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Hydroerosive Bearbeitung Effizientes Entgraten, Verrunden und Kalibrieren für optimale Durchflusseigenschaften

Ein Gastbeitrag von Sonplas GmbH 4 min Lesedauer

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Dosiereinheiten für das Liquid-Handling müssen besonders glatte und gratfreie Oberflächen aufweisen, damit beim Durchfluss nichts anhaften kann. Die Hydroerosive Bearbeitung ist eine effiziente Lösung: Eine mit Schleifpartikeln versetzte abrasive Flüssigkeit wird unter hohem Druck durch die Innengeometrie des Werkstücks gepumpt.

Sonplas bietet Anlagen für die hydroerosive Bearbeitung.(Bild:  www.foto-bernhard.de/Sonplas GmbH)
Sonplas bietet Anlagen für die hydroerosive Bearbeitung.
(Bild: www.foto-bernhard.de/Sonplas GmbH)

„Gerade in der Medizintechnik müssen komplizierte Bauteile oft innen geschliffen, verrundet oder entgratet werden“, sagt Werner Riederer, Vertriebsingenieur bei der Sonplas GmbH mit Sitz im bayrischen Straubing. „Das können etwa Komponenten für die Dosierung sein, die im Liquid-Handling zum Einsatz kommen, aber auch in der Ventiltechnik.“ Für diese besonderen Anwendungen eignet sich der hydroerosive Prozess – oder kurz Hero-Prozess. Mit dem Strömungsschleifverfahren lassen sich innen liegende Bohrungsverschneidungen effizient und v. a. kontrolliert auf Durchfluss kalibrieren, entgraten oder verrunden.

Dabei strömt ein Fluid mit Schleifpartikeln – ähnlich wie flüssiges Schleifpapier – durch das Bauteil entlang an den innen liegenden Bohrungsverschneidungen oder der Bohrungsgeometrie. Riederer nennt ein Beispiel: „Angenommen die Bohrung besitzt einen Durchmesser von zwei Millimetern und geht in eine Bohrung mit Durchmesser einem Millimeter über. An der Bohrungsverjüngung befindet sich eine Kante, an der sich durch den hohen Druck die Schleifpartikel stauen. Dadurch kommt es zum Abtrag. Das hängt davon ab, wie stark der Druck des Fluids ist und welche Schleifpartikel zum Einsatz kommen.“

Dies kommt u. a. einem künstlichen Voraltern des Bauteils gleich. Der Anwender profitiert von einer gleichbleibenden Leistung über die gesamte Lebensdauer des Werkstücks. Entgraten kann beispielsweise auch aufgrund der Funktion eines Bauteils erforderlich sein, aber auch zu einer verbesserten Ergonomie oder der Ästhetik beitragen.

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Flexibel in der Wahl der Bauteile

Bearbeiten lassen sich ganz unterschiedliche Werkstücke. „Entscheidend ist immer die Bohrungsgröße, die es zu bearbeiten gilt. Wir können mit unseren Anlagen Bohrungen mit Durchmesser ab 0,1 bis 5 Millimeter schleifen“, sagt Riederer. Die Werkstücke können aus Stahl oder Edelstahl sein, möglich sind aber auch Aluminium, Magnesium und Edelmetalle wie Gold, Silber oder Platin. Dazu kommen Hartmetalle, etwa für Schneideplatten bei Werkzeugen, Glas, Keramik, Kunststoffe und Faserverbundwerkstoffe.

Auf die Anforderungen angepasstes Prozessmedium

Zunächst werden die Eigenschaften des Prozessmediums eigens auf die Anforderungen des zu bearbeitenden Werkstücks angepasst. Um die gewünschten Durchflusswerte, Geometrien und Verrundungsgrade zu erzielen, wird die dafür optimale rheologische Spezifikation definiert. Die Medien werden dazu je nach Anwendung mineralöl- oder wasserbasiert formuliert und auf Viskositäten von 0,5 bis zu einigen 10.000 mPas (Millipascalsekunde) eingestellt. Die Art, Konzentration und Partikelgrößenverteilung der Abrasiva im Medium bestimmen maßgeblich die erzielbare Abtragleistung und Oberflächenbeschaffenheit der Werkstücke. Als Schleifkorn können hochabrasive Keramiken wie Borcarbid, Aluminiumoxid oder auch künstlicher Diamant eingesetzt werden. „Diese Vielseitigkeit ermöglicht es uns, Bauteile taktzeitoptimiert zu bearbeiten“, beschreibt Riederer.

