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VDI-Dreiländertagung In der Stadt des Zeppelins

Autor / Redakteur: Annedore Bose-Munde / Kathrin Schäfer

Die 8. VDI-Dreiländertagung Kunststoffe in der Medizintechnik findet am 27. und 28. April in Friedrichshafen statt. Devicemed wirft schon einmal einen Blick auf die Agenda und die Inhalte einzelner Vorträge.

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Ende April dreht sich in Friedrichshafen alles um Kunststoffe in der Medizintechnik.
Ende April dreht sich in Friedrichshafen alles um Kunststoffe in der Medizintechnik.
(Bild: pure-life-pictures, nerthuz - Fotolia)

Ein Thema in Friedrichshafen ist die Zusammenarbeit zwischen Spritzgießer und diagnostischer Industrie. So wird Dr. Thomas Schwarz, Head of Center of Excellence for Consumables bei der Roche Diagnostics International AG in der Schweiz, in seinem Vortrag „Zwischen Blut und Stahl – Einwegspritzgussteile im diagnostischen Workflow“ auf die Herausforderungen für die diagnostische Industrie und ihre Spritzgusspartner sowie auf das passgenaue Schnittstellenmanagement eingehen.

Einwegspritzgussteile für die Probenvorbereitung und zur weiteren Analyse auf dem diagnostischen Instrument stehen normalerweise nicht im Fokus des Interesses einer diagnostischen Firma. Nichtsdestotrotz müssen sie einerseits im diagnostischen Workflow hohe technische Anforderungen bezüglich der Oberflächen, Materialkompatibilität, Maßhaltigkeiten, Kontaminationsfreiheit und eventuell optischer Eigenschaften erfüllen. Andererseits ist die konstante und zuverlässige Versorgung mit kostengünstigen Teilen von hoher Qualität von Bedeutung. Dies stellt das Design, den Produktionsprozess beim Spritzgießer und nicht zuletzt die Abstimmung und Kommunikation zwischen Hersteller und diagnostischen Kunden vor Herausforderungen.

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„Spritzgussteile für den diagnostischen Workflow sind hochkomplex und kritisch. Daher braucht es innerhalb der diagnostischen Industrie Organisationen, die sich diesem Thema professionell widmen. Zusammen mit Suppliern, die die vielfältigen hohen Anforderungen erfüllen können, müssen diese die Marktbelieferung kostenkompetitiv sicherstellen können“, unterstreicht Schwarz, denn: „Die In-vitro-Diagnostik ist ein wachsender Markt mit hohem Einfluss auf medizinisch relevante Entscheidungen.“

Kunststoffe als Hautersatzmaterialien

Über Kunststoffe in der Unfallchirurgie und Orthopädie sowie die relevanten Indikationsbereiche wird Prof. Dr. med. Kuno Weise, ehemaliger Professor für Unfallchirurgie und ärztlicher Direktor der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik der Universität Tübingen, referieren. „In Zusammenarbeit mit der Industrie, im Einzelnen mit pharmazeutischen und medizintechnisch tätigen Unternehmen, wurden Kunststoffmaterialien entwickelt, die beispielsweise als Hautersatzmaterialien bei der Wundbehandlung, als Gelenkpartner in der Endoprothetik wie auch in der rekonstruktiven Chirurgie von Band- und Sehnenverletzungen zum Einsatz kommen. Durch ständige Optimierung dieser Materialien konnten Haltbarkeit, Gewebeverträglichkeit und Anwenderfreundlichkeit in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich verbessert werden.“

Durch die steigenden regulatorischen Anforderungen für Consumables im Life-Science-Bereich wird es immer wichtiger, relevante Daten über Produkte, Inhalte, shelf life sowie Prozessbedingungen zu dokumentieren und, wenn möglich, dem Produkt mitzugeben. Die Rückverfolgbarkeit und automatisierte Identifikation von medizinischen Proben in Kunststoffbehältnissen sind also notwendig. Die Elektronik in Kombination mit Kunststoff bietet mittlerweile Lösungen wie die RFID-Technik. „Wir sehen klare Anwendungsgebiete im Labor, im Analytikbereich und bei medizinischen Proben, um die Patientensicherheit zu erhöhen und Mehrfachanwendungen zu verhindern, sowie bei der eindeutigen Patienten-Zuordnung von Medikamenten“, erläutert Kurt Eggmann, Director Sales und Marketing bei Weidmann Medical Technology. Es gelte, der Medizintechnik-Branche aktuelle wie zukünftige Möglichkeiten aufzuzeigen, damit diese in Neuentwicklungen einfließen können. Hinsichtlich der Einsparungspotenziale prognostiziert Eggmann: „Kosteneinsparungen durch automatisiertes Datenmanagement sind klar erreichbar. Bei RFID-Anwendungen kann ein Mehraufwand durch x-faches Einlesen von Codes vermieden werden. Die Fehlerquote sinkt, wodurch sich weitere Kosten einsparen lassen.“

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