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Mit einer Forschungsgruppe an der Berner Fachhochschule in Biel setzte er einen industriellen Roboterarm mit sechs Freiheitsgraden ein, der Objekte an verschiedenen Positionen des Phantoms platzieren kann. Dank diesem weltweit einzigartigen Messverfahren gelingt es, die nötige Genauigkeit und Reproduzierbarkeit der Messungen zu erreichen, dabei gleichzeitig menschliche Fehler zu reduzieren. „Der Vorteil eines komplett automatisierten Testsystems ist, dass man lange und anspruchsvolle experimentelle Protokolle verfolgen und wiederholen kann, wenn am EIT-System Veränderungen vorgenommen werden“, so Gaggero.
Die EIT berechnet ein Bild räumlicher Verteilung von elektrischer Leitfähigkeit im Innern des menschlichen Körpers basierend auf elektrischen Stimulationen und Spannungsmessungen an der Oberfläche. Dabei entstehen tomographische Bilder ohne Einsatz von gesundheitsschädigender ionisierender Strahlung, wie dies beim Röntgen der Fall ist.
Das macht EIT ideal für Anwendungen in der Überwachung von Lungen- und Herztätigkeit von Patienten sowie zur Optimierung von Therapien wie Flüssigkeitszufuhr oder künstliche Beatmung. Dies verbessert den klinischen Behandlungserfolg. Da das neue EIT-System hilft, die Aufenthaltsdauer auf der Intensivstation zu verkürzen, reduzieren sich der Pflege- und damit der Kostenaufwand.
Für seine pionierhafte Herangehensweise zeichnete Electrosuisse, der Schweizer Fachverband für Elektro-, Energie- und Informationstechnik, Dr. Pascal Olivier Gaggero im November 2012 mit dem ITG-Innovationspreis 2012 aus. Um die entwickelte Idee im Markt umzusetzen, entstand das Start-up Swisstom AG. Es konzentriert sich auf die Herstellung eines patientenfreundlichen und klinisch einfach zu handhabenden EIT-Gürtels.
Geistesblitz mit Potenzial für die Zukunft
Inzwischen verfolgt der Erfinder mit einem Team an der Berner Fachhochschule weiter die Perfektionierung des EIT-Systems. Unter der Leitung von Prof. Dr. Volker M. Koch und Prof. Dr. Jörn Justiz am Biomedical Engineering Lab entsteht ein weltweit einzigartiges Kompetenzzentrum für elektrische Impedanztomographie. Als unabhängiges Labor evaluiert es das Leistungsvermögen und die Bilder der verschiedenen Geräte und untersucht sie objektiv auf ihre Qualität für den Einsatz im klinischen Umfeld. Das ist international ein Novum, denn während in der Computertomographie Testverfahren zur täglichen Routine gehören, gab es bisher für die EIT keine Standards.
Elsbeth Heinzelmann, Journalistin Technik u. Wissenschaft
Swisstom AG,
CH-7302 Landquart,
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