France

Additive Fertigung
Individuelle Speiseröhrenstents mittels additiver Fertigung

Ein Gastbeitrag von Daniel Michael Berger und Thomas Brinkmann* 6 min Lesedauer

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Aktuell werden im Rahmen der Behandlung eines Ösophaguskarzinoms standardisierte Stents eingesetzt. Da jeder Patient individuell ist, birgt dies für den Einsatz standardisierter Stents einige Nachteile. Die Patientenindividualisierung durch die additive Fertigung bringt verschiedene Fertigungsmöglichkeiten mit Vorteilen aber auch Herausforderungen mit sich.

Additiv gefertigter flexibler Stent [6] (Bild:  Impetus Plastics Engineering GmbH)
Additiv gefertigter flexibler Stent [6]
(Bild: Impetus Plastics Engineering GmbH)

Speiseröhrenkrebs zählt statistisch zu den häufigsten Tumorarten der Welt und wird im Vergleich zu anderen Krebserkrankungen, auch aufgrund fehlender Routineuntersuchungen, häufig erst im Endstadium erkannt [1]. Als Folge der späten Erkennung des Karzinoms ist in vielen Fällen eine operative Entfernung nicht mehr möglich. Als palliative Maßnahme werden aktuell Formgedächtnismetallstents, vorwiegend NiTiNol-Stents, an die betroffene Stelle im Ösophagus eingesetzt, um dem Patienten ein möglichst normales restliches Leben zu ermöglichen. Der Stent nimmt dabei die Rolle als Gefäßstütze ein und dient zur Offenhaltung der Speiseröhre, um dem betroffenen Patienten eine weitere Nahrungsaufnahme zu ermöglichen.

NiTiNol-Stents sind Geflechtstents, welche große Verformungen zulassen. Dies ist aufgrund der Schluckbewegung (Peristaltik) notwendig. Die Stents werden in verschiedenen Längen und Durchmessern, allerdings nicht patientenindividuell, angeboten [2].