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ZVEI exklusiv Deutsche EU-Ratspräsidentschaft: Europas Innovationskraft im Gesundheitsbereich stärken

| Redakteur: Julia Engelke

Am 1. Juli 2020 übernimmt Deutschland die EU-Ratspräsidentschaft. Hans-Peter Bursig* vom ZVEI ist im Interview mit Devicemed der Meinung, Deutschland sollte sie vor allem nutzen, um Europas Innovationskraft im Gesundheitsbereich zu stärken.

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Hans-Peter Bursig, Geschäftsführer Fachverband „Elektromedizinische Technik“ im ZVEI: „Europa braucht eine bessere Zusammenarbeit beim Austausch von Infektionsdaten als Frühwarnsystem und bei der Koordinierung von Maßnahmen auf nationaler Ebene.“
Hans-Peter Bursig, Geschäftsführer Fachverband „Elektromedizinische Technik“ im ZVEI: „Europa braucht eine bessere Zusammenarbeit beim Austausch von Infektionsdaten als Frühwarnsystem und bei der Koordinierung von Maßnahmen auf nationaler Ebene.“
(Bild: Devicemed)
  • Schwerpunkte liegen auf dem European Health Data Space und dem European Cancer Plan
  • Corona-Lehren: modern ausgestattetes Gesundheitssystem und europäische Zusammenarbeit sind wichtig
  • EHDS: Schlüssel für medizinische Forschung und medizintechnische Entwicklung

Was steht auf der Agenda für die Medtech-Industrie?

Das Bundesgesundheitsministerium hat angekündigt, dass Schwerpunkte auf einem zukünftigen European Health Data Space (EHDS) und dem European Cancer Plan liegen werden. Beide sind unter dem Aspekt der notwendigen digitalen Transformation der Gesundheitsversorgung von hoher Bedeutung für die Zukunft der Medizintechnik-Industrie in Europa. Außerdem werden die Entwicklung und die Folgen der Covid-19-Pandemie und die notwendige Stärkung der europäischen Gesundheitssysteme auch weiterhin eine wichtige Rolle spielen.

Welche Lehren können aus der Corona-Krise für die europäische Zusammenarbeit gezogen werden?

Die Corona-Krise hat unter Beweis gestellt, wie wichtig ein leistungsfähiges Gesundheitssystem ist. Nur ein solches, modern ausgestattetes Gesundheitssystem kann den außerordentlichen Belastungen einer Pandemie etwas entgegensetzen. Deutschland hat das bisher gut bewältigt, aber auch hier sind Schwachstellen sichtbar geworden. Insgesamt braucht Europa eine bessere Zusammenarbeit beim Austausch von Infektionsdaten als Frühwarnsystem und bei der Koordinierung von Maßnahmen auf nationaler Ebene. Um eine Pandemie gemeinsam besser zu bewältigen, können die Bevorratung und der gegenseitige Austausch von Schutzausrüstung, aber auch eine Echtzeit-Übersicht über verfügbare Ressourcen für Diagnostik und Therapie auf europäischer Ebene dabei helfen.

Welche Rolle wird der geplante European Health Data Space (EHDS) spielen?

Die hohe Bedeutung des EHDS kann ich nur immer wieder betonen. Daten sind der Schlüssel für eine erfolgreiche Behandlung von Patienten sowie für die medizinische Forschung und medizintechnische Entwicklung. Die Daten von 500 Mio. EU-Bürgern können einen enormen Beitrag für den medizinischen Fortschritt leisten, wenn es klare, DSGVO-konforme Regeln für ihre Nutzung gibt. Dafür muss aber auch sichergestellt werden, dass medizinische Daten in allen Ländern nach gleichen Kriterien erfasst und gespeichert werden, um sie miteinander kombinieren und für F + E nutzen zu können. Die Krise rund um den bisher unbekannten Virus SARS-CoV2 hat uns das deutlich gezeigt: Nur weil viele Fälle gut dokumentiert wurden und die Forschungsergebnisse öffentlich zur Verfügung standen, konnten Mediziner in ganz Europa dies zur Grundlage von Diagnose und Therapie machen.

Die Fragen stellte Julia Engelke, Redaktion Devicemed.

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* Hans-Peter Bursig ist Geschäftsführer des Fachverbands „Elektromedizinische Technik“ im ZVEI – Zentralverband der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V.

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