Kongress Medizin Innovativ

Digital Health – Hightech-Trends aus Medizintechnik und Pharma

| Redakteur: Peter Reinhardt

„Die Versorgungskosten steigen schneller als das Bruttoinlandsprodukt. Das macht fundamentale Veränderungen der Versorgungsmodelle nötig“, Key-Note-Speaker Prof. Christoph Thuemmler vom Institute for Informatics and Digital Innovation der Edinburgh Napier University.
„Die Versorgungskosten steigen schneller als das Bruttoinlandsprodukt. Das macht fundamentale Veränderungen der Versorgungsmodelle nötig“, Key-Note-Speaker Prof. Christoph Thuemmler vom Institute for Informatics and Digital Innovation der Edinburgh Napier University. (Bild: Forum Medtech Pharma)

Mit ihren unterschiedlichen Facetten und Applikationsfeldern bildete die Digitalisierung in der Gesundheitsbranche das Schwerpunktthema des diesjährigen Kongresses Medizin Innovativ – Medtech Pharma 2014. Innovationen, die im Zuge dieses Trends möglich werden, beschränken sich nicht auf technische Lösungen.

In der Key Note des diesjährigen Kongresses zeigte Prof. Christoph Thuemmler vom Institute for Informatics and Digital Innovation der Edinburgh Napier University, dass die gegenwärtigen Entwicklungen der IT wesentlich weitreichender und grundsätzlicher sind als noch vor einigen Jahren. Innovationen, die im Zuge dieses Trends möglich werden, beschränken sich demnach nicht auf technische Lösungen wie die Auswertung komplexer Bilddaten, Tools zur Krankenhauslogistik oder Navigationshilfen für die Chirurgie. Das sei auch dringend nötig. „Denn die Versorgungskosten steigen schneller als das Bruttoinlandsprodukt“, so Thuemmler.

Fundamentale Veränderungen der Versorgungsmodelle

Er sieht daher heute schon fundamentale Veränderungen der Versorgungsmodelle. So würden Patienten längst dynamisch von einer Vielzahl an Gesundheitsspezialisten umsorgt, statt nur wie traditionelle üblich von allgemeinmedizinischen Hausärzten. Doch das erfordert ein Umdenken bei den Kostenerstattern“, so Thuemmler. In diesem Zusammenhang müssten sich alle Beteiligten auch mit der Visualisierung der Pflege und Krankenhausversorgung auseinandersetzen.

Neue Lösungen zur effizienten Gesundheitsversorgung

„Letztlich“, so Thuemmler, „geht es um völlig neue Lösungen zur effizienten Gesundheitsversorgung, die durch den IT-Fortschritt möglich werden.“ Drei Teilaspekte führt er stellvertretend für den Einfluss der Digitalisierung an:

Da Patienten im digitalen Zeitalter umfassend zu Gesundheitsthemen Zugriff haben, wird der eigenverantwortliche Umgang mit der Gesundheit immer wichtiger. Das hat grundlegende Konsequenzen für die Architektur von Präventions- und Versorgungskonzepten.

Dank der rasanten Weiterentwicklung von Mensch-Maschine-Schnittstellen können Gesundheitsdienstleistungen verstärkt auf allgegenwärtig vorhandene Smartphones oder Tablets zurückgreifen.

Die neu entstandenen und entstehenden Möglichkeiten, extrem große Datenmengen – Stichwort Big Data – zu verarbeiten, erlauben es, aus Studienergebnissen, Registerdaten oder Genomanalysen wichtige Erkenntnisse zur Optimierung und Personalisierung von Therapieansätzen zu extrahieren.

Bedeutender Treffpunkt in der Gesundheitsbranche

Der internationale Kongress ging mit einem sehr positiven Resumee der Veranstalter Bayern Innovativ GmbH und Forum Medtech Pharma e.V. zu Ende: „Der spezielle Charakter des Kongresses ist unser Erfolgsrezept“, ist Dr. Thomas Feigl, Geschäftsführer des Forums Medtech Pharma, überzeugt. Mit rund 900 Teilnehmern habe sich der Kongress, der dieses Jahr vom 2 bis 3. Juli auf der Messe Nürnberg stattfand, als bedeutender Treffpunkt in der Gesundheitsbranche etabliert. Gerade die Kombination aus Vortragsreihen zu wissenschaftlich-technischen und operativ-marktrelevanten Themen mit einer großen Fachausstellung mit über 100 Ausstellern böte ideale Voraussetzungen zur interdisziplinären Vernetzung der Teilnehmer.

Treffen der Xing-Gruppe Medizintechnik

Da passt es gut ins Bild, dass in diesem Jahr zum ersten Mal ein Treffen der Xing-Gruppe Medizintechnik auf dem Programm stand. Wenn auch mit rund 15 Personen etwas weniger Teilnehmer als erwartet diese Gelegenheit zur Vernetzung genutzt haben, war doch speziell die dadurch gegebene Nähe förderlich für intensive persönliche Kontakte. Die werden sicher über das Ende des Kongresses hinaus gepflegt.

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