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Finanzinvestoren erobern den Gesundheitssektor

| Redakteur: Kathrin Schäfer

Die Top-Healthcare-Buyouts 2014: Die Hälfte davon hat in EMEA stattgefunden.
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Die Top-Healthcare-Buyouts 2014: Die Hälfte davon hat in EMEA stattgefunden. (Bild: Dealogic, Literaturrecherche, Bain & Company)

Trotz hoher Bewertungen und eines harten Wettbewerbs hat sich das Investitionsvolumen von Private-Equity-Fonds im europäischen Gesundheitssektor 2014 auf nahezu 10 Mrd. US-Dollar verdreifacht. Weltweit wurde eine Verdopplung auf rund 30 Mrd. US-Dollar erzielt.

Dies entspricht elf Prozent aller Private-Equity-Transaktionen im vergangenen Jahr. Die vierte Ausgabe des Global Healthcare Private Equity Report von Bain & Company, einem Beratungsunternehmen für die Private-Equity-Branche, zeigt Schwerpunkte und Herausforderungen bei neuen Investments auf. Zugleich wird erläutert, warum Private-Equity-Fonds eine immer wichtigere Rolle in der Gesundheitsbranche spielen.

58 neue Beteiligungen in der Healthcare-Branche im Jahr 2014

Im November 2014 übernahm die Beteiligungsgesellschaft EQT gemeinsam mit der Santo Holding der Unternehmerfamilie Strüngmann die Hörgerätesparte von Siemens für 2,7 Mrd. US-Dollar. Diese weltweit drittgrößte Transaktion 2014 im Gesundheitssektor war für die europäische Private-Equity-Branche die Krönung eines investitionsintensiven Jahrs. Insgesamt beliefen sich die Investitionen von Buy-out-Fonds auf 9,6 Mrd. US-Dollar. Dafür wurden 58 neue Beteiligungen in der Healthcare-Branche erworben. Im Jahr zuvor waren es zwar 62 Deals gewesen, der Gesamtwert aber hatte lediglich bei 3,2 Mrd. US-Dollar gelegen. Dies entspricht dem weltweiten Trend des steigenden Deal-Volumens bei rückläufiger Zahl neuer Beteiligungen. Hohe Bewertungen und ein harter Wettbewerb prägten das Geschäft in einem freundlichen Kapitalmarktumfeld.

Finanzinvestoren beschleunigen Wandel im Gesundheitswesen

Finanzinvestoren sind im Gesundheitssektor weiter auf dem Vormarsch. „Das Engagement der Private-Equity-Unternehmen allein in der europäischen Healthcare-Branche nimmt seit 15 Jahren kontinuierlich zu“, stellt Dr. Franz-Robert Klingan, Partner bei Bain & Company und Co-Autor der Studie, fest. „Viele konzentrieren sich mittlerweile mit speziellen Teams auf dieses Segment und nutzen die Chancen, die sich effizienten Marktteilnehmern in Zeiten angespannter Haushaltslagen bieten.“ Das Gesundheitswesen muss den demografischen Herausforderungen mit einem Effizienzschub in allen Bereichen begegnen – von der Arzneimittelherstellung und Medizintechnik über die Krankenhäuser bis hin zu Dienstleistern. Diesen Wandel können Finanzinvestoren gestalten und beschleunigen. Bestes Beispiel ist die Waterland Private Equity mit der deutschen Klinik- und Pflegeheimgruppe RHM. Nach der Übernahme der Median-Kliniken von Advent International im Dezember 2014 – weltweit die fünftgrößte Transaktion im vergangenen Jahr – formt Waterland einen Versorgungsanbieter mit 72 Reha-Einrichtungen, Akutkliniken und Pflegeheimen.

US-amerikanische Unternehmen verlegen Hauptsitz nach Europa

Im Gesundheitssektor sehen sich Private-Equity-Unternehmen noch viel stärker als in anderen Branchen einem harten Wettbewerb mit strategischen Investoren gegenüber. Gerade in dem für Buy-out-Fonds besonders interessanten Transaktionsbereich zwischen 0,5 und 5 Mrd. US-Dollar werden sie immer wieder von strategischen Käufern überboten, die mit Blick auf Wachstumsambitionen und Synergiepotenziale einen Aufpreis zahlen. 2014 kamen mit dem temporären Sondereffekt der Tax Inversions zusätzliche Transaktionsvolumina zum Tragen. Dabei kaufen US-amerikanische Unternehmen (keine Fonds) europäische und verlegen ihren Hauptsitz nach Europa, was erhebliche Steuervorteile mit sich bringt. Einige große Deals im letzten Jahr sind vor diesem Hintergrund zustande gekommen und haben das Transaktionsvolumen 2014 künstlich vergrößert. Durch diese Tax Inversions stiegen die Deal-Aktivitäten sprunghaft auf 406 Mrd. US-Dollar an und übertrafen nicht nur die 213 Mrd. US-Dollar aus dem Vorjahr, sondern auch die bisherigen Höchststände der Jahre 2006 und 2007 deutlich.

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