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3D-Druck in der Medizintechnik nutzen

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Complexity for free – ungeahnte Designfreiheiten

Gegenüber subtraktiven Fertigungsverfahren bietet die additive Fertigungstechnik ungeahnte Designfreiheit. „Aber 3D-Druck braucht ein völliges Umdenken in der Konstruktion“, so Woschitz weiter. Ein schlichtes Nachdrucken bestehender Konstruktionen ist nicht sinnvoll. Traditionelle Fertigungsmethoden behindern und limitieren Innovationen, da passend für das Verfahren konstruiert werden muss. Mit dem 3D-Druck lassen sich nun endlich Baupläne der Natur adaptieren.

Innovationsmanagement wird zur Pflicht

Um das Umdenken in den Köpfen der Konstrukteure und Designer zu fördern, müssen Unternehmen entsprechende Freiräume für den Wandel schaffen. Schulungen, experimentelles Probieren und Umsetzen der gewonnenen Kenntnisse können zu innovativen Produkten führen. Mitarbeiter mit einem günstigen 3D-Drucker für den Privatgebrauch denken eher in 3D. Das ist nicht zu unterschätzen. Umdenken im Entwicklungsprozess ist aber nur ein Schritt. Die Additive Fertigung bietet die Möglichkeit, Produkte individuell nach dem Bedarf der Patienten unglaublich schnell und günstig zu realisieren.

Ausrichtung der Supply Chain auf die Additive Fertigung

Konsequent umgesetzt kann mit 3D-Druck die teure Lagerhaltung entfallen. Medizinprodukte können in kürzester Zeit direkt in der Klinik entstehen oder zumindest bei einem nahe gelegenen Dienstleister. Dispositive Faktoren wie Planung und Organisation werden damit wichtiger als je zuvor und verlangen geradezu nach einer lückenlosen E-Business-Umsetzung. Denn erst mit durchgängigem Informationsfluss, vom Shop direkt zu Produktionsplanung und danach sofort in die Produktion, lässt sich das Potenzial der Technik voll ausschöpfen. Was der Kunde tagsüber im Online-Shop bestellt wird noch in der gleichen Nacht produziert und am Vormittag versendet.

Die richtigen Geschäftsmodelle für 3D-Druck entwickeln

Dabei ist die Additive Fertigungstechnik keineswegs nur für Start-ups anwendbar. Auch etablierte Unternehmen können 3D-Druck einsetzen. Jedoch ist für die Entwicklung von zukunftweisenden Geschäftsmodellen auf Basis additiver Fertigungstechnik Kreativität gefragt. Eine komplette und schnelle Ablösung der subtraktiven Fertigungsverfahren durch den 3D-Druck ist zurzeit dennoch nicht zu erwarten. Denn bezüglich Präzision und Oberflächengüte sind die additiven Fertigungsverfahren den subtraktiven Verfahren noch weit unterlegen. Die Maschinenindustrie entwickelt daher bereits erste Kombinations-Anlagen, welche die Vorteile beider Verfahren zur Geltung bringen sollen.

Die Autoren Carsten Pohland, Falk Stein sind Absolventen des Executive Master of Business Administration der Hochschule Luzern

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