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Onlinedoctor Digitalisierung und Telemedizin infolge von Corona im Aufschwung

Redakteur: Kristin Breunig

Aufgrund der Corona-Pandemie erlebt die Digitalisierung und auch der digitale Gesundheitsmarkt ein hohes Interesse. Während in manchen Bereichen Versäumnisse eingeräumt werden müssen, wächst die Nachfrage nach Telemedizin. Das Schweizer Start-up Onlinedoctor gilt mit seiner Teledermatologie-Plattform in der D/A/CH-Region als führend.

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Das Start-up Onlinedoctor gilt als führender Anbieter der Teledermatologie in Europa. Fotos eines Hautproblems können samt einer kurzen Beschreibung hochgeladen werden und innerhalb von 48 Stunden gibt ein Dermatologe eine Handlungsempfehlung.
Das Start-up Onlinedoctor gilt als führender Anbieter der Teledermatologie in Europa. Fotos eines Hautproblems können samt einer kurzen Beschreibung hochgeladen werden und innerhalb von 48 Stunden gibt ein Dermatologe eine Handlungsempfehlung.
(Bild: Onlinedoctor)

Gerade in den jetzigen Pandemie-Zeiten, in denen Abstand das Gebot der Stunde ist, wird der Digitalisierung eine große Rolle zugeschrieben. Egal ob Video-Calls, Corona-Warn-App oder Telemedizin. Gerade letztere erhält durch Corona nicht nur ihre Daseinsberechtigung sondern erlebt einen regelrechten Boom. „Dieses Jahr hat den großen Handlungsbedarf für das flächendeckende Angebot von digitalen Anwendungen im Gesundheitsmarkt aufgedeckt und Entscheidungen beschleunigt. Dennoch: Das Potenzial der digitalen Medizin ist noch lange nicht ausgeschöpft“, sagt Leonie Sommer, Geschäftsführerin der Teledermatologie-Plattform Onlinedoctor Deutschland.

Das Schweizer Start-up gilt als die führende Teledermatologie-Plattform der D/A/CH-Region, über die Patienten ein Hautproblem von einem Facharzt innerhalb von 48 Stunden anhand eingesendeter Bilder und Symptomdaten professionell beurteilen lassen können. Mit dem Prinzip der asynchronen Telemedizin, bei dem Arzt und Patient zeitversetzt kommunizieren, kann Onlinedoctor zu einem schnelleren Zugang zur Gesundheitsversorgung beitragen.

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Positive Zwischenbilanz für Onlinedoctor

In 2020 verzeichnete das Unternehmen ein Wachstum von mehr als 250 Prozent zum Vorjahr und hat neben Deutschland und der Schweiz im Herbst auch den österreichischen Markt erschlossen. Leonie Sommer erklärt die Entwicklung so: „Strategische Partnerschaften mit Krankenkassen und Apotheken haben für Auftrieb gesorgt. Corona hat den Abbau von Berührungsängsten mit digitalen Angeboten herbeigeführt.“ Besonders auf Ärzteseite beobachtet Sommer Verhaltensveränderungen. Das Interesse und die Bereitschaft für das Angebot digitaler Anwendungen steige stetig, sodass mittlerweile laut eigenen Angaben mehr als 600 Dermatologinnen und Dermatologen professionell, flexibel und datenschutzkonform mit Onlinedoctor arbeiten.

Aber nicht nur Ärzte nutzen das Corona-Momentum, um sich mit digitalen Angeboten auseinanderzusetzen. Auch auf Patientenseite ist die Zufriedenheit groß. So wäre in 85 Prozent aller Fälle nach der Nutzung von Onlinedoctor ein persönlicher Arztbesuch nicht mehr nötig, so das Unternehmen.

Im Dezember 2020 schloss das Start-up eine Finanzierungsrunde über 5,5 Mio. Schweizer Franken erfolgreich ab. Mit dem Kapital soll weiter in die Internationalisierung, das Wachstum und die technische Entwicklung inverstiert werden.

Leonie Sommer zieht daraus eine positive Bilanz: „Mit diesem Jahr ist die Digitalisierung der Gesundheitsbranche einen entscheidenden Schritt weitergekommen. Aber es liegt auch noch viel Arbeit vor uns. Unser Ziel ist es die integrative Versorgung mithilfe der Teledermatologie zu optimieren und einen zeit- und ortsunabhängigen Zugang zu Gesundheitsleistungen für alle zu schaffen.“

Kooperation

Seit November 2020 kooperiert die Techniker Krankenkasse mit Onlinedoctor. Die gesetzliche Krankenkasse trägt für ihre Versicherten die Kosten des Online-Hautchecks. Mit der Erstattungsfähigkeit baut das Schweizer Start-up wichtige Hürden bei der Nutzung digitaler Gesundheitsleistungen ab. Weitere Partnerschaften mit Krankenkassen in Deutschland und der Schweiz sind für 2021 geplant.

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