarkeit von sicheren und IoT-basierten Komponenten, Materialien und Dienstleistungen kann heute über völlig neue und ineinander verzahnte Geschäftsmodelle in der Medizintechnik nachgedacht werden. IoT steht dabei für „Internet of Things“ und beschreibt die Möglichkeit, jedem Objekt weltweit eine eigene eindeutige Adresse zuzuordnen. Wie eine eigene Internetadresse mit dem einzigen Unterschied, dass keine „echte“ Webseite hinter der Adresse liegt, sondern ein eindeutiger Datensatz als digitaler Zwilling. Mit dieser Adresse kann das physische Objekt direkt vor Ort am medizinischen Einsatzpunkt sicher und individuell aufgerufen, geprüft, angesprochen und zusammen mit seinem digitalen Datensatz verwaltet und gebucht werden.
Dank der Ausstattung der medizinischen Verbrauchsmaterialien und der medizinischen Geräte mit RFID-Datenträgern kann der Hersteller eine lückenlose Dokumentation über die Produktion, QM-Prüfung und alle durchlaufenen Prozesse erreichen.
(Bild: Inotec)
Die RFID-Technologie ermöglicht es, intelligente Materialien nicht nur mit einer eigenen Nummer zu versehen, sondern diese mit einem flexiblen Chipspeicher zu kombinieren. So kann genau die Lücke zwischen einer sicheren, nicht reproduzierbaren Identifizierung und einem benutzeroptimierten Nutzungsmodell geschlossen werden. Das schafft die Basis für neue Businessmodelle. Zusätzlich bietet die Nutzung von smartphonefähigen NFC-Lösungen die Möglichkeit, Milliarden von Privatpersonen in die Businessmodelle mit einzubinden und sowohl mit Sicherheitsthemen als auch mit Prozessabläufen zur optimalen Nutzung der Materialien in Kombination mit dem medizinischen Gerät direkt anzusprechen.
Lückenlose Dokumentation in Echtzeit
Dank der Ausstattung der medizinischen Verbrauchsmaterialien und der medizinischen Geräte mit RFID-Datenträgern kann der Hersteller eine lückenlose Dokumentation über die Produktion, Qualitätsmanagement(QM)-Prüfung und alle durchlaufenen Prozesse erreichen. Mit der Freischaltung des Materials durch den Anwender direkt am Gerät oder an der Maschine wird eine eindeutige und sichere Nutzung elektronisch und in Echtzeit dokumentiert.
Durch die zentrale, cloudbasierte IoT-Suite können jederzeit Auswertungen und Übersichten für Behörden oder Dienstleister erstellt werden und damit kann lückenlos dokumentiert werden, welche Materialien wann und wie genutzt worden sind. Dank Echtzeit-Reports ist ein lückenloser Nachweis auch zum Endkunden, zum Patienten oder zum eingebundenen Dienstleister kein Problem mehr.
Originalitätsschutz und Zusatzinformationen
Unternehmen, die hochwertige Produkte vertreiben, haben oft keinen oder nur wenig Kontakt zum Endkunden. Durch den Einsatz von RFID kann eine direkte Kommunikation zum und mit dem Kunden oder Dienstleister aufgebaut werden.
Dadurch ist es möglich, ergänzende Informationen oder Bestelloptionen zu vermarkten, z. B., ob es sich um ein Original handelt. Dazu können weitere Produkte direkt auf der Webseite des Unternehmens nachbestellt oder zusätzliche Informationen zum Produkt in der Landessprache abgerufen werden. Dieses Businessmodell sichert dem Unternehmen langfristig Marktanteile und bindet die Kunden nachhaltig an das Unternehmen. Durch den direkten Link in den eigenen Webshop können ständig weitere Zusatzleistungen exklusiv mit vermarktet werden und der Hersteller bleibt mit seinen Endkunden aktiv im Kontakt.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Prozesssicherheit im Materialeinsatz
In vielen Fällen werden gerade medizinische Verbrauchsmaterialien oder Ersatzteile falsch eingebracht oder viel zu lange genutzt. Das erhöht den Verschleiß der Maschine. Durch falsches Einsetzen kann auch die Sicherheit im aktiven Betrieb beeinflusst werden.
