Anbieter zum Thema
Unsicherheitsfaktoren bedrohen die Schweiz als attraktiven Standort
Aber die Standortvorteile der Schweiz sind nach wie vor groß. Laut der Analyse brilliert die Schweiz vor allem (noch) mit einem guten Zugang zu hochqualifizierten Fachkräften, einem innovationsstarken Umfeld und einer relativ niedrigen Unternehmenssteuer. Der Werkplatz konkurriert aber im weltweiten Wettbewerb vor allem mit Deutschland, Irland, den USA und Singapur. Zu diesen vier ausgewählten Standorten zieht die SMTI-Studie erstmals einen detaillierten Vergleich.
Die anderen Medtech-Spitzenreiter Singapur und Irland können sich jedoch mit einer aktiven Investitionsförderungs-Politik profilieren. Deutschland hebt sich mit attraktiven volkswirtschaftlichen Voraussetzungen ab, und die USA überzeugen vor allem mit ihrer Innovationskultur für die Medizintechnik. Nicht nur werden andere Nationen immer stärker, selbst den bisherigen Schweizer Standortvorteilen droht im internationalen Vergleich Gefahr: So sind die ungewisse Einführung der Unternehmenssteuerreform sowie die Umsetzung der Masseneinwanderungs-Initiative und der sich verschärfende Fachkräftemangel bedeutende Unsicherheitsfaktoren. Was den Zugang zu hochqualifizierten ausländischen Spezialisten und Forschungsprojekten wie dem Programm Horizon 2020 sowie den freien Warenverkehr betrifft, bestehen aufgrund der anstehenden bilateralen Verhandlungen mit der EU latente Risiken (s. Kastentext)
Innovationshemmende Bürokratie abbauen
Angesichts der sich verschärfenden Rahmenbedingungen nannten die befragten Unternehmen zu fast 80 Prozent den Erhalt der Innovationsfähigkeit als größte Herausforderung. An zweiter Stelle der Liste von Innovationsbremsen folgt die Bewältigung der wachsenden und immer aufwändiger werdenden Regulierungen und die damit anfallende Dokumentationsflut, etwa bei der Zertifizierung neuer Produkte. Doch es gibt noch weitere Hürden zu bewältigen, etwa bei öffentlich geförderten Projekten mit Forschungspartnern. Hier wird an erster Stelle der Antragsaufwand für die Medtech-Firmen bemängelt. Vor allem für KMU und Start-ups sind die Formalitäten schwer zu erfüllen.
Um protektionistische Bürokratie geht es oft auch bei den von Land zu Land unterschiedlichen Vorgaben für die Zulassung von Produkten. Wird der Eintritt in die europäischen Märkte als verhältnismäßig einfach eingestuft, ist dieser in den USA, Kanada, Brasilien, Russland, China und (mehr noch) in Japan aufgrund regulatorischer Auflagen vergleichsweise schwierig.
Medtech-Spezialisten sind nur schwer zu finden
Gerade in den branchentypischen Funktionen Forschung und Entwicklung, Regulierung und Zulassung sowie Qualität haben Medtech-Firmen Probleme, qualifizierte Fachkräfte zu finden. Hauptsächlich hier hat die Branche Personal aufgestockt, wobei diese Spezialisten auch im Ausland rekrutiert werden mussten. Weiter bezeichneten die Befragten die Rekrutierung von qualifizierten Spezialisten für Marketing und Vertrieb als sehr anspruchsvoll.
Fokus auf Prozessoptimierung und Weiterbildung
Über die letzten Jahre haben die Schweizer Medtech-Firmen weitgehend ihre Hausaufgaben gemacht, ihre Geschäftsstrategie und Strukturen angepasst, dabei ständig ihre operative Exzellenz verbessert und ihr Potenzial zur Erhöhung der Produktivität sowie Kosteneffizienz weiter ausgeschöpft. Während die Zulieferer auch künftig auf der Optimierung der Prozesse und auf der Aus- und Weiterbildung des Personals fokussieren, setzten über 90 Prozent der Hersteller ihren Handlungsschwerpunkt auf Verbesserung und Aufbau des Vertriebs, die Stärkung der Produktinnovation und Verjüngung ihres Produktportfolios.
(ID:44268799)
