Grundlagenwissen

Förderung in der Medizintechnik: Wo erhält man Fördermittel für die Entwicklung von Medizinprodukten?

| Redakteur: Kathrin Schäfer

EU und Staat unterstützen die Forschung und Entwicklung von Medizintechnik. Dieser Artikel erklärt, wo Medizintechnikunternehmen Informationen zur Förderung erhalten und Fördermittel beantragen können.
EU und Staat unterstützen die Forschung und Entwicklung von Medizintechnik. Dieser Artikel erklärt, wo Medizintechnikunternehmen Informationen zur Förderung erhalten und Fördermittel beantragen können. (Bild: ©DOC RABE Media - stock.adobe.com)

Start-ups und KMU sind häufig auf Fördermittel angewiesen, um ihre Ideen in marktreife Medizinprodukte umzusetzen. EU und Staat unterstützen die Forschung und Entwicklung von Medizintechnik. Wir stellen Anlaufstellen und aktuelle Förderrichtlinien für Medizintechnikunternehmen vor.

Ohne Medizintechnik geht es nicht: Die technischen Geräte zum Einsatz in der Herstellung von Arzneimitteln, in Arztpraxen, Rehabilitationszentren und anderen Einrichtungen helfen, bis ins hohe Alter die Gesundheit zu erhalten. Ohne medizintechnische Geräte wäre die optimale Versorgung der meisten Patientinnen und Patienten gar nicht möglich. Sie kommen in allen Bereichen zum Einsatz: Von der Prävention über die Therapie bis hin zu Rehabilitation und Pflege geht es nicht mehr ohne Technik. Aus diesem Grund wird die Forschung zur Medizintechnik und die Entwicklung neuer Geräte beziehungsweise die stetige Verbesserung bereits vorhandener Techniken gefördert.

Welche Möglichkeiten der Förderung gibt es in der Medizintechnik?

Generell können ganz verschiedene Gebiete der Medizintechnik von unterschiedlicher Seite her gefördert werden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung beispielsweise hat ein Fachprogramm Medizintechnik, das in die Hightech-Strategie und das Rahmenprogramm Gesundheitsforschung der Bundesregierung eingebettet ist. Ziel des Programms ist es, neue Forschungsergebnisse möglichst schnell in konkreten Anwendungen nutzbar zu machen. Die Förderung ist versorgungs- und industrieorientiert und setzt sich aus den fünf Handlungsfeldern Patientennutzen, Innovationstreiber, Mittelstand, Innovationsprozesse und Innovationssystem zusammen. Wie genau die Förderung in jedem einzelnen Gebiet aussieht, welche Bedingungen Projekte erfüllen müssen und wie hoch die Förderung in welcher Form auch immer ausfällt, ist von den konkreten Projekten abhängig.

Zahlreiche Richtlinien zur Förderung von Forschung und Entwicklung, zur Förderung von Zuwendungen für Forschung und Entwicklung sowie einzelne Fördermaßnahmen enthalten detaillierte Informationen darüber, was genau wie und warum gefordert werden darf. Es wäre müßig, hier alle Einzelheiten aufzuführen: Medizintechnik ist komplex, und die Richtlinien zur Förderung sind es nicht minder. Beispiele müssen ausreichen.

Diese Themenfelder werden in der Medizintechnik zurzeit gefördert

Insgesamt werden derzeit mehr als 110.000 Projekte allein von der Bundesregierung gefördert. Die fallen natürlich nicht alle in den Bereich der Medizintechnik. Exemplarisch sollen hier nur wenige der inzwischen teilweise schon in der zweiten Runde geförderten Projekte angesprochen werden:

