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Preisverleihung Die Finalisten des Swiss Medtech Awards stehen fest

Quelle: Pressemitteilung

Drei Unternehmen haben es wieder bis ins Finale des Swiss Medtech Awards geschafft. Wer der glückliche Gewinner ist, entscheidet sich am 14. Juni auf dem Swiss Medtech Day. Das diesjährige Siegerunternehmen kann sich über ein Preisgeld von 75.000 Franken freuen.

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Peter Biedermann, Geschäftsleiter von Swiss Medtech (l.), und Beat Vonlanthen, Präsident Swiss Medtech (r.) bei der Eröffnung des Swiss Medtech Day 2021.
Peter Biedermann, Geschäftsleiter von Swiss Medtech (l.), und Beat Vonlanthen, Präsident Swiss Medtech (r.) bei der Eröffnung des Swiss Medtech Day 2021.
(Bild: Swiss Medtech)

Nach der kürzlich durchgeführten Anhörung vor der Jury stehen die drei Finalisten für den diesjährigen Swiss Medtech Award nun fest: Die Alveolix AG zieht mit einem Lunge-auf-Chip-System zur Verbesserung der Arzneimittelentwicklung ins Schlussrennen. Die Biospectal SA tritt mit einer Smartphone-Anwendung zur Blutdruckmessung an. Und die Healios AG hat es mit einer Smartphone-Technologie zur Überwachung neurologischer Funktionen von Multipler-Sklerose-Patienten ins Finale geschafft.

Für Peter Biedermann, Direktor Swiss Medtech, stehen die Errungenschaften der Finalisten beispielhaft für den Megatrend Digitalisierung, der die gesamte Medtech-Branche erfasst hat. „Der Fortschritt in der Digitalisierung ist so rasant, dass die Regulierung nicht mehr Schritt hält. Wir brauchen Vergütungsmodelle für digitale Gesundheitsanwendungen, damit ihre Vorteile für die Patientenversorgung voll zum Tragen kommen“, erklärt Biedermann. Jury Präsident Prof. Mirko Meboldt, ETH Zürich, würdigt die Leistungen der drei Finalisten: „Aufbauend auf Forschungsergebnissen, haben die Firmen mit einer klaren unternehmerischen Vision und interdisziplinärer Zusammenarbeit Produkte erschaffen, die Maßstäbe setzten und das Potenzial haben, Weltmärkte zu erobern.“

Die Finalisten und ihre Produkte

Die drei Unternehmen haben sich gegen rund 20 Konkurrenten durchgesetzt.

Alveolix AG – Lung-on-Chip System zur Verbesserung der Arzneimittelentwicklung:

Das Berner Start-up hat sich zum Ziel gesetzt, Organe auf Chips (Organs-on-Chip) zum neuen Standard für präklinische Entscheidungen zu machen und damit Wirkstoffentwicklungen zu beschleunigen, Alternativen zu Tierversuchen anzubieten und längerfristig Modellsysteme für die personalisierte Medizin zu schaffen. Die Kombination von Technik und Humanbiologie ist der Erfolgsfaktor für die Schaffung eines Modells, das der Mikroumgebung des menschlichen Organs näher kommt als Standardmodelle.

Die Technologie von Alveolix wird zur Bewertung der Sicherheit und Wirksamkeit von Arzneimitteln während der präklinischen Arzneimittelentwicklung eingesetzt, damit Pharmaunternehmen schneller entscheiden können, ob sie einen Wirkstoff-Kandidaten weiterverfolgen wollen oder nicht. Sie soll dazu beitragen, bessere und sicherere Medikamente für Patienten zu entwickeln und die personalisierte Medizin voranzutreiben. Darüber hinaus können Tierversuche reduziert oder ersetzt werden.

Biospectal SA – Blutdruck-Management mittels Smartphone:

Bluthochdruck betrifft 1,4 Milliarden Menschen weltweit und ist damit die chronische Erkrankung Nummer 1. Sie unter Kontrolle zu halten, ist eine Herausforderung. Das Lausanner Unternehmen für Biosensor-Software hat mit Biospectal Opti BP eine Smartphone-Anwendung und Datenplattform entwickelt, die eine sofortige, allgegenwärtige und genaue Blutdrucküberwachung und -verwaltung aus der Ferne ermöglicht.

Mit einer Fingerberührung der Smartphone-Kamera kann das Telefon in eine medizinische Blutdrucküberwachungslösung verwandelt werden. Biospectal Opti BP ist nach eigenen Angaben die einzige validierte, reine Softwarelösung, die die internationale Norm ISO 81060-2 für die Genauigkeit von Blutdruckmessgeräten erfüllt.

Healios AG – Smartphone-Technologie zur Überwachung neurologischer Funktionen von Multiple-Sklerose-Patienten:

Das Basler Unternehmen hat in Zusammenarbeit mit dem Forschungszentrum für klinische Neuroimmunologie und Neurowissenschaften (RC2NB), das zum Universitätsspital Basel gehört, die Smartphone-Technologie Drea MS für Patienten mit Multipler Sklerose (MS) entwickelt.

Drea MS ist eine App-basierte Anwendung, welche die neurologischen Funktionen des Patienten bei der Ausübung von Alltagsaktivitäten bewertet. Dabei konzentriert sie sich auf Bereiche, in denen MS-Patienten typischerweise unter den Auswirkungen ihrer Krankheit leiden wie Bewegung, Geschicklichkeit, Kognition und Sehen. Die Smartphone-Anwendung erfasst Sensordaten vom Smartphone des Patienten, die dann von Algorithmen zur Berechnung digitaler Messwerte analysiert werden.

Erhöhtes Preisgeld

Das Preisgeld wurde von ursprünglich 50.000 auf 75.000 Franken erhöht. Den bisherigen Sponsoren Lichtsteiner Stiftung, Straumann Gruppe und Ypsomed hat sich neu die Sonova Gruppe angeschlossen. Wer das Preisgeld und die Trophäe entgegennehmen darf, wird auf dem Swiss Medtech Day am 14. Juni in Bern bekannt gegeben.

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