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Außenwirtschaftstag Medizintechnik und Laborausstattung

Auswärtiges Amt unterstützt deutsche Medizintechnik-Exporteure

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Es sei bereits eine gute Zusammenarbeit vorhanden, die noch weiter ausgebaut werden soll. „Staat und Unternehmen sollen sich gegenseitig ergänzen. Beispielsweise ist es ein Ziel, angehenden Ärzten aus anderen Ländern hier ein Studium zu ermöglichen. Dabei ist es dann wichtig, nicht nur das Bewusstsein zu vermitteln, dass sie hier eine gute Ausbildung erfahren, sondern auch das Bewusstsein zu vermitteln, dass gute, im besten Fall deutsche Systemlösungen, wie sie sie hier während ihres Aufenthalts kennenlernen, ebenfalls wichtig für eine gute Patientenversorgung sind.“ Denn die jungen Fachkräfte würden dieses Wissen und die Erfahrungen mit den hier kennengelernten Produkten wieder mit zurück in ihre Heimat nehmen. Ilka bewertet das als nützlichen Vorteil, wenn zum Beispiel ein neues Gerät im Krankenhaus des betreffenden Arztes angeschafft werden muss.

Attraktive Auslandsbeziehungen durch attraktive deutsche Exporte

Dr. Volker Berresheim vom Auswärtigen Amt unterstreicht in seinem Beitrag nochmal den besonderen Stellenwert der Medizintechnik-Branche in Deutschland. Er beschreibt sie als Vorzeige-Branche für die deutsche Außenpolitik. Und gerade sowas werde für die deutsche Außenpolitik immer wichtiger, denn „wenn wir mit Ländern eine partnerschaftliche Beziehung aufbauen oder stärken möchten, ist es nur vorteilhaft, wenn wir dem Land etwas zu bieten haben. Und das haben wir dank Ihnen und dem gut aufgestellten Angebot deutscher Medizintechnik-Produkte,“ wendet er sich direkt an die Teilnehmer. Er erläutert, dass beide etwas davon haben, wenn deutsche Firmen die Kanäle des Auswärtigen Amtes nutzen würden. Die Bundesregierung stelle deutschen Firmen mehr Hilfe im Ausland zur Seite als es andere Regierungen tun würden. „Wir üben genau nicht Druck aus, verstehen Sie mich nicht falsch, aber unsere Botschaften helfen Ihnen, wenn sich, um mal ein Beispiel zu nennen, ein von Ihnen ausgewählter Geschäftspartner als nicht so glücklich ausgesucht erweist. Wenn auf einmal eine neue Firma auf der Bildfläche erscheint, die auf einmal Ihre Patent-Produkte in diesem Land herstellt, und Sie herausfinden, dass hinter der neuen Firma Ihre Geschäftspartner-Firma steckt. Genau da können wir, beziehungsweise die Botschaft in jeweiligen Land, Ihnen helfen. Nutzen Sie diese Möglichkeiten!“

Deutsches Unternehmen als Gesamtanbieter in Afrika

Das Vormittagsprogramm wird mit dem Beitrag von Michael Koller, Mehrheitsgesellschafter und Präsident der Münchener Medizin Mechanik GmbH, beendet. Er stellt ein Best Practice Beispiel seiner Firma vor. „Wir haben den ersten Auftrag gewonnen, als Gesamtanbieter eine Spezialklinik mit Operationssälen, einer Zentralsterilisation und Laborgebäuden in der Stadt Yola in Adamawa State, Nigeria, zu liefern. Auftraggeber und wesentlicher Geschäftspartner war Muratala Nyako als Gouverneur der Regierung Adamawa State in Nigeria,“ so Koller. Das Diagnostik Center mit zwei Operationssälen ist in Deutschland vorgefertigt worden und nur noch die Endmontage fand vor Ort statt. Außerdem bietet das Krankenhaus Aufwachraum, Gipsraum, Ultraschallraum, Behandlungsraum inklusive Leistungsdiagnostik, Röntgenraum, Intensivabteilung, Wäscherei, Instrumentenaufbereitung, Küche und Umkleideraum für die Belegschaft, Stromerzeuger, Wasseraufbereitungsanlage und zwei Geräte jeweils zur Stickstoff- und zur Sauerstoffproduktion. Die Komplettbetreuung der Firma umfasste aber noch mehr. Beinhaltet in dem Projekt waren auch die Organisation von Training, Ausbildung und Unterstützung der Krankenschwestern und Techniker, Ersatzteile für zwölf Monate und für einen bestimmten Einführungszeitraum zwei Ärzte und zwei Krankenschwestern aus Deutschland. Außerdem wurde ein komplettes Laborgebäude installiert. Abschließend knüpft Koller an seinen Vorredner Ilka an und unterstreicht ebenfalls, wie wichtig es ist, dass ausländische Studenten hier in Deutschland studieren können und so an deutscher Technologie üben und die guten Erfahrungen mit deutschen Systemlösungen dann mit nach Hause nehmen.

Am Nachmittag sind die Exportthemen in Foren vertieft worden. In Länderforen, die sich mit den Regionen Lateinamerika, Südostasien sowie der Türkei befasst haben, hat sich gezeigt, dass Unternehmen, um auf die unterschiedlichen Anforderungen in den Märkten adäquat reagieren zu können, auf ein gutes Netzwerk zurück greifen müssen. Neben verschiedenen Regionen haben auch diverse Themenfelder im Fokus gestanden, die in einem weiterführenden Dialog zwischen Politik und den Branchenverbänden diskutiert werden sollen. Dort wurde auf branchenrelevante Aspekte, wie die Suche und Bindung von Fachkräften für Auslandsniederlassungen, Exportfinanzierungsfragen oder der Strategie im Umgang mit Händlernetzwerken, eingegangen. Insgesamt hat sich auf dem Außenwirtschaftstag gezeigt, dass es durch den zunehmenden internationalen Wettbewerb immer wichtiger wird, den Schulterschluss mit anderen Unternehmen und Partnern zu suchen und Herausforderungen im internationalen Geschäft frühzeitig klar zu benennen.

Kontakt:

Industrieverband Spectaris e.V.

D-10117 Berlin

www.spectaris.de

German Healthcare Export Group

D-53125 Bonn

www.gheg.de

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