  • Essen aus dem 3D-Drucker: Im Alter ist die Übertragung durch die Nerven oft nicht mehr so gut. Das Resultat kennt jeder: Essen schmeckt fad, es muss nachgewürzt werden. Kommen dann noch Kaubeschwerden dazu, beispielsweise aufgrund schlecht sitzenden Zahnersatzes, oder Schluckbeschwerden aufgrund von Infektionskrankheiten, macht das Essen einfach keinen Spaß mehr. Ältere Menschen leiden überdurchschnittlich oft an Mangelernährung. Essen aus dem 3D-Drucker kann auch einfach zu handhabende Kost für ältere Menschen optisch ansprechend auf den Teller bringen. Geleitet wird das noch laufende Projekt von Melanie Senger am Institut für Lebensmitteltechnologie an der Hochschule Weihenstephan Triesdorf. Derzeit befinden sich die Arbeiten von „enable“ in der zweiten Förderphase, die vorhandenen Techniken werden also in Zusammenarbeit mit Pflegeeinrichtungen noch weiter entwickelt.
  • Digitalisierung der Medizin: Vermeintliche Kleinigkeiten wie das oben erwähnte Projekt sind nur die eine Seite, wenn es um Förderung von Medizintechnik geht. Auch die Digitalisierung von Medizin gehört in dieses Gebiet. Wenn also die Entwicklung von sogenannten Wearables zur Überprüfung von Blutdruck, Puls und Blutzuckerspiegel gefördert wird, ist das mehr als ein Lifestyle-Gag. Denn schon heute können Menschen mit chronischen gesundheitlichen Problemen Wearables nutzen, um sich sicher im Alltag zu bewegen. Von der häufig bei Kindern eingesetzten Insulinpumpe über Herzschrittmacher bis hin zu einer Überwachung der Vitalfunktionen bei Marathonläufern während des Laufs reichen die Produkte. Auch Software gehört dazu: In den meisten Arztpraxen werden medizinische Daten direkt am Computer erfasst und ausgewertet. Die alte Patientendatei auf Papier gibt es schon lange nicht mehr. Die elektronische Speicherung und Verarbeitung von Daten ist nicht zuletzt in medizinischen Laboren und Krankenhäusern Alltag. Das Bundesministerium ist auch in die Förderung von digitaler Medizintechnik involviert.

Die alte Patientendatei auf Papier gibt es schon lange nicht mehr. Die elektronische Speicherung und Verarbeitung von Daten ist nicht zuletzt in Krankenhäusern Alltag. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung ist unter anderem in die Förderung von digitaler Medizintechnik involviert.
Die alte Patientendatei auf Papier gibt es schon lange nicht mehr. Die elektronische Speicherung und Verarbeitung von Daten ist nicht zuletzt in Krankenhäusern Alltag. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung ist unter anderem in die Förderung von digitaler Medizintechnik involviert. (Bild: gemeinfrei / CC0)

  • Medizininformatik: Ganz konkret wird Medizininformatik gefördert. Das Ziel der Förderung ist die Etablierung von digitalen Infrastrukturen als eine Grundlage für den vernetzten Daten- und Wissensaustausch zwischen Forschung und Versorgung. So können vorhandene Daten mit neuen Forschungsergebnissen verknüpft und damit die Behandlung optimiert werden. Das BMBF unterstützt außerdem die Entwicklung von Methoden, große Mengen an Daten auswerten zu können. Dazu gehört die für Menschen wichtige Visualisierung der erhobenen und ausgewerteten Daten. Beispielsweise Genom-Sequenzierungen sind in ihrer Rohform schwer zu lesen – ausgewertet und sinnvoll visualisiert ist dies einfacher. Bei vielen Projekten, die das BMBF fördert, arbeiten Wirtschaft und Wissenschaft zusammen. Das ist sinnvoll, denn die erforschte und neu entwickelte Medizintechnik sollte auch umsetzbar sein. Und an diesem Punkt wird die Wirtschaft benötigt. Denn nur Medizintechnik, die sich auch praktisch umsetzen und zum Anwender bringen lässt, macht Sinn.

Das Fachprogramm Medizintechnik des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und die fünf Handlungsfelder

Fünf Handlungsfelder hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung ausgesucht, die besonders gefördert werden sollen. Da ist zum einen der Patientennutzen. Nicht jede neue Technologie lässt sich auch sinnvoll für Patienten nutzen und verbessert die Versorgung. Nur wenn der Nutzen für Patienten belegt werden kann, es also gegenüber anderen, bereits vorhandenen Technologien einen höheren Nutzen gibt, erfüllen neue Technologien die Voraussetzungen für eine Förderung. Da nur diejenigen, die wirklich mit Patienten arbeiten und die Behandlungsabläufe detailliert kennen, den Nutzen beurteilen können, sind im Mittelpunkt des Handlungsfelds Patientennutzen relevante Krankheitsbilder, Patientengruppen und Behandlungspfade angesiedelt. Chronische Erkrankungen, psychische und neurologische Krankheitsbilder werden besonders beachtet.

