France

Innovationsstandort Deutschland Von der klassischen Industrie- zur Medtech-Nation?

Von Stephan Augsten 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Medizintechnik-Spezialist Precisis sieht Deutschland am Scheideweg zwischen traditioneller Industrienation und aufstrebendem Medtech-Standort. Das Heidelberger Unternehmen hat jüngst ein ambitioniertes Zukunftsbild der Branche gezeichnet – verbunden mit klaren Forderungen an die Politik.

Precisis-CEO Karl Stoklosa glaubt, dass die Medtech-Branche einen entscheidenden Beitrag zur wirtschaftlichen Stabilität Deutschlands leisten kann.(Bild:  Precisis)
Precisis-CEO Karl Stoklosa glaubt, dass die Medtech-Branche einen entscheidenden Beitrag zur wirtschaftlichen Stabilität Deutschlands leisten kann.
(Bild: Precisis)

Deutschland steht nach Einschätzung von Precisis vor einem wirtschaftlichen Umbruch. Das auf neurologische Implantate spezialisierte Unternehmen aus Heidelberg sieht die Medizintechnik-Branche als potenziellen Nachfolger der traditionellen Automobilindustrie. Eine These, die das Unternehmen argumentativ mit verschiedenen Kennzahlen unterfüttert. So verweist das Unternehmen auf ein jährliches Branchenwachstum von acht Prozent bei den Top-100-Unternehmen seit 2019 und einen europäischen Marktanteil von 25 Prozent. Auch die Beschäftigtenzahl von 257.000 Menschen wird als Beleg für die Bedeutung der Branche angeführt.

Precisis-CEO Karl Stoklosa wagt vor diesem Hintergrund eine klare wirtschaftspolitische Positionierung: „Die Medizintechnik-Branche zeigt, dass Deutschland in Hochtechnologien weiterhin weltweit führend sein kann – wenn die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen werden.“ Allerdings beklagt Precisis einige Hürden, und beruft sich dabei auf eine Eurosearch-Umfrage, nach der 78 Prozent der Unternehmen die zunehmende Bürokratie als größte Herausforderung sehen. Weitere Hindernisse seien steigende Personalkosten (72 %) und regulatorische Auflagen durch die EU-Medizinprodukteverordnung (66 %). Die Branche fordere daher von der Bundesregierung eine eigenständige Medtech-Strategie, um regulatorische Hürden zu senken und Innovationen gezielt zu fördern.

Ein weiterer potenzieller Engpass ist der Fachkräftemangel, unterstreicht Precisis. Hochqualifizierte Spezialisten sind demnach bereits jetzt stark nachgefragt, was den Wettbewerb um Talente verschärfe. „Deutschland braucht eine gezielte Medtech-Strategie, um Talente und Investitionen im Land zu halten. Man riskiere, dass Innovationen und Arbeitsplätze ins Ausland abwandern, warnt Stoklosa, der die Politik in die Pflicht nimmt: „Wir haben in Deutschland das Know-how, die Forschungseinrichtungen und die Innovationskraft. Aber wir brauchen auch wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen, um international wettbewerbsfähig zu bleiben.“

Man befinde sich in einer Umbruchphase, in der man die Medizintechnik zu einer Leitindustrie Deutschlands machen könne, so Stoklosa, „aber dafür müssen Bürokratien abgebaut, Investitionen erleichtert und Talente gefördert werden.“ Die Medtech-Branche könne einen entscheidenden Beitrag zur wirtschaftlichen Stabilität Deutschlands leisten, so der Precisis-CEO, sofern Politik und Wirtschaft gemeinsam handelten. „Es braucht gezielte Investitionsanreize und Bürokratieabbau, damit Deutschland als Innovationsstandort konkurrenzfähig bleibt.“

Dieser Artikel ist zuerst erschienen auf unserem Schwesterportal www.healthcare-digital.de.

(ID:50395005)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung