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Lebenszyklusanalyse
Nachhaltigkeit – eine Frage des Produktdesigns

Ein Gastbeitrag von Rachael Baker 5 min Lesedauer

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Der Green Deal soll Europa zum ersten klimaneutralen Kontinent machen. Die damit verbundenen umweltrechtlichen Vorgaben betreffen auch die Medtech-Branche. Dass Produktnachhaltigkeit bereits in der Designphase beginnt, zeigt der CO2-Fußabdruck eines Patient-Blood-Management-Systems.

Mithilfe der Plexus-Ingenieure konnte sowohl der CO2-Fußabdruck des PBM-Systems reduziert werden, als auch die Kosten für den Transport.(Bild:  Plexus)
Mithilfe der Plexus-Ingenieure konnte sowohl der CO2-Fußabdruck des PBM-Systems reduziert werden, als auch die Kosten für den Transport.
(Bild: Plexus)

Die Gesundheitsbranche ist für rund vier Prozent der weltweiten und fünf Prozent der deutschen CO2-Emissionen verantwortlich. Zwei Drittel davon entfallen auf die Medizintechnik und die Pharmaindustrie. Ein Problem der Branche sind fehlende Recyclingverfahren. Nach einem Bericht des Fraunhofer-Instituts für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU) sind mehr als 60 Prozent aller Medizinprodukte als Einwegprodukte zugelassen, wobei die Hälfte aus schwer recyclefähigen Kunststoffen besteht. Allein in deutschen Krankenhäusern fallen so jährlich 4,8 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle an.

Recycling ist in der Branche aus vielen Gründen eine Herausforderung. Viele Einwegprodukte sind Materialkombinationen und lassen sich nur schwer in ihre Einzelteile zerlegen. Hohe Sicherheits- und Hygienestandards schränken die Möglichkeiten des „Reuse, Reduce, Recycle“-Prinzips ein. Auch der Vertrieb und die Rücknahme der Produkte bei Erreichen ihres Lebensendes sind logistisch oft schwierig. Und schließlich müssen Hersteller unabhängig von allen Nachhaltigkeitsinitiativen dem wachsenden Kostendruck standhalten und ihre Produkte kosteneffizient und schnell auf den Markt bringen.