Das zweite Handlungsfeld lässt sich als Innovationstreiber zusammenfassen. Hier liegt der Fokus auf einer bedarfsorientierten Entwicklung von Medizinprodukten. Der hohe Anpassungs- und Kostendruck der verschiedenen Gesundheitssysteme weltweit ist der treibende Faktor. Gerade im Zuge der zunehmenden Digitalisierung werden Innovationen benötigt. Eine intensivierte Zusammenarbeit mit medizinischen Fachgesellschaften ist angestrebt, und die KMU sollen stärker bedarfsgetrieben innovieren. Wichtig: Hier wird nicht so sehr mit Geld gefördert, sondern vielmehr mit Wissen und Informationen.

Das Handlungsfeld Mittelstand darf nicht fehlen. In Deutschland ist die Medizintechnik eine wachstumsstarke Branche, die sich auf rund 1.200 KMU stützt. Diese stellen das Rückgrat der Branche und sollen mit speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Förderrichtlinien noch mehr gestärkt werden. Denn viele Prozesse, die über aufwendige Studien und Tests bis zur Zulassung von Medizinprodukten führen, sind für die KMU aufgrund ihrer Größe nicht machbar.

Videotipp: Kai Schimmelfelder, Master of Management in EU Funds, erklärt, welche Zuschüsse und Fördermittel Unternehmen beantragen können.

Ohne angewandte Grundlagenforschung geht es nicht. Daher ist der Innovationsprozess ein weiteres Handlungsfeld in der Förderung von Medizintechnik durch das BMBF. Für die einschlägigen Forschungsprogramme wurden bis 2020 rund 200 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. Zu diesem Feld gehört neben der Entwicklung von Medizintechnik auch die klinische Prüfung.

Das fünfte und letzte Handlungsfeld ist das Innovationssystem. Der Prozess der Innovationen soll durch eine verstärkte und vor allem frühzeitige Kommunikation zwischen den beteiligten Forschern und Entwicklern sowie Regulierungs- und Zulassungsinstanzen beschleunigt werden. Eine verbesserte Koordination, Synergien sowie die Vernetzung werden gefördert, denn in diesem Feld wurde großes Potential erkannt.

Richtlinien zur Förderung von Forschung und Entwicklung sowie zur Förderung von Zuwendungen

Verschiedene Richtlinien regeln, wie genau Forschung und Entwicklung auf den verschiedenen Gebieten gefördert werden soll. Das BMBF veröffentlicht diese Richtlinien und deren Überarbeitungen regelmäßig online, so dass die Förderung transparent bleibt.

Richtlinie zur Förderung von Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet „Robotische Systeme für die Pflege“

Da die Bevölkerung zunehmend älter wird, steht die Gesellschaft vor großen Herausforderungen in Sachen Pflege. Der Fachkräftemangel auf diesem Gebiet verschärft sich zunehmend. Daher sollen robotische Systeme, die das Potential zur Unterstützung und Entlastung der Pflegekräfte haben, gefördert werden.
Da die Bevölkerung zunehmend älter wird, steht die Gesellschaft vor großen Herausforderungen in Sachen Pflege. Der Fachkräftemangel auf diesem Gebiet verschärft sich zunehmend. Daher sollen robotische Systeme, die das Potential zur Unterstützung und Entlastung der Pflegekräfte haben, gefördert werden. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Diese Richtlinie wurde im Bundesanzeiger vom 14. November 2018 veröffentlicht. Die Bekanntmachung fokussiert insbesondere auf Innovationen, die Pflegekräfte entlasten sollen und die Lebensqualität Pflegebedürftiger verbessern. Da die Bevölkerung zunehmend älter wird, steht die Gesellschaft vor großen Herausforderungen in Sachen Pflege. Der Fachkräftemangel auf diesem Gebiet verschärft sich zunehmend. Daher sollen robotische Systeme, die das Potential zur Unterstützung und Entlastung der Pflegekräfte haben, gefördert werden.

