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Medizintechnik-Patent der Woche Intelligentes System zur sicheren Medikamentenverabreichung

Ein Gastbeitrag von Christian Metzger 2 min Lesedauer

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Aus der Fülle an Einreichungen beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) und Europäischen Patentamt (EPA) präsentiert die Devicemed-Redaktion wöchentlich das „Patent der Woche“. Heute: ein intelligentes System zur sicheren Medikamentenverabreichung.

System und Verfahren zur Sicherstellung der Medikamenten- und Flüssigkeitsverabreichung des Patienten am klinischen Anwendungsort(Bild:  Beckton Dickinson/EPA)
System und Verfahren zur Sicherstellung der Medikamenten- und Flüssigkeitsverabreichung des Patienten am klinischen Anwendungsort
(Bild: Beckton Dickinson/EPA)

Die Fehlverabreichung von Medikamenten stellt ein großes Risiko im Klinikalltag dar. Eine kleine Unachtsamkeit bei der Dosierung oder Identifikation kann schwerwiegende Folgen für den Patienten haben. Trotz moderner Technik beruhen viele Prozesse auf manuellen Eingaben, was die Wahrscheinlichkeit menschlicher Fehler erhöht.

Wie sieht die patentierte Lösung aus?

Das Europäische Patent EP3524294B1 des Unternehmens Becton Dickinson zielt genau auf dieses Problem: ein intelligentes System zur automatisierten Identifikation, Dokumentation und Kontrolle von Medikamentenverabreichungen.

Die Erfindung basiert auf einer Kamerabrille, die vom medizinischen Personal getragen wird, in Kombination mit einer intelligenten Datenverarbeitung. Die Kamerabrille erkennt Identifikationsetiketten, die an Spritzen, Infusionssystemen oder anderen Verabreichungsvorrichtungen angebracht sind. Durch das Scannen dieser Etiketten prüft das Gerät, ob die korrekte Medikation zum richtigen Patienten gelangt.

Ein weiteres zentrales Feature ist die Bewegungserkennung. Das System verfolgt beispielsweise den Kolben einer Spritze und ermittelt darüber, welche Menge eines Medikaments verabreicht wurde.Gleichzeitig kommuniziert es mit Patientendatenbanken, um alle relevanten Informationen in Echtzeit zu erfassen und automatisch zu dokumentieren.

Erkennt das System nun, dass die vorgeschriebene Menge eines Medikaments verabreicht wurde, benachrichtigt es das medizinische Personal durch ein Warnsignal.

Warum ist das interessant?

Dieses Patent ist ein schönes Beispiel dafür, dass Innovationen oftmals an der Schnittstelle zwischen Hardware und Software entstehen und dass solche Innovationen auch patentierbar sind.

Patentdaten

  • Aktenzeichen: EP3524294B1
  • Anmeldetag: 29.01.2015
  • Veröffentlichungstag: 06.12.2023
  • Anmelder: Becton Dickinson and Compoany, Franklin Lakes, NJ , 07417-1880 (US)
  • Erfinder: Burkholz, Jonathan Karl, Salt Lake City, Utah 84180 (US); O'Bryan, Jeff Murray, Utah 84124 (US)

Christian Metzger
Als Patentanwalt und Ingenieur unterstützt Christian Metzger Medizintechnik-Unternehmen beim Aufbau eines Patentportfolios, das die eigenen Innovationen vor Nachahmung schützt und den strategischen und unternehmerischen Bedürfnissen entspricht. Insbesondere dort, wo Medizintechnik auf Software und Digitalisierung trifft und digitale Maschinen entstehen.

Dabei kann er auf seine breite technologische und industrielle Erfahrung zurückgreifen, die er auch in seinen Jahren als Entwicklungsingenieur und – davor – als Unternehmensberater bei McKinsey & Company gesammelt hat.

Christian Metzger ist als Partner bei Realpatent Patentanwälte tätig, einer 1959 gegründeten Boutique-Patentanwaltskanzlei, die sich dem gewerblichen Rechtsschutz widmet.

Kontakt zu Christian Metzger auf Linkedin.

Bildquelle: Fotoatelier Starnberg (Nadine Abzouzi)

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