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Durchstarten 2021 „Es wäre verrückt, nach der Pandemie alles wieder auf den ursprünglichen Zustand zurückzustellen“

Redakteur: Julia Engelke

Wild fertigt im Auftrag von Kunden Komponenten und Produkte für die Medizintechnik. Wie hat sich die Arbeit in den vergangenen Monaten durch die Corona-Pandemie verändert? Der CTO der Wild Gruppe Wolfgang Warum gibt Antworten.

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Wolfgang Warum ist CTO der Wild Gruppe.
Wolfgang Warum ist CTO der Wild Gruppe.
(Bild: Daniel Waschnig/Wild)

Herr Warum, beschreiben Sie das allgemeine Stimmungsbild in Ihrem Unternehmen.

Die Stimmung ist sehr positiv. Unser Team ist agil unterwegs und stolz auf das Geschaffte.

Welche Probleme/Herausforderungen treten in Ihrem Unternehmen während der Covid-19-Krise auf?

Am Anfang war die Unsicherheit groß, nicht an Kunden heranzukommen, sie nicht besuchen zu können, um Ansätze für eine Zusammenarbeit zu finden. Das war eine Herausforderung. Sorgen bereitete uns zunächst auch die Frage: Wie schaffen wir es, als Auftragsfertiger die Produktion aufrecht zu erhalten, sollte es zu Infektionen kommen? Der dritte große Bereich, um den wir uns verstärkt kümmern mussten, war die Supply Chain. Hier galt es, Unsicherheiten zu erkennen und alternative Lösungswege zu finden. Alle drei Herausforderungen haben wir bravourös gemeistert. Ausfälle sind ausgeblieben, wir konnten Neukunden gewinnen und auch die Supply Chain haben wir im Griff. Das ist nicht zuletzt auf die zahlreichen Maßnahmen zurückzuführen, die unser eigener Corona-Kistenstab ausgearbeitet hat. Diese reichen von innovativen Co-Working und Kommunikations-Tools, mit denen wir Kontakte knüpfen, Projekte weiterhin gemeinsam entwickeln und auch sicher verlagern bis hin zu Filteranlagen zur Schaffung eines keim- und virengereinigten Umfelds für unser Mitarbeiter.

Wie wirken sich diese Probleme auf Ihre eigene Arbeit aus?

Die persönlichen Treffen mit Kunden, Mitarbeitern und Lieferanten haben sich in kurzfristig anberaumte Online-Meetings gewandelt. Die Taktrate wurde drastisch erhöht und so gab es für jede Herausforderung sofort eine Lösung. Barrieren wie Anreisezeiten und die Planung von Geschäftsreisen fielen ja plötzlich weg.

Werden wir wieder zu einem „Normalzustand“ wie vor der Krise zurückkehren oder werden sich Prozesse und Abläufe künftig dauerhaft ändern? Wenn ja, mit welchen Änderungen rechnen Sie?

Die Frage ist: Was ist der Normalzustand? Nach unserem Empfinden sind wir jetzt im Normalzustand, der von der aktuellen Situation vorgegeben wird. Unsere Rahmenbedingungen haben sich geändert und wir passen uns an diese an. Es wäre verrückt, nach der Pandemie alles wieder auf den ursprünglichen Zustand zurückzustellen. Wir haben unheimlich viel aus den letzten Monaten gelernt und werden diese positiven Aspekte auch in Zukunft weiterführen.

Welche Lerneffekte haben Sie aus der Krisensituation mitgenommen und fühlen Sie sich für die Zukunft gewappnet?

Ein Lerneffekt war, dass auch Online-Meetings ganz real zwischen Menschen stattfinden. Sie erlauben echte Kommunikation, aber unkomplizierter und ortsungebunden. Sobald persönliche Treffen wieder möglich sind, werden diese natürlich wieder stattfinden. Sie werden aber Online-Meetings nicht ablösen, sondern ergänzen. Wir haben auch gelernt, dass Time-to-Market einer der wichtigsten Aspekte ist. Rückblickend muss man sagen, dass in diesem Bereich noch viel Potential schlummerte, das wir nun geweckt haben. Agilität ist und bleibt der Erfolgsfaktor der Zukunft.

Gibt es positive Aspekte, die Sie für Ihren Arbeitsalltag aus der Covid-19-Krise mitnehmen?

Die Flexibilität ist in allen Belangen deutlich gestiegen. Bei Arbeitnehmern, Kunden und Arbeitgebern. Das ist genau die Richtung, in die wir uns bewegen müssen.

Welchen Herausforderungen abseits von der Covid-19-Krise sehen Sie sich in Ihrem Arbeitsalltag derzeit ausgesetzt?

Es wird immens wichtig, die Digitalisierung in Europa weiter voranzutreiben, die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen und sie nicht als Bedrohung der Arbeitswelt, sondern als Chance zu sehen.

Wie hat sich Ihre Arbeit in den vergangenen Jahren verändert?

Die Veränderungsgeschwindigkeit ist deutlich erhöht. Die Anforderungen und Rahmenbedingungen verändern sich in immer kürzer werdenden Zyklen. Dadurch ist es wichtig, agile Methoden anstatt Wasserfall-Methoden in allen Bereichen einzusetzen.

Wenn Sie einem/-r Einsteiger*in Ihr Arbeitsgebiet schmackhaft machen wollen, wie machen Sie das?

In der Medizintechnik können wir technologisch anspruchsvolle, sinnstiftende Produkte realisieren, die das Leben der Menschen erleichtern, es verbessern und manchmal auch retten. Was gibt es Schöneres.

Welche persönlichen Worte möchten Sie Kolleg*innen in Ihrer Branche und Ihrem Unternehmen mit auf den Weg geben?

Gerade diese Pandemie hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, in der Medizintechnik vernetzt zu sein und gemeinsam neue Wege für eine positive Zukunft zu finden.

Herr Warum, vielen Dank für Ihre Antworten.

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