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ZVEI exklusiv „Die Versorgung Deutschlands mit Medizinprodukten ist nicht in Gefahr“

Das Gespräch führte Julia Engelke

Die Versorgung mit Medizintechnik muss auch in Krisenzeiten sichergestellt werden. Wie das funktioniert, hat die Anfangszeit der Corona-Pandemie gezeigt. Doch Schwierigkeiten in den Lieferketten sind aktuell durch den russischen Krieg in der Ukraine gegeben. Im Interview mit Devicemed erklärt Hans-Peter Bursig* vom ZVEI, was die Medtech-Branche zu erwarten hat.

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„Durch die weltweit steigende Nachfrage nach Gesundheitsleistungen erhöht sich auch die Nachfrage nach Medizintechnik. Dies ist ein weiterer Stabilitätsfaktor für die Branche, denn insbesondere die deutsche Medizintechnik-Branche ist exportstark“, sagt Hans-Peter Bursig, Geschäftsführer Fachverband „Elektromedizinische Technik“ im ZVEI.
„Durch die weltweit steigende Nachfrage nach Gesundheitsleistungen erhöht sich auch die Nachfrage nach Medizintechnik. Dies ist ein weiterer Stabilitätsfaktor für die Branche, denn insbesondere die deutsche Medizintechnik-Branche ist exportstark“, sagt Hans-Peter Bursig, Geschäftsführer Fachverband „Elektromedizinische Technik“ im ZVEI.
(Bild: Devicemed)

Herr Bursig, die Gesundheitswirtschaft ist trotz Pandemie eine stabile Branche. Welchen Anteil hat die Medizintechnik daran?

Die medizinische Versorgung in Krankenhäusern und Arztpraxen ist auf moderne Medizintechnik angewiesen. Neben der Lieferung von neuen Geräten gehören auch die Wartung und Pflege der installierten Produkte zum Angebot der Hersteller. Dieser über die Produktion hinausgehende Teil wirkt zusätzlich stabilisierend für die Branche. Gleichzeitig erhöht sich durch die weltweit steigende Nachfrage nach Gesundheitsleistungen auch die Nachfrage nach Medizintechnik. Dies ist ein weiterer Stabilitätsfaktor für die Branche, denn insbesondere die deutsche Medizintechnik-Branche ist exportstark. Die elektromedizinische Technik etwa erzielt hier zwei Drittel ihres Umsatzes.

Wie wichtig Medizintechnik in Krisenzeiten ist, zeigt auch der russische Krieg in der Ukraine. Wie schätzen Sie die Auswirkungen des Krieges für die Medtech-Branche ein?

Die Auswirkungen lassen sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht vollständig abschätzen. Die Versorgung Deutschlands mit Medizinprodukten ist nicht in Gefahr. Auf alle Fälle aber verlängern sich die Transportwege zwischen Europa und Asien. Das betrifft Zulieferungen ebenso wie fertige Produkte, Importe nach Deutschland wie auch den Export von Deutschland in die Länder Asiens. Prozesse und Abläufe müssen entsprechend angepasst werden. Zudem verschärft die Kriegslage nochmals die Schwierigkeiten in den Lieferketten, die durch die Corona-Pandemie noch immer bestehen.

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* Hans-Peter Bursig ist Geschäftsführer des Fachverbands „Elektromedizinische Technik“ im ZVEI – Zentralverband der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V.

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