International sind mehr als 100 robotische Systeme auf diesem Gebiet entweder in der Entwicklung oder bereits in Pilottests befindlich. Insbesondere komplexere Systeme befinden sich jedoch noch im Status der Erforschung. Daher ist der Fokus der Bekanntmachung auf innovativen robotischen Systemen, die partizipativ erforscht werden, mit den Nutzenden hinsichtlich einer bedarfsgerechten Erstattung erarbeitet werden und im Kontext der Pflege erprobt und angepasst werden sollen. Zuwendungen werden nach Maßgabe der Förderrichtlinie gewährt, aber es besteht kein Anspruch auf die Zuwendung. Die Bewilligungsbehörde entscheidet jeweils im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel.

Richtlinie zur Förderung von Zuwendungen zum Thema „Innovative medizintechnische Lösungen zur Prävention und Versorgung nosokomialer Infektionen“

Die Richtlinie wurde am 28. August 2018 auf den Weg gebracht und beschäftigt sich mit der Realisierung neuer Produkt- und Prozessinnovationen in der Medizintechnik, die der Prävention und der Versorgung nosokomialer, also behandlungsassoziierter Infektionen dienen. Auslöser für diese Förderung ist die Tatsache, dass Erreger zunehmend Resistenzen entwickeln und seit einigen Jahren insbesondere Antibiotika nicht mehr wirksam sind. Damit setzt das BMBF mit dieser Förderrichtlinie einen Themenschwerpunkt zu wichtigen Versorgungsfragen aus dem Fachprogramm Medizintechnik und insbesondere dem Handlungsfeld Patientennutzen um. Auch diese Zuwendungen werden im Einzelfall von der Bewilligungsbehörde nach Haushaltslage gewährt oder versagt. Gefördert werden sollen aber insbesondere kleinere und mittelständische Unternehmen.

Richtlinie zur Förderung von Zuwendungen zum Thema „Kleine Patienten, großer Bedarf? Medizintechnische Lösungen für eine kindgerechte Gesundheitsversorgung“

Gemäß der Richtlinie „Kleine Patienten, großer Bedarf? Medizintechnische Lösungen für eine kindgerechte Gesundheitsversorgung“ soll die Erforschung und Entwicklung altersgerechter medizintechnischer Lösungen und Hilfsmittel für die jüngsten Patienten gefördert werden: Denn insbesondere für Kinder sind unverhältnismäßig wenige medizintechnische Produkte verfügbar.
Gemäß der Richtlinie „Kleine Patienten, großer Bedarf? Medizintechnische Lösungen für eine kindgerechte Gesundheitsversorgung“ soll die Erforschung und Entwicklung altersgerechter medizintechnischer Lösungen und Hilfsmittel für die jüngsten Patienten gefördert werden: Denn insbesondere für Kinder sind unverhältnismäßig wenige medizintechnische Produkte verfügbar. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Die Richtlinie wurde im Bundesanzeiger vom 19. September 2018 bekanntgemacht. Gefördert werden sollen insbesondere am Standort Deutschland die Erforschung und Entwicklung altersgerechter medizintechnischer Lösungen und Hilfsmittel für die jüngsten Patienten: Denn insbesondere für Kinder sind unverhältnismäßig wenige medizintechnische Produkte verfügbar. Begründet liegt das in den hohen Anforderungen: Vom Frühgeborenen über das Neugeborene und Baby bis hin zu Kleinkind, Kind und Jugendlicher werden jeweils für ein und dasselbe ganz unterschiedliche Produkte benötigt. Die Entwicklung junger Menschen ist in jeder Altersstufe so komplex, dass die Medizintechnik darauf Rücksicht nehmen muss. Zusätzlich sind die ethischen Hemmschwellen bei den notwendigen klinischen Studien bei Minderjährigen sehr hoch.

Antragsberechtigt sind Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, aber auch Hochschulen und forschende Kliniken. Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen können die Förderung ebenfalls beantragen. Allerdings muss die jeweilige Institution eine Niederlassung in Deutschland haben.

