France

Endoprothesenregister ergänzt Standzeiten um Patientenurteile

Von Guido Deußing 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Wie lange eine Endoprothese im Körper bleibt, bildet den Behandlungserfolg nur teilweise ab. Das Endoprothesenregister Deutschland veröffentlicht im Jahresbericht 2026 erstmals Ergebnisse seiner Patientenbefragungen zu Schmerzen, Gelenkfunktion und Zufriedenheit. Die Daten ergänzen die Standzeitauswertung, stammen bislang aber aus einem kleinen Teilnehmerkreis.

Standzeiten und Patientenbefragungen erfassen unterschiedliche Aspekte der Versorgung mit künstlichen Hüft- und Kniegelenken.(Bild:  Redaktion DeviceMed, KI-generiertes Symbolbild)
Standzeiten und Patientenbefragungen erfassen unterschiedliche Aspekte der Versorgung mit künstlichen Hüft- und Kniegelenken.
(Bild: Redaktion DeviceMed, KI-generiertes Symbolbild)

Auch ein Patient, der seine Endoprothese nicht wechseln lässt, kann Schmerzen haben oder mit ihrer Funktion unzufrieden sein. Das Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) erfasst deshalb zusätzlich patientenberichtete Behandlungsergebnisse, sogenannte Patient Reported Outcome Measures (PROMs). Sie ergänzen die Standzeitauswertung um die Einschätzung der Patienten [1].

Registerdaten als Grundlage

Für 2025 dokumentierte das freiwillige Register insgesamt 422.368 Hüft- und Knieeingriffe. Seit Beginn der Erfassung sammelte es mehr als 3,7 Millionen Operationsdokumentationen. Die Kliniken liefern Angaben zu Eingriffen und verwendeten Implantatkomponenten. Eine Produktdatenbank enthält u. a. deren Material- und Größenmerkmale. Ergänzende Krankenkassendaten ermöglichen die Nachverfolgung auch dann, wenn Folgeeingriffe in einer anderen Klinik stattfinden. Hersteller erhalten strukturierte Auswertungen zur Standzeit ihrer Produkte, die sie bei der Überwachung nach dem Inverkehrbringen unterstützen [1].

Seit Januar 2025 steht die zusätzliche Patientenbefragung allen interessierten Kliniken offen; bereits der Vorjahresbericht beschrieb das Verfahren [2]. Nach der Anmeldung durch die Klinik erhalten Patienten automatisch Einladungen per E-Mail. Mit jeweils zwölf Fragen erfassen der Oxford Hip Score und der Oxford Knee Score Schmerzen und Gelenkfunktion. Befragungen sind vor dem Eingriff sowie nach sechs, zwölf und 24 Monaten vorgesehen. Nach der Operation kommt eine Frage zur allgemeinen Zufriedenheit hinzu [1].

Erste Ergebnisse aus kleiner Teilnehmergruppe

Bis Ende 2025 beteiligten sich 24 Kliniken. Für den Vergleich vor der Operation und sechs Monate danach lagen auswertbare Angaben von 189 Patienten mit geplantem vollständigem Hüftgelenkersatz und 151 Patienten mit vollständigem Kniegelenkersatz vor. Bei 185 der Hüftpatienten und 144 der Kniepatienten stieg der aus den Schmerz- und Funktionsfragen gebildete Gesamtwert [1].

Was die Standzeit offenlässt

Die Standzeit beschreibt, wie lange eine Prothese unverändert im Körper verbleibt, bevor sie gewechselt, ergänzt oder ausgebaut wird. Schmerzen oder Einschränkungen führen jedoch nicht immer zu einer solchen Operation. Patientenbefragungen ergänzen diesen Endpunkt um Beschwerden und die wahrgenommene Funktion im Alltag. Sie bewerten das Behandlungsergebnis. Welchen Anteil daran das Implantat hat, lässt sich aus den ersten Befragungsergebnissen allein nicht bestimmen [1].

Sechs Monate nach dem Eingriff bezeichneten sich rund 69 Prozent der befragten Hüftpatienten und 48 Prozent der Kniepatienten als „sehr zufrieden“. Rund 4 beziehungsweise 6 Prozent waren „unzufrieden“ oder „sehr unzufrieden“ [1].

Die Befragten waren im Median jünger als die jeweiligen Gesamtkollektive des Registers. Zudem setzt die freiwillige Onlinebefragung den Umgang mit digitalen Medien voraus. Die Ergebnisse lassen sich deshalb nicht auf alle Patienten übertragen. Teilnehmende Kliniken erhalten zweimal jährlich ihre Befragungsergebnisse und einen Vergleich mit anderen Einrichtungen [1].

Quellen

[1] Endoprothesenregister Deutschland (EPRD). Jahresbericht 2026. Berlin: EPRD Deutsche Endoprothesenregister gGmbH; 2026. S. 6, 10, 12–15, 18–19, 58, 180–183. doi:10.36186/reporteprd142026.
[2] German Arthroplasty Registry (EPRD). Annual report 2025. Berlin: EPRD Deutsche Endoprothesenregister gGmbH; 2025. S. 13. doi:10.36186/reporteprd132026.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung