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LSR-Verarbeitung live erleben
Als Pionier in der Verarbeitung von Flüssigsilikon (LSR) stellt Arburg seit über 40 Jahren immer wieder anspruchsvolle Produktionslösungen vor. Auf den Technologie-Tagen 2017 wird in Kooperation mit der Universität Kassel erstmals gezeigt, wie sich durch UV-Aktivierung die Haftung von LSR an PC verbessern lässt. Ein elektrischer Allrounder 370 A umspritzt die direkt im Greifer UV-aktivierten PC-Einleger mit Flüssigsilikon zum fertigen Zwei-Komponenten-Probekörper.
Eine kostengünstige, aber funktionell eingeschränkte Alternative zum „echten“ Zwei-Komponenten-Spritzgießen ist auf einem elektrischen Allrounder 470 A zu sehen, der zweifarbige Eierbecher produziert. Mit einer Spritzeinheit der Größe 170 produziert er zunächst auf der unteren Hälfte des 4+4-fach-Werkzeugs vier weiße LSR-Vorspritzlinge. Dann wird der Kernbalken um 180° gedreht und auf der oberen Hälfte die zweite, gelbe LSR-Komponente angespritzt. Dies geschieht über ein an das Werkzeug angeflanschtes zweites Spritzmodul, das nicht komplett in die Selogica-Steuerung integriert ist. Endprodukt sind zweifarbige, flexible Eierbecher. Die Zykluszeit beträgt rund 25 Sekunden.
Besuchermagnet Freeformer
Auf den Technologie-Tagen 2017 sind im Bereich Arburg-Kunststoff-Freiformen (AKF) insgesamt acht Freeformer-Exponate zu sehen, davon fünf im neuen Arburg Prototyping Center. Im Fokus steht die industrielle additive Fertigung von Funktionsbauteilen einzeln oder in Kleinserien – darunter individuell angepasste Implantate aus medizinischem PLA, die vom Körper nach definierter Zeit resorbiert werden.
Arburg
Resorbierbare Implantate: Eines Tages sind sie weg
Ein großer Vorteil des Arburg-Kunststoff-Freiformens ist die Möglichkeit, kostengünstige qualifizierte Standardgranulate verarbeiten zu können. „Einige große Kunden fahren hierzu eine mehrere Jahre dauernde Einführungsstrategie“, erklärt Heinz Gaub, Arburg-Geschäftsführer Technik. Sie können im Protoyping Center Muster- und Benchmarkteile fertigen lassen. Besonderheit dieser Technologie sind „fliegende Kunststofftröpfchen“, bei denen die Düse steht und sich der Bauteilträger bewegt. Dementsprechend groß ist das Interesse der Besucher an dieser noch vergleichsweise neuen Form der additiven Fertigung, die von Nicht-Fachleuten gerne auch mal vereinfachend als 3D-Druck bezeichnet wird.
Spritzgießen und Industrie 4.0-Technologien
Über die additive Fertigung von Einzelteilen und Kleinserien hinaus lassen sich im Zusammenspiel von additiver Fertigung, Spritzgießen und Industrie 4.0-Technologien Großserienteile veredeln und Kundenwünsche direkt in die Wertschöpfungskette einbinden. Wie eine solche kundenspezifische Individualisierung von Großserienteilen funktioniert, zeigt Arburg in der Effizienz-Arena am Beispiel einer informationstechnisch vernetzten, räumlich verteilten Produktion „smarter“ Kofferanhänger. Zwei Freeformer tragen hierfür zuvor ausgewählte ein- oder zweifarbige Grafiken aus ABS additiv auf die Bauteile auf
Event-Highlight: MIM-Rahmen für Smartphones
Ein Highlight im Bereich Pulver-Spritzgießen ist der weltweit erste MIM-Rahmen (Metal Injection Molding) für Smartphones. Ein hydraulischer Allrounder 470 C Golden Edition verarbeitet den Feedstock Catamold 17-4 PH Plus von BASF zu einem nur rund ein Millimeter starken und 136 Millimeter langen Grünling im Arburg-Design.
In einem Gemeinschaftsprojekt mit BASF fertigt Arburg weltweit exklusiv spannungs- und entmischungsfreie, dünnwandige Smartphone-Rückseiten aus spritzgegossenem Metallpulver. Das zugehörige Wechsel-Werkzeug ist so konzipiert, dass damit neben den Rückseiten wahlweise Rahmen für Smartphone-Gehäuse produziert werden können. Interessierte können sich auf den Technologie-Tagen 2017 live davon überzeugen, wie die größten Herausforderungen beim Spritzgießen dünnwandiger Metallbauteile gelöst wurden: die vollständige Formfüllung und das Minimieren von Verzug im folgenden Sinterprozess.
Neuer Medtech-Ansprechpartner mit Branchenerfahrung
Um Kunden noch intensiver und spezifischer betreuen zu können, hat Arburg seinen Beratungssektor weiter ausgebaut. Davon profitieren auch Medizinproduktehersteller. Ihnen steht neben dem langjährigen Anwendungsberater Sven Kitzlinger seit Beginn dieses Jahres Martin Manka als Senior Sales Manager Medical zur Verfügung. Der 42-jährige Diplom-Ingenieur bringt echte Branchenerfahrung mit: Studium der Medizintechnik an der Fachhochschule Villingen-Schwenningen, Diplomarbeit an der Universitätsklinik Freiburg sowie Stationen am Helmholtz-Institut in Aachen und als Projektmanager bei Osypka, Medtronik und Biotronik prädestinieren ihn dafür „die Anforderungen von Applikationen aus dem Feld in die Arburg-Welt zu übersetzen“, wie er einen Teil seiner neuen Aufgabe selbst beschreibt.
Sein Kollege Kitzlinger bennent auf den Technologie-Tagen indes die folgenden Trends beim Spritzgießen in der Medizintechnik:
- Segment Pharmaverpackung: „Hier gibt es neben den klassischen Tablettenverpackungen durchaus Schnittstellen mit der Medizintechnik, zum Beispiel bei vorgefüllten Spritzen, Insulin-Pens, Inhalern und anderen Dosiersystemen.“
- Wachstumsmarkt Diagnostik: „ Mit unseren Präzisions-Schnellläufermaschinen bieten wir die erforderliche Technik für den High Volume Market an Disposables wie zum Beispiel Pipettenspitzen, Blutröhrchen etc.“
Speziell im Bereich des anspruchsvollen Präzisionsspritzgießens von Pipettenspitzen richtet Kitzlinger den Blick schon mal von den Technologie-Tagen 2017 in Loßburg auf die anstehende Chinaplas vom 16. bis 19. Mai in Guangzhou: „Dort zeigen wir eine vollautomatisierte Lösung mit einer Zykluszeit von nur 4,7 Sekunden. Das können lokale Anbieter nicht. Weder in Sachen Werkzeugbau, noch bei der Maschinenpräzision und der Automatisierung.“
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