Richtlinie zur Förderung von Zuwendungen für „KMU-innovativ: Medizintechnik“

Bereits am 27. Juli 2018 wurde diese Richtlinie auf den Weg gebracht, aber erst am 19. September im Bundesanzeiger veröffentlicht. Hier geht es insbesondere darum, Forschung und Entwicklung von Medizintechnik in den KMU zu fördern, und zwar bevorzugt gegenüber großen und global agierenden Unternehmen. Gegenstand der Förderung sind vereinfachte und beschleunigte Antrags- und Bewilligungsverfahren und der Ausbau der Beratungsleistungen. Die themen- und technologieoffene Ausgestaltung ist ebenfalls zu fördern. Um diese Förderung zu erhalten, müssen Versorgungsrelevanz, klinische und sozioökonomischen Bedeutung, ein gewisser Innovationsgrad sowie die Relevanz der Forschung für die Stärkung der Marktposition des Unternehmens in Frage gegeben sein. Gewährt wird die Förderung im Rahmen der vorhandenen Haushaltsmittel.

High-Tech Gründerfonds – unterstützt vom BMWi

Dieser Gründerfonds investiert in Unternehmen, die vielversprechende Forschungsergebnisse aufgreifen und unternehmerisch umsetzen. Investiert wird Risikokapital, und der Fonds unterstützt nur Technologieunternehmen. Anfangs beteiligt sich der Fonds immer mit 600.000 Euro, insgesamt stehen bis zu 2 Mio. Euro je Unternehmen zur Verfügung.

Die Medizintechnikbranche in Deutschland ist stark mittelständisch geprägt. Förderprogramme wie beispielsweise das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand oder KMU Innovativ bieten sich desalb für Medizintechnikunternehmen an.
Die Medizintechnikbranche in Deutschland ist stark mittelständisch geprägt. Förderprogramme wie beispielsweise das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand oder KMU Innovativ bieten sich desalb für Medizintechnikunternehmen an. (Bild: BV-Med)

Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) – BMWi

Das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand, kurz ZIM, unterstützt besonders kreative Unternehmen, die gute Ideen realisieren wollen. Jüngst war dies beispielsweise ein Gestrick aus Titan, das bei einem Bandscheibenvorfall hilft. Dabei können Einzelprojekte genauso gefördert werden wie Kooperationsprojekte. Das Programm wird vom BMWi, dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, getragen. Die geförderten Forschungs- und Entwicklungsprojekte müssen marktorientiert sein und sollen die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens nachhaltig verbessern.

Derzeit in der Testphase: Eine Bandscheibenprothese aus Titangestrick soll als Dämpfungselement im Hals­wirbelsäulenbereich eingesetzt werden. Sie wurde auf dem Innovationstrag Mittelstand 2018 vorgestellt.
Derzeit in der Testphase: Eine Bandscheibenprothese aus Titangestrick soll als Dämpfungselement im Hals­wirbelsäulenbereich eingesetzt werden. Sie wurde auf dem Innovationstrag Mittelstand 2018 vorgestellt. (Bild: Weller Institut Tübingen)

Innovationsgutscheine des BMWi

Die Innnovationsgutscheine des BMWi sind von den entsprechenden Gutscheinen der einzelnen Bundesländer, die teilweise zusätzlich fördern, zu unterscheiden. Gewerbliche Unternehmen können sich um diese Zuschüsse bewerben. Antragsberechtigt sind alle KMU. Umfang, Konditionen und Antragsverfahren unterscheiden sich bei den unterschiedlichen Gutscheinen, die das BMWi herausgibt und die bei den Bundesländern Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Bayern etc. beantragt werden können.

BMBF-Förderprogramme und Richtlinien

Die Schwerpunkte, Handlungsfelder und Anliegen der Förderprogramme des BMBF wurden bereits thematisiert. Für eine Förderung ist wichtig, wie innovativ das zu fördernde Vorhaben aus wissenschaftlicher oder technischer Sicht ist. Die Erfolgsaussichten werden bewertet, und man ist bestrebt, Doppelförderungen zu vermeiden. Die Richtlinien für die zahlreichen Programme werden im Bundesanzeiger veröffentlicht, so dass die Förderung insgesamt transparent ist.