Smarte Materialien kommunizieren aktiv mit dem Gerät und teilen mit, für welchen Zeitraum der Nutzung sie eingesetzt werden können oder nach wie vielen Zyklen sie ausgetauscht werden müssen. Dies ist besonders im medizinischen Feld von hoher Wichtigkeit. Gleichzeitig geben diese Materialien den richtigen Prozess in der Maschine frei. Damit garantiert das Unternehmen allen Nutzern einen erheblichen Vorteil in der Sicherheit der fachgerechten und effizienten Nutzung gegenüber günstigeren Wettbewerbsprodukten. Die Kommunikation zwischen Material und Gerät bietet dem Unternehmen eine hohe Sicherheit für den Erhalt und die Steigerung des eigenen Umsatzes beim Verbrauchsmaterial.
In vielen Bereichen, die einen hohen Sicherheitsbedarf beim Einsatz und bei der Verarbeitung diverser Materialien vorgeben, kann durch das beschriebene Modell auch eine lückenlose Dokumentation erreicht werden. Damit lassen sich Kosten bei Erfassung, Verwaltung und sogar bei der Versicherung einsparen.
Dem Service kommt vor allem bei Lösungen für die Medizinbranche eine wichtige Rolle zu, da durch ihn nachhaltig Umsätze generiert werden können. Dabei bieten vor allem digitale „Smart Services“ ein enormes Potential, neue Geschäftsmodelle rund um bestehende Produkte zu positionieren.
Die Servicedienstleistung wird über Bestandsbuchungen der Materialien in Echtzeit via Lesegerät oder direkt in der Maschine erreicht. Das System wird automatisch über den Mindestbestand der Materialien, die beim Kunden noch bereitstehen, informiert.
Dadurch ist eine regelmäßige Kontrolle der Bestände durch den Kunden nicht mehr nötig. Das System garantiert, die Bestände automatisiert auf dem vereinbarten Bestandslevel zu halten. Das spart dem Kunden viel Zeit und dem Hersteller viel formellen Aufwand. Zudem sichert der „On-Shelf Service“ eine nachhaltige Zusammenarbeit und dadurch dauerhafte Umsätze.
Abrechnung in Nutzungszyklen für medizinische Geräte und Standortbetreiber
Die Abrechnung der „On-Shelf“-Lösungen erfolgt meist über Pauschalen. Durch den Service oder die regelmäßigen Lieferungen wird garantiert, dass immer genügend Material zur Verfügung steht. Die ausgebuchten Einheiten werden in einer zentralen Datenbank erfasst und stehen auch den Partnern als Information im IoT-Portal zur Verfügung.
Der Kunde und Nutzer der medizintechnischen Geräteeinheit muss sich nicht mehr um die Materialversorgung seiner Geräte kümmern und nutzt das Modell dadurch intensiver. Der Anbieter der Systemlösung hat den Vorteil, eine genaue Übersicht über die anfallenden Mengen zu haben, und kann seine Produktion nach anstehenden Bedarfen optimal ausrichten. Auch Angebote und Auftragsbestätigungen zwischen den Partnern entfallen und sparen dadurch erheblichen personellen Aufwand ein.
Die IoT-Suite als „Materialportal“ bietet sich dazu an, dem Betreiber zusätzliche Businessmodelle zu ermöglichen. Er kann jederzeit neue Kunden und Produkte von sich und angeschlossenen Partnern in das bestehende Portal einhängen. Mit dieser Option können neue Produktvarianten und Märkte wesentlich schneller erschlossen werden und weitere Komponenten, wie Ersatzteile oder Servicekomponenten, einfach integriert werden.
Frank Linti wird zum Thema „Smartes Verbrauchsmaterial sichert Umsätze, Prozesse und neue Businessmodelle in der Medizintechnik“ einen Vortrag auf dem Compamed Suppliers Forum by Devicemed halten. Wann: Dienstag, 15.11.2022, 13:30 bis 14:00 Uhr. Wo: Messe Düsseldorf, Halle 8b, Stand G40.
* Der Autor: Frank Linti ist Director Business Innovation bei der Inotec Group.