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Arthrose-Behandlung Implantierbare Entlastungsfeder umgeht gelenkverändernde Knieoperationen

Redakteur: Kathrin Schäfer

In Deutschland leiden mehr als acht Millionen Menschen an Arthrose. Mit dem sogenannten Kine-Spring-System gibt es eine neue Behandlungsmethode, die Patienten mit Kniearthrose erlaubt, wieder ihrem normalen Alltag nachgehen zu können. Hinter dem von Moximed Inc. entwickelten System verbirgt sich eine implantierbare Feder, die die Überbelastung des betroffenen Kniegelenks bei jedem Schritt auffängt.

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Das Besondere an dem neuartigen Implantat ist, dass es nicht direkt in das Kniegelenk, sondern mit Hilfe zweier Scharniere außerhalb des Gelenks eingesetzt wird. Auf diese Weise kann der von Knorpel überdeckte Knochen komplett erhalten bleiben.
Das Besondere an dem neuartigen Implantat ist, dass es nicht direkt in das Kniegelenk, sondern mit Hilfe zweier Scharniere außerhalb des Gelenks eingesetzt wird. Auf diese Weise kann der von Knorpel überdeckte Knochen komplett erhalten bleiben.
(Bild: Moximed)

In Deutschland wird das Verfahren bereits an verschiedenen orthopädischen Fachkliniken getestet und eingesetzt.

Die Feder wird minimal-invasiv implantiert

Das Besondere an dem neuartigen Implantat ist, dass es nicht direkt in das Kniegelenk, sondern mit Hilfe zweier Scharniere außerhalb des Gelenks eingesetzt wird. Auf diese Weise kann der von Knorpel überdeckte Knochen komplett erhalten bleiben. Diese Behandlungsmethode ist gerade für jüngere und aktivere Patienten interessant, die einen gelenkverändernden Eingriff umgehen oder aufschieben möchten.

Die Feder wird minimal-invasiv implantiert. Der Patient muss einen kurzen Klinikaufenthalt – typischerweise bis zu fünf Tage – einplanen. Er darf das Bein unmittelbar nach dem Eingriff belasten, erhält aber in der Regel Gehhilfen, um das Aktivitätsniveau einzuschränken und um so die Wundheilung nicht zu stören. Patienten können gewöhnlich nach zirka sechs Wochen wieder alltäglichen Aktivitäten nachgehen.

Den Einsatz einer Prothese aufschieben

Klinische Studien in Deutschland, Großbritannien und Belgien an 100 Kine-Spring-Patienten haben gezeigt, dass sich bei mehr als 80 Prozent aller Patienten die Arthroseschmerzen deutlich reduziert und die Kniefunktion wesentlich verbessert hat.

Die Klinik für Orthopädie am Universitätsklinikum Magdeburg setzt das neue Verfahren seit Ende 2011 ein. „Mehr denn je kommt es heute auf innovative Operationsverfahren an, die es ermöglichen, das eigene Gelenk möglichst lange zu erhalten und den Einsatz von Gelenkprothesen zu verzögern“, begründet der Oberarzt PD Dr. Christian Stärke den Einsatz dieser Behandlungsmethode.

„Menschen mit Kniearthrose leiden unter ständigen, starken Schmerzen. Es kommt schließlich zu einem Punkt, an dem Medikamente die Beschwerden nicht mehr lindern können. Viele Patienten seien zu diesem Zeitpunkt aber noch zu jung und zu aktiv und fühlen sich nicht bereit für einen gelenkverändernden Eingriff. Das Kine-Spring-System dagegen sei ein schonendes und reversibles Verfahren, mit dessen Hilfe der Patient zu einer normalen Lebensweise zurückkehren kann und den Einsatz einer Prothese aufschiebt.“

Das Kine-Spring-System wurde bis heute bei über 300 Arthrosepatienten u.a. in verschiedenen Europäischen Staaten – darunter Deutschland, Großbritannien, Italien, Belgien und Frankreich – erfolgreich implantiert. In Deutschland wird die Methode außer in der Universitätsklinik Magdeburg in 18 weiteren Kliniken angeboten. Wesentlich ist, dass das System gelenkschonend ist und somit künftige Behandlungsoptionen offen lässt. Es ist in Europa CE-zertifiziert. In den USA ist es nicht zum Verkauf zugelassen.

Kontakt:

Moximed Inc.

CH-8005 Zürich

www.moximed.com

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