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ZVEI exklusiv Koalitionsvertrag: MDR-Unterstützung und Digitalisierung berücksichtigen

Redakteur: Julia Engelke

Nach der Bundestagswahl ist vor der Regierungsbildung: Die aktuellen Koalitionsverhandlungen beschäftigen auch die Medtech-Branche. Im Interview mit Devicemed erklärt Hans-Peter Bursig* vom ZVEI, welche relevanten Punkte in den Koalitionsvertrag müssen und zieht ein vorläufiges Fazit für das Jahr 2021.

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„Die politische Unterstützung dieser Wachstumsbranche muss im Koalitionsvertrag in Form einer klaren Digitalstrategie für die Gesundheitswirtschaft zum Ausdruck kommen“, Hans-Peter Bursig, Geschäftsführer Fachverband „Elektromedizinische Technik“ im ZVEI.
„Die politische Unterstützung dieser Wachstumsbranche muss im Koalitionsvertrag in Form einer klaren Digitalstrategie für die Gesundheitswirtschaft zum Ausdruck kommen“, Hans-Peter Bursig, Geschäftsführer Fachverband „Elektromedizinische Technik“ im ZVEI.
(Bild: Devicemed)

Herr Bursig, welche Medtech-spezifischen Punkte müssen sich im Koalitionsvertrag wiederfinden?

Die Medizintechnik und mit ihr die Gesundheitswirtschaft leisten große Beiträge zu Wachstum und Beschäftigung in Deutschland. Nun steht die Medizintechnik vor der doppelten Herausforderung, Digitalisierung und MDR erfolgreich zu meistern. Die politische Unterstützung dieser Wachstumsbranche muss im Koalitionsvertrag in Form einer klaren Digitalstrategie für die Gesundheitswirtschaft zum Ausdruck kommen sowie dadurch, dass die Qualifizierung von Beschäftigten für die praktische Anwendung der MDR gefördert wird.

Welche Maßnahmen müssen ergriffen werden, um das Innovationsklima in der Branche und am Standort Deutschland zu steigern?

Deutschland braucht einen klaren Rahmen für die Nutzung von Gesundheitsdaten für private Forschung und Entwicklung. Um innovative Ideen schneller zu Produkten zu entwickeln, muss zusätzlich der Aufbau von Netzwerken zwischen klinischer Forschung und Medizintechnikindustrie gefördert werden. Nur so können in Deutschland innovative Lösungen für die digitale Gesundheitsversorgung entwickelt werden und klinische Daten für die Konformitätsbewertung von Medizinprodukten schneller gesammelt und bewertet werden, als es heute möglich ist.

Wie sieht Ihr vorläufiges Fazit für das Jahr 2021 aus?

In die Digitalisierung der deutschen Gesundheitswirtschaft ist viel Bewegung gekommen. Nun muss eine klare Digitalstrategie der nächste Schritt sein. Die zunehmende Vernetzung von Daten und Prozessen kann nicht mehr aus der Perspektive der einzelnen Anwendung betrachtet werden.

Bei der MDR hat sich gezeigt, dass die Warnungen der Industrie berechtigt waren. Die weitreichenden Veränderungen führen Behörden, benannte Stellen und die Industrie an ihre Grenzen. Wir brauchen hier in den nächsten beiden Jahren pragmatische Lösungen.

Die Fragen stellte Julia Engelke, Redakteurin Devicemed.

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* Hans-Peter Bursig ist Geschäftsführer des Fachverbands „Elektromedizinische Technik“ im ZVEI – Zentralverband der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V.

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