SIGNO – Schutz von Ideen für die Gewerbliche Nutzung

Mit SIGNO hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie eine Initiative geschaffen, die Schüler wie Erwachsene, aber auch Hochschulen und KMU in ihrer erfinderischen Tätigkeit so weit möglich gefördert werden sollen. Hier sind ganz unterschiedliche Maßnahmen zusammengefasst, die verschiedene Zielgruppen ansprechen.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft

Als eingetragener Verein fungiert die Deutsche Forschungsgemeinschaft als eine Selbstverwaltungseinrichtung zur Förderung der Wissenschaft und Forschung. Der Etat lag 2017 bei knapp 3,2 Mrd. Euro.

Neben den genannten gibt es noch zahlreiche weitere Förderprogramme des Bundes, der einzelnen Bundesländer und der EU. Die meisten davon sind im Internet leicht zu finden und werden an gegebener Stelle beworben. Sie alle vorzustellen und ihre Möglichkeiten aufzuzeigen, würde den Rahmen dieses Textes bei Weitem sprengen, denn jede Fördermaßnahme ist auf eine ganz bestimmte Zielgruppe mit ganz bestimmtem Fokus zugeschnitten. Als erster Überblick, was alles möglich ist, mögen die genannten Förderungen genügen. Da die Möglichkeiten so unübersichtlich und komplex sind, hilft unter anderem der Förderkompass online, sich die für das eigene Projekt in Frage kommenden Förderungen genauer anzusehen.Der Kompass ist speziell auf Medizintechnik zugeschnitten und lässt sich intuitiv bedienen.

Anlaufstellen für die Förderung von Medizintechnik:

  • Forschungsförderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung: Das Rahmenprogramm Gesundheitsforschung gibt die strategische Ausrichtung der medizinischen Forschung für die nächsten Jahre vor.
  • Participant Portal der Europäischen Union: Die EU fördert Forschungsvorhaben bis zum Jahr 2020 über „Horizont 2020“.
  • BMBF-Formularschrank: Unter diesem Link stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung Formulare bereit für Anträge auf Forschungsförderung.
  • Nationale Kontaktstelle Lebenswissenschaften: Hier finden Interessierte Informationen dazu, wie die Forschung im Bereich Life Sciences (Medizin, Umwelt, Ernährung) unterstützt wird.
  • Förderdatenbank des Bundes: Über die Förderdatenbank der Bundesregierung erhalten Interessierte einen umfassenden und vor allem aktuellen Überblick über die Förderprogramme sowohl des Bundes, der Länder als auch der Europäischen Union.

Nützliche Links zur Förderung von Forschung und Innovationen

  • Forschung und Innovation für die Menschen. Die Hightech-Strategie 2025. 62-seitige Broschüre des Bundesministerums für Bildung und Foschung (Stand: September 2018).
  • Forschungs- und Innovationsförderung. Ein Wegweiser für kleine und mittlere Unternehmen. Herausgegeben vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (Stand: Juli 2018)
  • KMU-innovativ. Vorfahrt für Spitzenforschung im Mittelstand. Ein Flyer des Bundesministerums für Bildung und Forschung (Stand: September 2018)

Fazit: Wer eine Förderung benötigt, sollte sich informieren und bewerben

Firmen, die in der Medizintechnik aktiv sind und Förderung für Innovationen, Verbesserungen und den Schritt von Forschung und Entwicklung auf den Markt benötigen, sollten sich in einem ersten Schritt schlau machen, welche Förderungen für sie überhaupt in Frage kommen. Denn nicht jede Stelle fördert jedes Projekt. Im Rahmen einer Beratung werden dann auch die Bewerbungsprozesse und die Erfolgsaussichten für die jeweiligen Förderungen klar. Da manche Förderungen nur nach Haushaltslage gewährt werden, kann es auch lohnen, sich nicht sofort, sondern zu einem anderen Zeitpunkt um die Förderung zu bemühen. Ob die Förderung als Institution, Firma, Forschungseinrichtung oder über eine Privatperson beantragt wird, ist ebenfalls von der jeweiligen Fördermaßnahme abhängig.

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