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ACE Stoßdämpfer Buchstäblich ein Fortschritt

Autor / Redakteur: Autor | Robert Timmerberg / Kathrin Schäfer

Diagnose Diabetes. Damit geht häufig ein Verlust an Lebensqualität einher – vor allem, wenn die Füße betroffen sind. Mit Dämpfungsplatten aus dem Bausektor führt ein Orthopädietechnik-Meister Patienten zurück in die Normalität.

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(Bild: Jauch Sanitätshaus Orthopädie-Technik)

In Villingen-Schwenningen tüftelt Peter Jauch seit mehr als 25 Jahren an neuen Lösungen für mehr Gehkomfort. Der Meister der Orthopädietechnik übernahm Ende der 1980er Jahre den elterlichen Betrieb und entwickelte diesen beständig weiter. Heute verfügt die Jauch Sanitätshaus Orthopädie-Technik GmbH über drei Filialen und ist einer der ersten und noch immer aktiven DIN-zertifizierten Fachbetriebe. Ein Meilenstein war die Entwicklung der Vorfußprothese Easy Step. Basierend auf einem Vakuum-System, ermöglichte sie Patienten, die in der Bewegung auftretenden Kräfte in ein natürliches Gangbild umzusetzen und vor allem normale Konfektionsschuhe zu tragen.

Testphase ist Chefsache

Doch damit nicht genug: Im Jahr 2014 begann Jauch, diese Prothese weiterzuentwickeln. Innerhalb eines Jahres konzipierte er sie zusammen mit Ärzten und Biomechanikern von Grund auf neu. Spezielles Augenmerk wurde dabei auf den Ersatz der PU-Schäume gelegt. Ziel war es, dem physiologischen Gangbild des Menschen noch mehr zu entsprechen. Ein Freund gab Jauch auf der Suche nach geeignetem Dämpfungsmaterial den entscheidenden Tipp. Dieser wusste, dass die ACE Stoßdämpfer GmbH als Tochter seines Arbeitgebers SKF auf Dämpfungslösungen aller Art spezialisiert ist, und stellte den Kontakt zu deren kaufmännischem Geschäftsführer her. Dieser verwies wiederum auf die firmeneigene ACE-Olator-Familie und Produktmanager Dieter Wohlschlegel.

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Wohlschlegel reiste direkt zu Jauch. Im Gepäck: mehrere stoßdämpfende und vibrationsisolierende Platten aus der SLAB-Familie. Denn aufgrund der beschriebenen Aufgabe war davon auszugehen, dass sich deren Co-Polyester-Elastomere gegenüber den PU-Schäumen als überlegen herausstellen.

Häufig ist ACE nach dem ersten Kundenbesuch auch in die Testarbeiten eingebunden und steht dabei beratend zur Seite. In diesem Fall jedoch verliefen Zuschnitt, Integration und Testarbeit nach einer kurzen Einweisung ausschließlich durch das bereits bestehende Jauch’sche Entwicklungsteam. Die Einweisung konnte auch deshalb so schnell erfolgen, weil bei den universellen Dämpfungsplatten aus Langenfeld die Plattengrößen generell frei aus der Standardlagerware von 800 x 1.500 mm geschnitten und danach direkt ausgeliefert werden können. Zudem – und dies war für die Fußprothesen nicht ganz unwichtig – lässt sich durch Wasserstrahlschneiden eine Vielzahl von Formen kundenspezifisch konfektionieren. Dabei stehen die Platten mit unterschiedlichen Dämpfungseigenschaften, verschiedenen zulässigen Flächenpressungen und in Standarddichten von 170 bis 720 kg/m³ zur Verfügung.

Optimale Dämpfung

Auf die optimalen Dämpfungseigenschaften hatten sich beide Seiten schon im Vorfeld geeinigt. So richtete sich die Konfektionierung unter anderem nach den unterschiedlichen Schuhgrößen. Das hoch dämpfende SLAB-Material erweist sich für den gewünschten Zweck darüber hinaus als überaus geeignet, weil es über einen zulässigen Temperaturbereich von -30 bis 70° C verfügt und sich in der Praxis als absolut hautverträglich entpuppt hat.

So ist die neueste Generation an Vorfußprothesen nach der offiziellen Produktvorstellung im März dieses Jahres schon seit Ende April im Verkauf. Erste Rückmeldungen der Patienten fallen derweil durchweg positiv aus. Jauch betont: „Wir haben bislang keinen einzigen Anruf von ausliefernden Betrieben hinsichtlich Abstimmungsproblemen beim Gehen zu verzeichnen.“ Dies deutet darauf hin, dass das SLAB-Material sich sehr gut dem Gangbild der einzelnen Schuhträger anpassen lässt, was nicht ganz selbstverständlich angenommen werden durfte. Immerhin müssen die Platten nicht nur den unterschiedlichen Schuhgrößen und Körpergewichten der Patienten, sondern auch vier verschieden definierten Aktivitätsgraden entsprechen.

Natürliche Gangabwicklung

Dem von Jauch Easy Step partial foot II getauften System kommt dabei zu Gute, dass die Dämpfungsplatten neben den anderen genannten Variationsmöglichkeiten auch in federnden und dämpfenden Ausführungen lieferbar sind. Die federnden Modelle sind für die Schwingungsisolierung, die dämpfenden für die Absorption stoßartiger Belastungen entwickelt worden. In Kombination führt dies, auf die Orthopädietechnik übertragen, zu einer Gangabwicklung auf höchstem funktionalem Niveau. Um Hautirritationen vollständig auszuschließen, können die Fußprothesen zudem gemäß den Richtlinien der Deutschen Diabetes Gesellschaft auch mit einem vertikalen dreischichtigen Aufbau von dämpfenden Elastomeren ausgestattet werden.

Autor: Robert Timmerberg ist Fachjournalist in Düsseldorf.

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