Die Schleiffluide dienen durch gezielte Additivierung gleichzeitig als wirksamer Korrosionsschutz für die bearbeiteten Kundenbauteile. Durch die guten Benetzungseigenschaften und die Kompatibilität mit Spül- und Prüffluiden lassen sich zudem Partikel mühelos auswaschen, die anders nicht entfernt werden können. Durch intelligente Verfahrenstechnik können je nach Wunsch geforderte Sauberkeitsklassen nach VDA19/ISO16232 erfüllt werden. Der Anwender profitiert damit von einem ganzheitlichen Prozess, der es erlaubt, weitere kostspielige Bearbeitungsschritte einzusparen.

Zum herkömmlichen Prozessmedium hat Sonplas auch eine wasserbasierte Variante. Diese bietet diverse Vorteile: Das Medium ist umweltverträglich und hygienisch, zudem hat es einen geringen CO2-Abdruck. Und weil es das Grundwasser nicht gefährdet, sind die Kosten für die Entsorgung günstiger.

Den Durchfluss sicher kalibrieren

Neben dem Verrunden und Entgraten lässt sich das Hero-Verfahren auch für die Durchflusskalibrierung von Bohrungen einsetzen – etwa in der Ventiltechnik. Dazu wählt der Anwender ein Fluid mit niedriger Viskosität. „Wir legen das Bauteil in unsere Anlage, verrunden die Einlaufkanten der Einspritzlöcher und erhöhen so den Durchfluss um 10 bis 40 Prozent“, erklärt Riederer. Nach dem Hydroerosiven-Prozess hat die Düse einen höheren Durchfluss. Dies bietet einen entscheidenden Vorteil: Nach dem Erodieren liegt die Genauigkeit der Bohrung bei ±3 Prozent, nach dem Hero-Prozess bei prozesssicheren ±1 Prozent. Mit der Hydroerosiven Bearbeitung kann der Anwender also den Durchfluss an seinen Werkstücken sehr genau kalibrieren. Der Bediener kann während des gesamten Prozesses den ansteigenden Durchfluss online überwachen, den geforderten Wert exakt justieren und die Durchflusstoleranzen so prozesssicher einstellen.

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Ob Entgraten, Verrunden oder Kalibrieren, dem Nutzer stehen mit der hydroerosiven Bearbeitung drei verschiedene Anwendungsmöglichkeiten zur Verfügung. Passt er die jeweiligen Parameter an, kann er die unterschiedlichen Bearbeitungsanforderungen prozesssicher und reproduzierbar leisten. „Das Verfahren erfüllt damit alle Zeichnungs- und Bauteilanforderungen“, erläutert Sonplas-Experte Riederer.

Passgenaue Anlagen für jede Anforderung

Sonplas stattet die Anlagen auch mit Rundtischen aus. Damit laufen die Prozesse wie Schleifen, Spülen und/oder Messen des Durchflusses parallel ab. Je nach Anforderung kann jedes Bauteil so bis zu acht Stationen durchlaufen. Der langsamste Arbeitsschritt bestimmt die Taktzeit. Der Anwender kann seine Sondermaschine modular an seine Anforderungen anpassen und z. B. auch nachträglich Prozessstationen wie Spül- oder Messeinrichtungen integrieren.

Anbinden lassen sich auch Datenbanken und MES-Systeme. Entsprechende Bauteilmarkierungen (DMC) ermöglichen eine lückenlose Nachverfolgung der Bearbeitungs- und Prozessdaten. „Durchflusskontrolle und Masterteile, die die integrierte Software in einem bestimmten Zyklus in den Prozess einschleust und in regelmäßigen Abständen überprüft, sind ebenfalls erhältlich“, sagt Riederer.

Weil es sich bei den Anlagen um ein geschlossenes System handelt, können keine Bedienfehler auftreten. Der Mensch an der Maschine muss sich lediglich um das manuelle Beladen kümmern oder bei Bedarf die Paletten wechseln – der Prozess läuft konsequent durch. Bei höherer Stückzahl ist auch eine automatische Beladung möglich, etwa mit einem Roboter-Lademodul. „Damit können wir auch Prozesse miteinander verketten“, beschreibt Riederer. So ließe sich das Belademodul nach dem Erodieren oder Laserbohren vor die Hydroerosive Bearbeitung setzen. Damit legt der Kunde den Rohling nur noch ein und holt hinten das gebohrte, entgratete oder kalibrierte Bauteil ab, das fertig in einer Palette abgelegt ist. „Wir liefern von einfachen Entwicklungsmaschinen bis zu großserientauglichen Anlagen – je nach Anforderung unserer Kunden“, betont Riederer.

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