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Karlsruher Institut für Technologie (KIT) Künstliche Augenlinse mit Autofokus

| Redakteur: Kathrin Schäfer

Das Sehvermögen verschlechtert sich oft durch Krankheiten wie den Grauen Star. „Betroffene lassen sich dann die eingetrübte, natürliche Linse durch eine künstliche, klare ersetzen“, so Georg Bretthauer vom KIT. „Da diese allerdings unelastisch ist, lassen sich nicht mehr alle Objektentfernungen fokussieren.“ Daher entwickeln KIT-Wissenschaftler ein künstliches Akkommodationssystem

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Schematisches Modell des Künstlichen Akkommodationssystems implantiert in den Kapselsack des menschlichen Auges.
Schematisches Modell des Künstlichen Akkommodationssystems implantiert in den Kapselsack des menschlichen Auges.
(Bild: KIT/IAI)

Das künstliche Akkommodationssystem soll die natürliche Linsenfunktion im Originalmaßstab nachbilden. Die KIT-Wissenschaftler arbeiten dabei eng mit der Universitätsaugenklinik Rostock zusammen. Dort wurden nun erste Dummy-Implantate am Tier getestet und die korrekte Lage im Kapselsack des Auges erfolgreich nachgewiesen. Die Entwicklung des künstlichen Akkommodationssystems wurde in den vergangenen Jahren vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt.

In dem vom BMBF geförderten medizintechnischen Projekt wird in enger Zusammenarbeit mit der Universitätsaugenklinik Rostock und dem Schwesterinstitut IAI ein implantierbares mechatronisches System – das Künstliche Akkommodationssystem – entwickelt. Das Implantat soll nicht nur von Katarakt (Grauer Star), sondern auch von Presbyopie (Alterssichtigkeit) betroffenen Menschen ermöglichen, Objekte in unterschiedlicher Gegenstandsweite wieder scharf auf der Netzhaut abzubilden.

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Die große Herausforderung besteht dabei darin, ein autarkes hochintegriertes Mikrosystem zur Implantation im Kapselsack des Auges zu entwickeln. Dazu müssen in einem begrenzten Bauvolumen von zirka 200 mm3 Subsysteme wie aktiv optisches Element, Sensorsystem zur Erfassung des Akkommodationsbedarfs, Steuerung und Energieversorgung hermetisch dicht für eine Lebensdauer von 30 Jahren integriert werden.

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